Musiker über Lebenswandel Rapper Sido im Interview: „Wir sind keine Idioten“

Von Sarah Engel


Osnabrück. Seit 2003 mischt Sido die Musikszene auf. Früher trug er eine Maske, heute sitzt eine Brille auf seiner Nase. Im Interview spricht er über sein Familienglück, den Wunsch, von seinen Nachbarn akzeptiert zu werden, und was aus seiner alten Totenkopfmaske geworden ist.

Sido, vor Kurzem haben Sie auf Twitter altes Foto mit Andreas Bourani gepostet. Mit Ihrem gemeinsamen Song „Astronaut“ ist Ihnen Ihr erster Nummer-eins-Hit gelungen. Hätte der jüngere, rebellischere Sido diesen Mainstream-Erfolg gefeiert?

Der junge Sido hätte es gefeiert, und er hätte auch zugeben können, dass er es feiert. Früher war ich aber auch neidischer. Oft habe ich über bekanntere Rapper was Schlechtes gesagt. Wenn ich heute einen Strich darunter ziehe und mich frage, warum war das so? Dann kann ich ganz ehrlich sagen: Ich war neidisch auf deren Erfolg.

Wo entstand das Foto?

Das Foto ist im Studio von Peter Maffay entstanden. Rap-Rock hieß das damals und lag am Starnberger See in Tutzing. Dort haben wir Songs für andere Künstler geschrieben und Andreas hat seine Anfänge und die ersten Schritte gemacht. Danach haben wir uns aus den Augen verloren und hatten nur sporadisch Kontakt. Als er dann nach Berlin gezogen ist, haben wir uns wiedergetroffen.

Haben Sie auch schon in Tutzing gemeinsam an Liedern gearbeitet?

Er hat damals netterweise unsere Demos eingesungen. Er hat auch hier und da mal was geändert und für die Melodien neue Ideen gehabt. Andreas war damals schon krass.

Wie kam es zu „Astronaut“?

Ich habe „Astronaut“ für Andreas geschrieben. Ich hatte diesen Beat und wusste bei der Stelle „Ich heb ab“, dass Andreas das singen muss. Dieser Druck und dieses Gefühl in der Stimme, das kann nur Andreas singen. Das ist Andreas‘ Song.

Früher waren Ihre Texte härter und extremer. Wie erklären deine Sie diese Ihrem ältesten Sohn?

Ich habe ihm das gleich erklärt. Ich erzähle ihm viel aus meinem Leben, das fällt auch meiner Frau auf. Wenn ich mit meinem ältesten Sohn rede, ist ganz oft eine Anekdote dabei. Er kennt mich, versteht meinen Humor, wie ich rede und bin. Niemand versteht das besser als meine Familie. Sie verstehen mich und meine Intentionen am besten. Sie wissen, wo ich herkomme und was ich durchgemacht habe.

Wie findet er Ihre Songs?

Ganz okay. Aber es ist nicht so seine Musik. Er hört so diesen ganzen amerikanischen Rap. Das kenne ich alles nicht, und finde es auch nicht gut. Wir teilen uns einen iTunes-Account, und da sehe ich immer, was er sich für Songs runterläd. Das kann ich einfach nicht hören. Ich habe ihm natürlich mein Album gezeigt und wollte auch von ihm hören, was seine Favoriten sind. Er hat auch einen ganz guten Geschmack. Aber ich kann verstehen, dass das nicht so das Ding seiner Altersgruppe ist, das spricht ihn nicht so an.

Wie wichtig ist Ihnen das Urteil Ihrer Familie?

Das ist mir sehr wichtig. Meine Familie ist meine erste Instanz. Ihnen zeige ich die Songs, und von ihnen möchte ich Kritik haben. Meine Mutter hat schon immer, sobald die erste Version eines Albums fertig war, meine Musik bekommen, weil ich ihre Meinung wissen wollte.

Früher stand Sido für „Super-intelligentes Drogenopfer“. Wofür steht es heute?

Das ist eine Marke. Es gibt kein S-I-D-O mehr. Ich bin einfach Sido, der Typ. Jeder in Deutschland kennt mich, jeder hat eine Meinung – ob es eine gute oder eine schlechte ist.

