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Eurovision Song Contest 2016 Petra Mede: Wer ist die Moderatorin des ESC?

Von André Anwar

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Petra Mede moderiert am Samstag den Eurovision Song Contest. Foto: dpaPetra Mede moderiert am Samstag den Eurovision Song Contest. Foto: dpa

Stockholm. Die schwedische Eurovision-Moderatorin Petra Mede hätte wegen ihrer chronischen Rückenschmerzen fast nicht auftreten können. Doch in ihrem Leben hatte sie schon viele Hindernisse überwunden und steht nun ganz oben im schwedischen Unterhaltungsgeschäft.

Für die Fans des Eurovision Song Contest (ESC) war es eine Schreckensnachricht. Noch am Wochenende hieß es, dass Hauptmoderatorin Petra Mede eventuell zu krank sein würde, um aufzutreten. Sie hatte bereits den Eurovision 2013 in Malmö so glänzend und humorvoll moderiert, dass sich die ESC-Fans europaweit schon auf eine Mede-Fortsetzung freuen.

(Wie war Jamie-Lee Kriewitz? Zur Live-Kritik des ESC-Finales 2016)

Proben müssen eingestellt werden

Ihr Ko-Moderator, der schwedische ESC-Sieger aus dem Vorjahr Mans Zelmerlöw (29), ist zudem als Moderator noch völlig unerfahren. Immer wieder mussten die diesjährigen Proben eingestellt werden, weil Medes Rückenschmerzen zu stark wurden. „Ich habe diese Schmerzen schon lange und manchmal wird es schlimmer, aber man hat sich gut um mich gekümmert, ich bin zurück“, beruhigte die 46-Jährige die Öffentlichkeit am Sonntag. (Weiterlesen: Wer sind die Kandidaten im ESC-Finale am 14. Mai 2016?)

Traum ist früh geplatzt

Zurückgekommen ist Mede schon mehrmals. Im bei Göteborg liegenden Örtchen Partille wuchs sie als Tochter eines Konzernfinanzchefs auf und widmete ihr noch junges Leben dem Ziel, eine gute Tänzerin zu werden. Entgegen vielen anderen jungen Mädchen hielt sie an diesem Traum fest und schaffte es auf die Ballettakademie. Sie lebte in Paris, erhielt vielversprechende Engagements, etwa als Tänzerin für die kanadische Sängerin Céline Dion. Dann kamen die Verletzungen, schon als sie 20 Jahre alt war, versagte der Rücken seinen Dienst. Ihre Schmerzen würden nie mehr weggehen, sagten ihr die Ärzte. Ihr Traum löste sich in Luft auf. Aus dem großen Tief und langwierigen Behandlungen kämpfte sie sich mit viel schwarzem Humor zurück. Ein Freund riet Mede daraufhin, Stand-Up-Komikerin zu werden. (Einsfestival startet mit peinlicher Panne ins ESC-Halbfinale 2016)

Schonungslos frecher Humor

Unerschrocken wechselte Mede die Spur und versuchte sich bei Amateurveranstaltungen. 2005 erlebte sie dort ihren ersten Durchbruch. 2007 wurde sie zur besten Newcomer-Komikerin Schwedens gewählt und 2009 zur besten weiblichen Komikerin des Königreichs. Ihre melancholischen Seiten, die sie nicht einfach verdrängte, sondern in ihre Shows mit einbaute, halfen ihr dabei, einen schonungslos frechen Humor darzubieten. Damit war sie im sonst recht eindimensionalen schwedischen Unterhaltungsgeschäft sehr erfolgreich.

Mit Hasselhoff angelegt

Sie durfte bald bei den ganz großen Fernsehsendungen auftreten. Dann kamen die Engagements als Fernsehmoderatorin, etwa bei der schwedischen Schwulengala 2009. Auch als Autorin für Selbsthilfebücher versucht sie sich derzeit. Ihr scheint einfach alles zu gelingen, was sie versucht. Das hat sie auch sehr selbstsicher gemacht. Unerschrocken veräppelte die Moderatorin im Januar den bei der schwedischen Filmpreisgala anwesende US-Star David Hasselhoff, der sie hinterher erbost als Idiotin bezeichnete.

Privatleben ist unbekannt

Über ihr Privatleben ist wenig bekannt. Als sie 2012 mit 42 mit Töchterchen Adeline schwanger wurde, verriet sie zunächst nicht, wer der Vater ist. Zumindest nicht, bis sie dann mit dem viel jüngeren und heute 37-jährgen Arzt Mattias Günther auf Prominentenpartys zu sehen war. Erst vor einem Jahr hieß es in den Klatschblättern, dass ihr Partner sie angeblich verlassen habe. Der große Stress als Star sei schuld, so die Spekulationen. Doch all das machte Mede menschlich. Dass ihr Leben oft stürmisch war und sie einfach nicht in gängige Normen passt, kommt an. Über sich selbst scherzt sie: „Ich bin ein wenig ein Kontrollfreak. Ich liebe es, wenn Dinge rechtzeitig fertig sind, was in dieser Branche völlig unmöglich ist. Ich glaube, ich störe die anderen nur damit. Mir wird vorgeworfen, dass ich zu pompös auf- und abtrete“, scherzt sie über sich selbst. (Weiterlesen: Politikum Song Contest: Provoziert die Ukraine einen Eklat?)

Mit Spannung wird schon erwartet, was sie beim Finale präsentieren wird. Beim ESC 2013 begeisterte sie mit der musicalartigen Gesangsnummer „Swedish Smörgasbord“, in der sie Schweden-Klischees auf die Schippe nahm.


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