Wichtige Zeit für Christen 1. Advent 2015: Was steckt hinter dem Brauch?

Von epd

Am sonntag ist 1. Advent. Das bedeutet unter anderem das die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet werden darf. Foto: imago/ChromorangeAm sonntag ist 1. Advent. Das bedeutet unter anderem das die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet werden darf. Foto: imago/Chromorange

Frankfurt. 1. Advent 2015: In den nächsten Wochen werden Familien Kekse backen, Kerzen anzünden und Weihnachtskrippen aufstellen. Am 29. November ist der 1. Advent. Was steckt hinter dem Brauch?

Christen feiern am 1. Advent und in der Adventszeit danach bis Weihnachten, dass Gott zu ihnen gekommen ist. Christen glauben, dass Gott in Jesus von Nazareth als Mensch geboren wurde. Jesus Christus ist damit so etwas wie eine Brücke zwischen den Menschen und Gott. An Weihnachten feiern die Menschen seine Geburt. In der Adventszeit bereiten sie sich auf das Fest vor.

Die Zeit ab dem 1. Advent

Der Advent ist für Christen eine sehr wichtige Zeit. Sie gehen in die Kirche und wollen sich besinnen. Daher finden es viele störend, dass es in den Wochen vor Weihnachten gleichzeitig so viel Rummel gibt. Die Menschen organisieren Weihnachtsfeiern, sie treffen sich auf den Weihnachtsmärkten und hetzen durch die Geschäfte, um an Weihnachten ihre Liebsten zu beschenken. Viele geraten in Stress, weil sie das Fest perfekt vorbereiten wollen. Geschäftsleute wittern volle Kassen, denn vor Weihnachten wird viel gekauft. Kirchen protestieren dagegen, dass Geschäfte auch an den Adventssonntagen aufmachen. Sie fürchten, dass die Menschen nicht zur Ruhe kommen und nicht besinnlich Advent feiern können.

Am 1. Advent erste Kerze anzünden

In den vergangenen Jahrhunderten haben sich viele Bräuche in der Adventszeit entwickelt. Kinder kennen zum Beispiel den Vers: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür.“ Zusammen mit ihren Familien zünden sie Kerzen auf dem Adventskranz an. Die erste Kerze wird am 1. Advent angezündet. Brennen nach den vier Adventssonntagen alle Kerzen, wird kurz darauf Weihnachten gefeiert. Damit die Zeit bis zum Fest zudem nicht zu langweilig ist und Spannung aufgebaut wird, gibt es den Adventskalender. Viele Eltern füllen für ihre Kinder kleine Säckchen, damit sie jeden Tag was zum Naschen oder Spielen haben. Oder aber sie kaufen einen fertigen Adventskalender, bei dem jeden Tag ein Türchen geöffnet wird. Oft ist Schokolade drin. Mit dem Adventskalender wissen Kinder, wie lange es noch bis zum Fest dauert.

Kirchenjahr beginnt am 1. Advent

Der Advent ist für Christen noch aus einem anderen Grund wichtig. Denn am 1. Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr. Das Kirchenjahr richtet sich nicht nach unserem Kalender. Daher startet es auch nicht am 1. Januar. Mit dem Kirchenjahr ist eine bestimmte Folge von christlichen Festen gemeint. Nach dem Advent und Weihnachten folgen Epiphanias, Passion, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Trinitatis, Erntedankfest, Reformationstag, Buß- und Bettag und der Toten- beziehungsweise Ewigkeitssonntag.


Der Weihnachtsfestkreis - vom 1. Advent bis zum Dreikönigstag

Weihnachten ist das beliebteste christliche Fest. Die Feiertage von der Vorbereitung bis zum weihnachtlichen Nachklang:

1. Advent: am 29. November: In der Adventszeit (vom lateinischen „adventus“ = Ankunft) bereiten sich Christen auf Weihnachten vor. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es vier Wochen Advent, beginnend mit dem vierten Sonntag vor dem ersten Weihnachtstag. Der Erste Advent zum Beginn des Kirchenjahres steht für den Einzug Jesu in Jerusalem.

Nikolaustag am 6. Dezember: Sankt Nikolaus gilt als Zusammenführung des Bischofs Nikolaus von Myra (um 280 bis um 350 n.Chr.) mit dem etwa 200 Jahre später gestorbenen Abt Nikolaus des Klosters Sion. Nikolaus als Nothelfer der Kinder soll armen Mädchen Geld für ihre Aussteuer zugesteckt haben. Daraus entwickelte sich die Tradition, Kinder in seinem Namen zu beschenken.

Heiligabend am 24. Dezember: Am Heiligen Abend wird die Geburt Jesu gefeiert. Nach christlichem Glauben ist damit Gott Mensch geworden. Einst war der Heilige Abend ein Wartetag mit Fasten und Beten, heute ist er für viele mit seinen Traditionen und der abendlichen Bescherung als Höhepunkt bedeutender als das eigentliche Christfest.

1. Weihnachtstag am 25. Dezember: Der Name Weihnachten ist abgeleitet vom mittelhochdeutschen „ze den wihen nahten“ (in den geweihten, heiligen Nächten). Die theologische Bedeutung liegt in der Menschwerdung Gottes durch Jesu Geburt. In Gottesdiensten wird die biblische Überlieferung aus dem Lukas-Evangelium verlesen.

2. Weihnachtstag am 26. Dezember: Am zweiten Feiertag feiern evangelische Christen die Inkarnation, die Fleischwerdung (Verkörperung) von Gottes Sohn. Er ist auch in der katholischen Kirche ein Gedenktag für den Heiligen Stephanus, der um das Jahr 36 oder 40 nach Christus als erster Mensch wegen seines Bekenntnisses zu Christus den Märtyrertod erlitt.

Heilige Drei Könige am 6. Januar: Orthodoxe Christen begehen an diesem Tag ihr Weihnachtsfest. Die katholische Kirche feiert zum Dreikönigsfest die Erscheinung des Herrn. Biblischer Überlieferung zufolge reisten die „Drei Weisen aus dem Morgenland“ Caspar, Melchior und Balthasar nach Bethlehem und huldigten dem Christkind.

0 Kommentare