Hilfe für Hunde Giftköder: Wie verhält man sich als Hundebesitzer?

Hundebesitzer sollten am besten sofort zum Tierarzt, wenn der Hund Giftköder gefressen hat. Symbolfoto: dpaHundebesitzer sollten am besten sofort zum Tierarzt, wenn der Hund Giftköder gefressen hat. Symbolfoto: dpa 

Osnabrück. Es ist der Albtraum jedes Hundebesitzers: Man geht mit dem Hund spazieren und er frisst Giftköder. Wie verhält man sich dann am besten als Herrchen oder Frauchen?

„Am besten sollte man Ruhe bewahren“, rät Tierärztin Barbara Schöning aus Hamburg. Wenn man sieht, dass der Hund etwas gefressen hat, sollte man schauen, ob man erkennen kann, was es ist. „Jede Information ist wichtig für den Tierarzt“, sagt Schöning. Danach sollte man sich mit dem Hund auf jeden Fall zum Tierarzt begeben.

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Unterschiedliche Symptome

Nicht immer weiß der Hundebesitzer, ob das Tier einen Giftköder geschluckt hat oder nicht. Bei einer Vergiftung können bei dem Hund unter anderem Durchfall, Erbrechen, Kreislaufprobleme, Blutungen oder ein Schockzustand auftreten .

Aus Erfahrung der Tierärztin gibt es zwei unterschiedliche Arten von Giftködern: „Es gibt Giftköder, die mit Fremdkörpern wie beispielsweise Nadeln und Heftzwecken gespickt sind. Die zweite Variante sind Giftköder, die Rattengift oder Schneckenkorn enthalten“, erklärt die Tierärztin. Um festzustellen, ob der Hund Fremdkörper verschluckt hat, wird der Hund beim Tierarzt als erstes geröntgt. Während die Fremdkörper die Speiseröhre des Tieres meistens nicht verletzten, seien sie vor allem für den Darm der Hunde gefährlich. Dann hilft nur noch eine Operation.

Häufig Langzeitfolgen

Enthält der Köder beispielsweise Rattengift, kann der Tierarzt dem Hund eine sogenannte Kotzspritze verabreichen, damit das Gift aus dem Körper kommt. Das Gift kann nämlich zu Leber- und Nierenschäden führen. „Selbst wenn die Hunde die Attacke mit dem Giftköder überleben, haben sie häufiger mit Langzeitfolgen zu kämpfen“, sagt Schöning.

Hundebesitzer können aktiv verhindern, dass Hunde Opfer einer Giftköderattacke werden. „Im Anti-Giftköder-Training wird Hunden zum Beispiel beigebracht, dass sie auf der Straße an nichts Fressbares rangehen sollen oder dem Hundebesitzer anzeigen, wenn sie Futter gefunden haben“, sagt die Tierärztin.

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Giftköder können folgende Symptome bei Hunden auslösen:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Starker Speichelfluss, übermäßiges Hecheln
  • Unruhe oder Apathie
  • Zittern
  • Schwankender Gang, Taumeln
  • Krämpfe bis hin zum Koma
  • Blasses Zahnfleisch oder stark verfärbte Schleimhäute
  • Große Pupillen
  • Gerötete Augen
  • Blutungen
  • Atembeschwerden, Atemnot

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