Gothic-Festival M’era Luna 2015 Schwarzer Spuk in Hildesheim

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Spitze Hörner, rote Augen, schwarzer Lack – und dazu ein nettes Lächeln: Die Gäste des M‘era-Luna-Festivals in Hildesheim lieben den fröhlich-finsteren Auftritt. Am Wochenende kommen auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt wieder 25.000 Anhänger der Gothic-Szene zum Musikfestival M’era Luna zusammen. Foto: klwSpitze Hörner, rote Augen, schwarzer Lack – und dazu ein nettes Lächeln: Die Gäste des M‘era-Luna-Festivals in Hildesheim lieben den fröhlich-finsteren Auftritt. Am Wochenende kommen auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt wieder 25.000 Anhänger der Gothic-Szene zum Musikfestival M’era Luna zusammen. Foto: klw

Osnabrück. Ab Freitagabend geht es in Hildesheim wieder düster zu: Rund 25.000 Anhänger der schwarzen Szene treffen sich zum weltgrößten Gothic-Festival, dem M‘era Luna.

Ja, es spielen selbstverständlich auch Bands auf dem M‘era Luna, dem weltgrößten Gothic-Treffen, das Jahr für Jahr im sonst so beschaulichen Hildesheim stattfindet. Von den finnischen Symphonic-Metal-Helden Nightwish über die Berliner Synth-Pop-Combo namens Blutengel über die Kammer-Core-Steampunks Coppelius bis zu den wüsten, belgischen Industrial-Krachern Suicide Commando spannt sich der musikalische Bogen. Insgesamt 43 Bands treten auf zwei Bühnen auf, dazu gibt es Lesungen, eine Gothic-Modenschau, ein großes Mittelalterdorf, Feuershows und reichlich Verkaufsstände, an denen das Schwarzvolk neue Kleidung, Schmuck, CDs oder düstere Accessoires erstehen kann. Doch wenn 25.000 Anhänger der sogenannten schwarzen Szene zusammenkommen, ist eines auch klar: Die Stars sind hier nicht nur auf, sondern vor allem vor den Bühnen.

Das war auch schon im vergangenen Jahr so – hier eine Bildergalerie vom M‘era Luna 2014.

Ohne Haarspray geht es nicht

Stunden, bevor sich die ersten Festivalgäste zum Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt aufmachen, kann man es überall in Hildesheim hören, das leiste „Psssssssssssssst“ der Haarspray-Dosen. Denn wer zu kunstvollen Türmen, Tellerminen, Irokesenkämmen oder Vogelnestern toupiertes Haupthaar tragen möchte, kommt ohne Haarspray nicht aus.

Auch die Kleidung ist nicht ohne: Überall prangen Reißverschlüsse, Nieten, Ringe, Bänder, Ketten und sonstiger eigentlich überflüssiger Klimbim – das meiste davon ist schwierig bis umständlich anzuziehen. Der Sinn solcher Kleidung ist den Stinos (Abkürzung für „Stink Normale“ - so nennen Gothics solche, die nicht der Szene angehören) kaum zu vermitteln.

Für einen tollen, szenetypischen Auftritt ist den Goths auf jeden Fall nichts zu seltsam und nichts zu knifflig. So ist es eine Kunst für sich, etwa einen Reifrock anzulegen oder ein Korsett mit Stahlstäben so zu schnüren, dass die Trägerin (oder auch der Träger, je nach Gusto) nicht sofort in Atemnot gerät. Viele Kleidungsstücke und Accessoires sind selbst genäht oder gebastelt, von der Stange ist hier wenig.

Also heißt es: Früh aufstehen und loslegen mit schminken und anziehen. Irgendwann sind dann die mühevoll zerrissenen Strumpfhosen perfekt drapiert, all die Ketten und Ringe mit Kreuzen, Spinnen oder Totenköpfen angelegt, die weißen, schwarzen oder gar roten Kontaktlinsen eingesetzt und die künstlichen Vampirzähne platziert –und dann geht es los, das große Familientreffen der schwarzen Szene.

Alles, nur keinen Regen!

Das Schlimmste, was einem voll aufgerüschten Grufti passieren kann, ist mieses Wetter. Und damit ist nicht gleißende Sonne gemeint, sondern Regen und Wind. Denn auch wenn so einige der Festivalbesucher aussehen, als würden sie im Sarg schlafen, zerfällt hier niemand in der Sonne zu staub. Doch all das schaurig-schöne Styling ist hin, wenn ein Regenschauer kommt. So hoffen die meisten Besucher also darauf, dass es trocken bleibt.

Nur Freitagnacht wird es nass

Bisher sieht es gut aus, laut aktueller Wettervorhersage soll es nur in der Nacht von Freitag auf Samstag in Hildesheim leicht regnen. Puh. Dann ist die Frisur ja gerettet. Und das Festival wohl auch.

Am Montag ist der schwarze Spuk in Hildesheim dann vorbei – und die allermeisten Gothics verabreden sich schon fürs nächste Jahr. Denn dann steigt in Hildesheim das M‘era Luna 2016.


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