Rap war Ihr Sprungbrett aus den armen Verhältnissen in ein besseres Leben. Was hat Sie damals angetrieben?

Ich wollte da rauskommen. Rap war meine einzige Perspektive. Ich bin in der Schule nicht der Schlauste gewesen. Ich halte mich nicht für dumm. Ich habe immer Sachen gegen den Strom gemacht. Ich wusste immer, dass ich für anderes bestimmt bin, als dem System zu folgen. Und ich wusste schnell, dass ich unterhalten kann. Dann wird man Künstler, Musiker, Entertainer.

Wie haben Sie Ihre Jungs früher unterhalten?

Eine Sache, mit der ich mich immer in den Mittelpunkt stellen konnte, war es, lustig zu sein. Ich konnte nicht gut Witze erzählen, aber ich habe ein gutes Timing. Ich weiß, wann ich was bringen kann. Das wusste ich schon früh. Ich hatte auch kein Problem mit Kameras – noch nie. Und ich habe mich auch gerne in Szene gesetzt. Das hatte ich schon in sehr, sehr jungen Jahren.

Wenn die Musik Sie nicht rausgebracht hätte, was wäre Ihr Plan B gewesen?

Ich habe Erzieher gelernt. Das wäre schon irgendwie ein Plan B gewesen. Aber das war Plan B, und den habe ich ganz weit nach Plan A gestellt. Nach A kam erst mal eine ganze Weile nichts.

Wer an Ihre früheren Weggefährten von Aggro Berlin denkt, dem fällt schnell Bushido ein. Sie beide haben sich in den letzten Jahren in verschiedene Richtungen entwickelt. Während er seinem rebellischen Image treu bleibt, ist Ihre Musik mit Ihnen gereift. Warum?

Das ist der Anspruch an mich selbst. Ich will immer ehrlich bleiben. Bushido wollte das übrigens auch. Er hatte eine Zeit, wo er gesagt hat: Okay, ich bin geläutert. Aber er wurde einfach nicht akzeptiert. Er war immer noch die Angriffsperson für alle. Niemand hat ihm seinen Bambi gegönnt. Die Politiker haben auf ihn eingedroschen. Dann ist klar, dass du irgendwann so eine „Scheiß-drauf-Haltung“ bekommst. Das kann ich komplett nachvollziehen. Nur dann stehst du wieder am Anfang. Aber er hat auch so eine Entwicklung durchgemacht, nun aber wieder dahin zurück – aus Trotz nehme ich an. Aber er hat es auf jeden Fall versucht. Bei mir ist es genauso. Ich will einfach authentisch bleiben. Mein Leben hat sich verändert, und wenn ich authentisch sein will, dann verändern sich zwangsläufig meine Musik und meine Texte mit.

Früher haben Sie im Plattenbau gewohnt, heute leben in einem Haus Sie in einem Berliner Vorort. Wie läuft’s heute am Stadtrand?

Wo ich jetzt wohne, bin ich den Leuten einfach zu „Viertel“. Wir bekommen Briefe, in denen steht: „Geht wieder zurück in euer Getto, ihr Zigeunerpack.“ Ohne Spaß. Anonym natürlich. Ich bin nicht angesehen da, das merke ich. Wenn wir mit dem dicken Auto vorbeifahren und nett grüßen, weil es unsere Nachbarn sind und wir eine nette Nachbarschaft möchten, dann werden wir nicht mal mit dem Arsch angeguckt.

Was wünschen Sie sich stattdessen?

Ich will da nicht auf Rebell machen. Aber ich will eine gute Nachbarschaft. Das ist mir schon wichtig. Wenn zum Beispiel die Regel ist, dass die Mülltonnen auf der Straße eine Faust breit voneinander entfernt auf der gleichen Höhe stehen, damit der Kran, die besser einpacken kann, dann sorgen wir dafür, dass unsere Tonne so steht. Wir wollen nicht die schwarzen Schafe sein in der Gegend. Aber wir wollen auch nicht um jeden Preis akzeptiert werden. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht. Wir benehmen uns trotzdem. Die Tonne steht trotzdem so, wie sie soll. Wir sind keine Idioten, wir sind zivilisierte Leute.

