Von Farallon-Inseln zur Golden Gate Ex-Ballerina schwimmt zwischen Haien zum Rekord

Von Barbara Barkhausen

Die neuseeländische Langstreckenschwimmerin Kim Chambers (Mitte) hat es als erste Frau der Welt geschafft, von den Farallon-Inseln bis zur Golden Gate Bridge zu schwimmen. Foto: ScreenshotDie neuseeländische Langstreckenschwimmerin Kim Chambers (Mitte) hat es als erste Frau der Welt geschafft, von den Farallon-Inseln bis zur Golden Gate Bridge zu schwimmen. Foto: Screenshot

Sydney. Zwischen den Farallon-Inseln vor San Francisco bis zur Golden Gate Bridge sind zahlreiche Haie im Wasser. Die neuseeländische Langstreckenschwimmerin Kim Chambers hat es als erste Frau der Welt geschafft, diese Strecke schwimmend zu bewältigen.

Kurz vor Mitternacht am Freitag war die 38-jährige Neuseeländerin vor den Farallon-Inseln vor der Küste San Franciscos ins dunkle Wasser gesprungen. Von den zerklüfteten vulkanischen Inseln sind es knapp 50 Kilometer bis nach San Francisco. Kim Chambers ist die erste Frau, die die gefährliche Strecke durch haiverseuchtes Gebiet zurückgelegt hat. Nur vier Männer haben es bisher vor ihr geschafft.

Die Angst schwamm mit

Insgesamt brauchte die Neuseeländerin, die nur mit Badeanzug bekleidet schwamm, 17 Stunden und 12 Minuten. In einem Interview mit dem „Guardian“ beschrieb Chambers die Strecke als eine der schwierigsten und gefährlichsten „Ocean Swims“ der Welt. In der Region brüten unzählige Weiße Haie. Bis zu sechs Meter große Exemplare der Raubfische leben in den Gewässern. Amerikanische Tourismusanbieter veranstalten hier Tauchtouren im Käfig zur Beobachtung von Weißen Haien. Erst im Juli hatte ein Schwimmer die Strecke abgebrochen, nachdem sein Unterstützerteam einen Vier-Meter-Hai gesichtet hatte.

Zweifel besiegt

Auch Chambers gab zu, dass die Aktion die „Grenzen der Sicherheit fast überschritten“ habe, wie sie dem Guardian sagte. „Man spielt wirklich mit der Wildnis und den Meereselementen.“ Und die Weißen Haie machten die Gegend furchterregend. „Ich liebe das Wasser. Aber es ist unheimlich, sich im Dunklen hineingleiten zu lassen mit all den Haien.“ Bis zum Ende zweifelte sie daran, es wirklich schaffen zu können. Erst als sie die Golden Gate Bridge gesehen habe, seien ihr die Tränen in die Augen gestiegen.

Verdorbener Magen

Erschwert wurde der Schwimm-Marathon dadurch, dass die Schwimmerin am Vortag wohl etwas Falsches gegessen hatte und keine Nahrung bei sich behalten konnte. Nach den 17 Stunden im Wasser wurde sie dann auch zunächst wegen Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert, wie ihr Pressevertreter über Twitter mitteilte.

Erfolgreiche Schwimmerin

Die Strecke zwischen den Farallon-Inseln bis nach San Francisco ist nicht Chambers erster Erfolg. Sie hat auch als einer der wenigen Menschen die sogenannte Oceans Seven-Herausforderung bewältigt. Unter anderem ist sie durch die Cookstraße, den Ärmelkanal oder die Straße von Gibraltar geschwommen.

Die Geschichte der Neuseeländerin ist aber vor allem auch deswegen so beeindruckend, weil die 38-jährige, einstige Ballerina erst seit 2009 so exzessiv schwimmt. Damals hatte sie sich eine lebensbedrohliche Verletzung am Bein zugezogen. Die Mediziner konnten ihr Bein zwar in letzter Sekunde vor der Amputation retten, doch sie gaben ihr nur eine einprozentige Chance, je wieder ohne Hilfe gehen zu können.

Erfoglreiche Schwimmerinnen

Chambers ist allerdings nicht die einzige herausragende Langstreckenschwimmerin der Welt. Vor genau 89 Jahren schwamm die damals erst 19-jährige Amerikanerin Gertrude Ederle, die Tochter deutscher Auswanderer, als erste Frau durch den Ärmelkanal. Und 2013 durchquerte Diana Nyad als erster Mensch die Meerenge zwischen Kuba und Florida. Wie Chambers heute, schwamm die damals bereits 64-jährige Amerikanerin ohne Käfig durch eine Region, die für ihr hohes Haivorkommen bekannt ist.