#verafake im Neo Magazin Royale Im Video: Böhmermanns Coup gegen „Schwiegertochter gesucht“

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Osnabrück. Was für ein Comeback: Jan Böhmermann hat sich in seiner ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ mit einem großen Knall zurück gemeldet. Seine Redaktion schleuste einen falschen Kandidaten bei RTLs „Schwiegertochter gesucht“ ein. Aus #Varoufake wird #Verafake.

Mit einem Angriff auf den Privatsender RTL hat sich ZDF-Satiriker Jan Böhmermann zurückgemeldet. In der ersten Ausgabe von „Neo Magazin Royale“ nach dem Skandal um das Erdogan-Schmähgedicht enthüllte der Moderator am Donnerstagabend, dass er und sein Team einen Kandidaten in die RTL-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ eingeschleust hätten. In der aktuellen Staffel der Sendung von Moderatorin Vera Int-Veen sucht der „einsame Eisenbahnfreund“ Robin aus dem Ruhrgebiet „eine Freundin, weil er noch nie eine hatte“. (Weiterlesen: Kritik zur aktuellen „Neo Magazin Royale“)

„Geile Story, geile Quote, geil viel Cash“

Er habe Robin als falschen Kandidaten ins Rennen geschickt, um „Missstände bei RTL“ aufzudecken, sagte Böhmermann. Er warf den RTL-Machern vor, in der Sendung unbedarfte Menschen gezielt vorzuführen. „Seit zehn Jahren verarscht Vera Int-Veen jetzt schon Behinderte bei RTL“, sagte Böhmermann. (So reagiert das Netz auf #verafake)

Dabei gehe es immer nur um eine „geile Story, geile Quote, geil viel Cash“. Die Kandidaten würden dagegen für 30 Drehtage mit lediglich 150 Euro Aufwandsentschädigung abgespeist. (Weiterlesen: Die Wahrheit über „Beate und Irene“)

RTL-Redaktion reagiert verhalten auf Twitter

RTL kündigte in einer ersten Reaktion auf Twitter Gespräche mit dem Produzenten von „Schwiegertochter gesucht“ an. Auf der Facebook-Seite von „Schwiegertochter gesucht“ platzte der Beitrag zum falschen Kandidaten Robin aus allen Nähten. Die Nutzer reagierten mit Häme und Spott für den Kölner Sender. Erst am Freitagmorgen war das Profil von „Robin“ von der Facebook-Seite verschwunden. Bei Twitter gehörte der „Hashtag der Woche: #verafake“ innerhalb kurzer Zeit zu den Top-Trends.

Erdogan nur stiefmütterlich behandelt

Böhmermann hatte seine Show nach dem Wirbel um sein Gedicht über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vier Wochen pausieren lassen. Bei seiner Rückkehr auf den Bildschirm hielt sich der 35-Jährige zu diesem Thema zurück. „Auf dieser Sendung ist viel Druck“, sagte Böhmermann und fügte scherzhaft hinzu: „Gags lasse ich bleiben, habe ich schlechte Erfahrungen mit gemacht.“ (Weiterlesen: Wann läuft Schwiegertochter gesucht 2016?)

Gregor Gysi kritisiert Merkel und Böhmermann

Den Auftakt der 45. Ausgabe des „Neo Magazin Royale“, die den Titel „War was?“ trug, bestritt Böhmermann wie angekündigt weitgehend mit Witzen, die seine Fans nach einem entsprechenden Aufruf eingereicht hatten. Auch im Gespräch mit seinem Show-Gast, dem ehemaligen Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, umschiffte Böhmermann das Thema Erdogan ironisch: „Ich halte mich so ein bisschen fern aus der Politik im Moment, habe noch schwebende Verfahren am Laufen“, sagte der Moderator.

Schmähkritik und die Folgen

Böhmermann hatte im „Neo Magazin Royale“ am 31. März ein Gedicht mit Beschimpfungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan verlesen. Den Auftritt hatte der Moderator damit begründet, dass er den Unterschied zwischen erlaubter Satire und auch in Deutschland verbotener Schmähkritik erklären wolle. (Weiterlesen: 1000 Pfund Belohnung: Wer beleidigt Erdogan am besten?)

Merkel räumt Fehler ein

Das Gedicht löste eine kleine Staatsaffäre aus. Erdogan verlangte unter anderem eine Strafverfolgung nach Paragraf 103, der die Bestrafung bei einer Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter regelt. Die Bundesregierung erteilte die notwendige Ermächtigung für Ermittlungen gegen Böhmermann. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte gleichzeitig die Abschaffung der Regelung an.

(mit epd)


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