Selbst Schlangenfänger staunt Pythons liefern sich Schlägerei auf Dachboden

Von Barbara Barkhausen

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Dieses Foto von den vier beteiligten Schlangen postete der Cairns Snake Removal Service auf seiner Facebook-Seite. Screenshot:NOZ/facebook.com.cairnssnakes?fref=nfDieses Foto von den vier beteiligten Schlangen postete der Cairns Snake Removal Service auf seiner Facebook-Seite. Screenshot:NOZ/facebook.com.cairnssnakes?fref=nf

Sydney. Die Bewohner eines Hauses im australischen Cairns bekamen einen gehörigen Schreck, als sie Poltern und Rütteln aus ihrem Dachboden kommen hörten. Dort lieferten sich zwei vier Meter lange Pythonschlangen eine Schlägerei. Zwei kleinere Pythons schauten am Rande zu.

Eine Schlägerei zieht nicht nur bei Menschen Schaulustige an. Auch im Tierreich schaut man gerne zu, wenn andere sich in die Haare kriegen. Diese Erfahrung machte der australische Schlangenfänger David Walton, als er vergangene Woche in ein Haus im Norden von Cairns gerufen wurde.

Als würde das Dach einstürzen

Die Bewohner vermuteten bereits Schlangen als Übeltäter für die lauten Geräusche, die aus ihrem Dachboden kamen. Im tropischen Cairns kommt es schließlich häufiger vor, dass sich Schlangen in Häuser verirren. In diesem Fall staunte aber selbst der Experte, als er den Grund des lauten Spektakels sah.

„Die Bewohner beschrieben den Lärm, als ob das Dach einstürzen würde“, schrieb Walton auf der Facebook-Seite seines Cairns Snake Removal Services. Als er unter das Dach kletterte, sah er schließlich den Grund: „Dort sah ich zwei große Amethystpythons, einer etwa vier Meter lang, der andere etwa viereinhalb Meter, die miteinander rangen.“ Zwei kleinere Schlangen schauten derweil am Rande zu.

Kämpfe zwischen Schlangen kommen während der Trockenzeit immer wieder vor, da die Tiere derzeit brüten. „Männliche Pythons können recht aggressiv miteinander werden, wenn es um Brütrechte geht“, sagte der Schlangenfänger. Bei so einem Kampf verschlingen sich die Schlangen ineinander, stellen sich auf und versuchen, sich gegenseitig zu Boden zu stoßen. Manchmal beißen sich die Tiere dabei auch in den Nacken und schlagen kräftig umher.

Pythons beißen wie Pitbulls zu

Laut des Australian Reptile Parks sind Amethystpythons die größten australischen Schlangen. Sie können bis zu sieben Meter lang werden. Der Amethystpython ist als Würgeschlange zwar nicht giftig, die Schlangen können aber trotzdem kräftig zubeißen und würgen.

Walton rät deswegen davon ab, dass Normalbürger versuchen, die Tiere selbst aus ihren Häusern zu entfernen, wenn sie sich durch Spalten und Öffnungen hineinschwindeln. „Wir raten extrem davon ab, Schlangen jeder Art anzufassen, aufzuheben oder irgendwie handzuhaben.“ Das könnte mit ernsthaften Bissen und je nach Schlange sogar mit dem Tod enden.

Der „Brisbane Times“ sagte der Schlangenfänger, dass die großen Pythons wie ein Pitbull zubeißen und nicht mehr loslassen würden. „Diese Schlangen haben Köpfe so groß wie eine Hand und etwa 160 hakenförmige Zähne.“ Auch wenn sie nicht giftig seien, würden ihre Zähne tiefe Löcher in die Haut reißen. Zudem hätten die Pythons einen Gerinnungshemmer in ihrem Speichel, der dazu führe, dass man mehr blute.

Trick mit Kreditkarte

Laut Walton würden er und seine Kollegen deswegen mit einem Trick arbeiten. „Wir nehmen unsere Kreditkarte“, sagte der Australier. Diese sei nicht dazu da, um der Schlange ein Bestechungsgeld anzubieten, scherzte der Schlangenfänger, sondern um sie im Mund einzuklemmen, und damit die Zähne wieder auseinander drücken zu können.

Schlangen wurden ausgesetzt

Im Falle der vier 12 bis 14 Kilogramm schweren Pythons aus Cairns war dies jedoch nicht nötig. Diese waren so mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkten, wie sich Walton in den Dachboden schlich und sie mit schnellem Handgriff in Säcke verpackte. Alle vier wurden später im Buschland unverletzt wieder ausgesetzt.

Pythons sind in Australien öfter mal gut für spektakuläre Nachrichten: Im März 2014 verschlang eine der Schlangen einen Hund, der mit einer Kette in seinem Hundehaus festgebunden war. Nur noch die Kette schaute letztlich aus dem Python heraus, der sich damit selbst angekettet hatte.

Und 2013 entpuppte sich ein vermeintlicher Einbrecher, der ein Geschäft im Bundesstaat Queensland verwüstet hatte, nach einem Tag polizeilicher Beweissuche und Ermittlungsarbeiten ebenfalls als eine der stattlichen Schlangen.


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