Woher kommt die Abneigung?

Dort gibt es eben nicht so viele 34-Jährige, die an Hals und Hand tätowiert sind und ein dickes Auto fahren. Das kennen die nicht. Wenn dann noch in der Zeitung Scheiße steht und für sie „finstere Gestalten“, aber das sind meine Freunde, vorbeikommen, das finden die komisch. Das wollen sie in ihrer behüteten Welt nicht.

Suchen Sie dann das Gespräch?

Wir schmeißen eine Geburtstagsparty für den Kleinsten und laden die ganze Kita und die Eltern alle ein. Wer kommen will, der kommt, und dann kommen auch einige. Wir geben alles für eine gute Nachbarschaft. Ich versuche auch für die Nachbarschaft da zu sein, achte auf Umwelt und Umgebung. Ich gehe auch ins Rathaus und frage, ob die was brauchen für die Gegend. Gerade dort, wo wir jetzt leben, kann man das machen. Es ist nicht Berlin, wo alles zu viel ist. Jeder kennt sich. Als wir dort hingezogen sind, hat sich gleich am ersten Tag die Polizei vorgestellt. Das ist ja keine Bedrohung. Es war einfach nett. Die wollten sich vorstellen, das ist doch eine schöne Nachbarschaft, und so habe ich mir das auch gewünscht.

War es Ihnen wichtig, ländlich zu wohnen?

Ja, ich wollte vor allem Ruhe, und die hast du in Berlin nirgends. Auch nicht in den Randbezirken. Die Randbezirke sind in Berlin entweder leer gekauft, oder die Häuser sind zu alt. Wo wir jetzt wohnen, ist es super.

In einem Song rappen Sie, dass Sie noch nicht sterben wollen. Wofür brauchen Sie noch Zeit?

Erst seit drei Jahren, seit ich verheiratet bin, hat sich mein Leben krass geändert. Morgens stehe ich auf und freue mich aufs Leben. Damals habe ich einfach geackert wie eine Maschine. Ich habe alles für meine Karriere getan. Jetzt mittlerweile bin ich angekommen und zur Ruhe gekommen. Ich nehme Dinge nicht mehr so ernst und sehe Sachen nicht mehr so verbissen. Deswegen habe ich keinen Bock zu sterben. Noch vor einer ganzen Weile hätte ich darüber gar keine Gedanken verschwendet. Es wäre mir egal gewesen. Mittlerweile ist mir das so wichtig, was ich zu Hause genießen kann. Deswegen habe ich diese Gedanken.

Im November werden Sie 35 Jahre alt. Früher haben Sie gesagt, dass es mit Mitte 30 Zeit für den Ruhestand wird. Gehen Sie also bald in Rente?

Ich habe das gesagt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man mit 35 Jahren noch Hip-Hop machen kann, weil das was für junge Leute ist. Das finde ich aber mittlerweile scheiße. Es muss einfach auch Hip-Hop-Musik für 35-Jährige gemacht werden. Ich kann verstehen, dass man sich als 35-Jähriger nicht damit befassen will, was ein 20-Jähriger denkt, und dessen Probleme auf einem Album thematisiert. Das fand ich peinlich damals. Da habe ich nicht daran gedacht, dass man als 35-Jähriger auch Musik für Erwachsene und alle macht. Ich glaube, ich habe da langsam eine neue Sparte aufgemacht: Hip-Hop-Musik für jedermann.

Also gibt es keine Grenze für Sie?

Ja. Das glaube ich schon. Aber mit 50… jetzt setze ich schon wieder eine Grenze, ich bin so doof. Nein, ich sage gar nichts mehr. Es gibt keine Grenzen.

Apropos frühere Zeiten. Damals haben viele mit Rap auch Cannabis verbunden…

Ja, früher war es noch viel mehr so. In unserer Zeit war Kiffen so das sechste Element.

Sie haben sich immer für die Legalisierung von Cannabis eingesetzt. Was sagen Sie zur aktuellen Debatte?

