zuletzt aktualisiert vor

Selbstverteidigung Brauche ich für Pfefferspray einen Waffenschein?

Erlaubt zur Tierabwehr: Pfefferspray. Foto: dpaErlaubt zur Tierabwehr: Pfefferspray. Foto: dpa

Osnabrück. Im Netz kursieren viele Informationen zum Thema Pfefferspray. Die einen schreiben, für Pfefferspray brauche man keinen Waffenschein, für CS-Gas aber schon. Da gebe es eine rechtliche Lücke. Andere raten von Pfefferspray ab, sagen, man dürfe es gar nicht verwenden. Was stimmt?

Ein Artikel über das steigende Interesse am Kleinen Waffenschein sorgt für Leser-Rückfragen. Dabei geht es insbesondere um den Begriff „Pfefferspray“. Im Artikel wurde das „umgangssprachlich als Pfefferspray bezeichnete Reizgas“ als eine der Waffen bezeichnet, für die ein Kleiner Waffenschein notwendig ist, wenn sie in der Öffentlichkeit getragen werden soll. Ein Leser warf ein, Pfefferspray dürfe von jedem erworben, besessen und geführt werden. Ein Waffenschein sei dazu nicht nötig. Das ist richtig. Unter den Kleinen Waffenschein fallen sogenannte Reizstoffwaffen, etwa Gaspistolen. Für CS-Gas und Pfefferspray gelten andere Auflagen.

Zwei Sprayarten

Wer im Waffengeschäft nach Pfefferspray fragt, hat die Wahl zwischen zwei Produkten: Zum einen gibt es das Spray zur Tierabwehr, das als solches explizit gekennzeichnet sein muss. Zum anderen gibt es Sprays als Distanzwaffe gegen Menschen. Der darin enthaltene Wirkstoff, zum Beispiel CS-Gas, muss in Deutschland zugelassen und darf nicht gesundheitsschädlich sein. Auf der Spraydose lässt sich das durch ein Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt nachweisen.

Weiterlesen: Waffenhändler verdoppeln Umsätze nach Terror in Paris

Wer nun im Waffengeschäft lieber das Tierabwehr-Spray kauft, kann sich in einer Notsituation – etwa bei einem Überfall – auf Notwehr berufen und das Spray gegen einen Menschen einsetzen, obwohl es dazu nicht zugelassen ist.

Im Online-Magazin der Deutschen Anwaltsauskunft wird dazu allerdings erklärt, dass es problematisch werden könnte, diese Notwehrsituation anschließend nachzuweisen. Auch wenn in der Praxis eine Verurteilung unwahrscheinlich sei, mache sich jemand, der das Spray zu lange oder zu intensiv anwende, doch strafbar. Ein Beispiel: Wenn sich eine angegriffene Person mit Pfefferspray zur Wehr setze und in ihrer Panik weiter auf einen bereits handlungsunfähigen Angreifer sprühe, sei das eine gefährliche Körperverletzung.


2 Kommentare