Vom Wohnzimmer in den Tierpark Löwe Malor aus dem Eifel-Zoo lernt seine Mutter kennen

Von dpa


Lünebach. Löwe Malor wird erwachsen: Seit fast fünf Monaten lebt er bei einer Tierpflegerin zu Hause in der Eifel. Doch die Zeit im Wohnzimmer ist bald vorbei. Demnächst soll er seine Löwenmutter kennenlernen, die ihn nach der Geburt verstoßen hatte.

„Er ist im besten Flegelalter“, sagt Isabell Wallpott. Die Leiterin des Eifel-Zoos in Lünebach kümmert sich um den Löwen, seit dieser nach seiner Geburt am 9. Februar von seiner Mutter Lira verstoßen worden war. Mit seinen rund fünf Monaten und gut 22 Kilos entwickele er sich „vom niedlichen kleinen Löwenbaby zur Raubkatze“. „Man sieht es und man merkt es“, sagt Wallpott. Neben ein paar Milchfläschchen verputze er inzwischen etwa 1,5 Kilo Fleisch am Tag.

Nur ein paar Kratzer

„Er hat seinen eigenen Kopf“, sagt Wallpott, in dessen Wohnzimmer Malor immer noch zu Hause ist. Er teste regelmäßig aus, wie weit er gehen könne: Außer ein paar Kratzern habe sie aber noch nichts abbekommen. Doch Malors Wochen ausschließlich im Hause Wallpott sind gezählt. Im Spätsommer soll der Löwe nach und nach an seine leibliche Mutter gewöhnt werden.

Zwei Zuhause

Der Löwenjunge werde zunächst täglich für ein paar Stunden in ein Gehege im Eifel-Zoo kommen, das an das seiner Mutter angrenzt. Durch ein Gitterschieber könnten sich Mutter und Sohn dann beschnuppern und kennenlernen. Den Rest der Zeit verbringe Malor weiter im Haus der Zoochefin. „Bis Oktober muss er abgenabelt sein“, sagt Wallpott. Wenn alles nach Plan verläuft, soll Malor dann Ende des Jahres mit Löwin Lira in einem Gehege vereint sein.

Gefragtes Überraschungskind

Wallpott nimmt Malor schon länger mit in der Zoo zu kurzen Auftritten für die Besucher. Tausende seien bereits gekommen, um den kleinen Löwen zu bestaunen, sagt die 34-Jährige.

Malor war im Zoo ein Überraschungskind gewesen. Niemand hatte gewusst, dass Löwin Lira trächtig war. Tierpfleger hatten das stark geschwächte Tier regungslos im Gehege entdeckt. Sie nahmen es heraus, weil sich die Mutter nicht darum kümmerte. Im Eifel-Zoo in Lünebach leben rund 450 Tiere auf 30 Hektar.


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