Ich bin immer noch für die Legalisierung. Solange Alkohol legal ist, muss Kiffen auch legal sein. Aber Alkohol hat eben einfach eine zu krasse Lobby. Damit wird zu viel Geld verdient. Aber der Umkehrschluss muss eigentlich sein: Du musst alles verbieten, was an Genussmitteln und Drogen da ist. Und Alkohol ist definitiv auch eine Droge. Ich habe tausend mehr Menschen an Alkohol kaputtgehen sehen als an Gras. Die Menschen, die von Gras eine Psychose bekommen haben, kann ich an einer Hand abzählen.

Empfinden Sie Cannabis als ungefährlich?

Ich bin natürlich für einen verantwortungsbewussten Umgang mit allem. Aber ich finde, Gras ist von allem, was man so nehmen kann, bewusstseinserweiternd oder betäubend, das Ungefährlichste. Man darf auch nicht vergessen, dass Cannabis einen medizinischen Aspekt hat. Es hilft Leuten mit Tourette-Syndrom. Ich habe einen guten Freund, der hat Tourette. Er bekommt das Gras aus der Apotheke und kifft. Seit er das tut, hat er das nicht mehr. Es hilft ihm. Alkohol macht nur Gehirnzellen kaputt.

Glauben Sie, dass Sie die Legalisierung noch erleben?

Ja, es dauert nicht mehr lange. Amerika ist ein großes Beispiel für die Welt, und dort wird es immer krasser. Da gibt es mittlerweile Kaugummi-Automaten, wo du Gras, in kleinen Kugeln portioniert, ziehen kannst. Die sind schon viel weiter als wir. Ich glaube, dass die Legalisierung auch viel nimmt. Dann werden Kinder auch nicht mehr so viel Interesse daran haben. Wenn es verboten ist, lockt es natürlich junge Menschen an. Aber sobald es normal und salonfähig ist, wird es nicht mehr interessant sein.

Sie rappen über Arbeitslosigkeit, Kinderarbeit, Fremdenfeindlichkeit. Wie nehmen Sie die aktuelle Flüchtlingssituation wahr?

Hardcore. Ich finde es schlimm. Auch dass darüber so lange diskutiert wird, finde ich schlimm. Rein aus menschlichen Aspekten müsste man schon längst mehr getan haben. Deutschland hat die Möglichkeiten, wir müssen was machen. Das Problem ist auch, dass die Braunen momentan die lauteste Stimme im Land haben. Am lautesten klingt doch durchs Land: Wir haben keinen Bock, dann zünden wir lieber die Heime an. Das ist doch ein Riesenproblem. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass der größte Teil des Landes gar kein Problem damit hat. Nur leider setzt sich der Großteil damit nicht auseinander und lässt es die Politiker entscheiden.

Was sollten Bürger tun?

Wir leben in einer Demokratie. Wenn das Volk genug Druck ausübt und sagt, holt die rein, dann holen die Politiker die Flüchtlinge doch. Natürlich verstehen viele Bürger nicht, warum Flüchtlinge kommen, wenn sie sich damit nicht auseinandersetzen und Nachrichten schauen. Die Flüchtlinge nehmen uns die Arbeit weg, sagen sie. In vielen Deutschen kommt dann so ein dummer Patriotismus auf. Das ist dumm und uninformiert. Wenn die wüssten, welche Leute fliehen, aus welchem Grund und was da los ist, dann muss doch in jedem Menschen so viel Menschlichkeit sein, dass man sagt: Lass uns denen helfen. Das ist doch ein Klacks für uns, zu helfen.

Kommen wir jetzt wieder zu einem leichteren Thema: Können Sie noch ohne Selfie-Wünsche einkaufen gehen?

Bei uns zu Hause hat es sich mittlerweile ein bisschen reduziert. Die Leute wissen, dass ich beim Einkaufen keine Fotos machen möchte und fragen mich nicht mehr. Beim Einkaufen gibt es das nicht. Nein. Ich kaufe hier gerade ein, stehe vor dem Klopapier und suche mir das beste Klopapier aus. Nein, wir machen jetzt kein Foto.

Ist die digitale Welt Fluch oder Segen für Sie?

Es ist ein bisschen Fluch, weil es nicht mehr diesen Zauber hat wie früher, wenn du ein Foto oder Autogramm von jemandem hattest. Es ist alltäglich geworden. Viele Leute haben nicht eine meiner Platten und wollen einfach nur ein Foto mit mir haben, um es bei Facebook zu posten. Das ist wichtig für die Leute. Die wären früher zu Autogramm- und Foto-Zeiten an mir vorbeigegangen.

Würden Sie weiter Ihre Maske tragen, hätten Sie das Problem nicht. Warum haben Sie die Maske abgelegt?

Ich war kurz davor, von der Gesellschaft demaskiert zu werden. Die Leute waren zu neugierig auf mich. Es gab sogar eine Seite, die hieß Sidoohnemaske.de, da konnten Menschen, wenn sie ein Foto von mir ohne Maske hatten, das hochladen. Es gab schon so fünf, sechs Stück, und ich dachte: okay, scheiße. Wir haben die Neugier der Leute zu sehr geschürt, es ist zu groß geworden. Bevor die „Bild“ jetzt ein Foto von mir druckt, mache ich es selbst.

War das eine gute Entscheidung?

Ja, weil ich auch sehr eitel bin. Ich hatte immer ein Problem damit, auf diese Maske reduziert zu werden. Meine Musik ist zu gut dafür. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Leute mich nur feiern, weil ich ein Typ mit einer silbernen Maske bin.

Aber Cro zieht es mit seiner Pandamaske seit Jahren durch…

Er wird sie auch nicht mehr absetzen. Ich habe mal mit ihm gesprochen und gesagt: Der Zeitpunkt wird kommen, wo du die abnehmen willst, weil diese Eitelkeit in dir aufkommt. Aber diese Eitelkeit hat er nicht. Deswegen macht er auch diese Musik. Er sagt ja selbst, es ist nicht seine Lieblingsmusik, die er macht. Aber er weiß, es kommt an bei den Leuten. Auch deswegen hat er diese Maske an. Er will einfach nur dieses Produkt „Cro“ gut machen , und da spielt auch seine Eitelkeit keine Rolle. Bei mir war die Maske ein gutes Marketingtool. Wenn du durch das Fernsehen zappst und dann sitzt da bei MTV so ein Typ mit einer Maske, dann guckst du erst mal. Aber das dahinter wollte ich den Leuten zeigen, weil ich überzeugt davon war und es immer noch bin.

Wo ist die Maske heute?

Die ist eingesperrt. Ich habe inzwischen auch eine neue Maske anfertigen lassen, falls ich sie noch mal brauche. Die alte wollte ich nicht mehr aufsetzen. Die hatte im Inneren schon so grüne Flecken und war einfach durchgetragen. Dann haben wir eine neue gemacht und die auch ein bisschen anders gestaltet. Die alte Maske hat so so traurig geguckt, da gingen die Augen so nach unten. Die neue guckt jetzt ein bisschen aggressiver.


„Super-intelligentes Drogenopfer“ und treu sorgender Familienvater

Sido wird am 30. November 1980 als Paul Würdig in Berlin geboren. Bis zu seinem achten Lebensjahr wächst er mit seiner jüngeren Schwester und seiner alleinerziehenden Mutter im Osten Berlins auf. 1988 reist die Familie nach Westberlin aus. Nach einem kurzen Aufenthalt in Lübeck kehren sie in die Hauptstadt zurück und beziehen eine Wohnung in einer Plattenbausiedlung im Märkischen Viertel. Seit seiner Jugend rappt der gelernte Erzieher auf Deutsch. Sein Talent wird von den Gründern des Labels Aggro Berlin entdeckt und so schafft er es 2003 mit seiner ersten Single „Mein Block“ in die Charts. Zunächst verbirgt Sido, dessen Künstlername für „Super-intelligentes Drogenopfer“ steht, sein Gesicht hinter einer Totenkopfmaske. Diese legt er 2005 beim „Bundesvision Song Contest“ ab. In den vergangenen Jahren hat sich das Image des zweifachen Vaters verändert. Er wird Jurymitglied in verschiedenen Castingshows und spielt in Kinofilmen mit. Seit Dezember 2012 ist er mit der Moderatorin Charlotte Engelhardt verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn kommt im August 2013 zur Welt. Am 4. September ist Sidos sechstes Album „VI“ erschienen.