Übungen im Flugzeug Welt-Yoga-Tag: Millionen Menschen machen mit

Von dpa


Neu Delhi. Millionen Menschen haben sich am ersten Welt-Yoga-Tag am Sonntag beteiligt. Indische Regierungsvertreter hatten die Menschen dazu aufgefordert – und die folgten dem Ruf.

Australien: Die Yoga-Anhänger in Down Under waren die ersten, die die Sonne begrüßten – unter ihnen auch eine 88-Jährige in Melbourne. Australiens Premierminister Tony Abbott lobte seinen indischen Amtskollegen dafür, dass Indien die „kostbare und historische Disziplin“ mit der Welt teile.

Über den Wolken: Die indische Airline Spice Jet motivierte ihre Passagiere, im Flugzeug in mehr als 10000 Meter Höhe Yoga-Übungen zu machen. Da der Platz an Bord limitiert ist, beschränkten sich die Stewardessen darauf, Atemübungen, Kopfwackler und einfache Handbewegungen vorzuführen.

USA: In New York sollten 30000 Yoga-Liebhaber zum Times Square strömen. Im Hauptquartier der Vereinten Nationen wollte Indiens Außenministerin Sushma Swaraj UN-Generalsekretär Ban Ki-moon treffen. Dieser hatte bei seinem jüngsten Indien-Besuch schon einmal die Baum-Pose eingenommen. „Ich brauchte einen Moment, um mein Gleichgewicht zu finden, aber als ich es hatte, schätze ich die einfache Zufriedenheit, die Yoga bringen kann“, erklärte er. (Weiterlesen: Yoga und Pilates helfen gegen Stress)

Äthiopien: In Addis Abeba werden seit ein paar Jahren zunehmend Yoga-Kurse angeboten, die vor allem von den zahlreichen Ausländern genutzt werden. Die indische Botschaft lud zum Yoga-Event ins Hilton-Hotel. Bei den größtenteils tief religiösen, christlich-orthodoxen Äthiopiern ist Yoga noch eher unbekannt.

Belgien: In Brüssel kamen erfahrene Yogis mit Neulingen zu gemeinsamen Freiluftübungen in den Park Bois de la Cambre. Dabei gab es T-Shirts mit Schlumpf in Meditationspose. Der Erlös soll in die Krebsforschung fließen. In der Hafenstadt Antwerpen versprachen die Organisatoren allen Teilnehmern eine kostenlose Yoga-Matte.

Frankreich: Yoga-Anhänger breiteten ihre Matten direkt unter dem Eiffelturm in Paris aus. Andere vollführten ihre Übungen auf einem der Touristenboote auf der Seine, während sie unter wolkenverhangenem Himmel beispielsweise an der Kathedrale von Notre-Dame vorbeifuhren. Bei einer Großveranstaltung im Parc de la Villette trafen sich sogar mehrere Tausend Yoga-Freunde.

Italien: In Rom trafen Yoga und Kunst aufeinander. Die Yogis praktizieren gratis im Museum für Zeitgenössische Kunst. Die Posen dürften dabei im Einklang mit dem futuristischen Gebäude gewesen sein, das Stararchitektin Zaha Hadid entworfen hat.

Bulgarien: Yoga-Literatur und Praktiken haben in dem Balkanland eine lange Tradition, die bis 1919 zurückreicht. Yoga-Clubs hatte es auch während des Kommunismus gegeben – in Bulgarien wurde Yoga erstmals im damaligen Ostblock offiziell als Sportart anerkannt. Zum Welt-Yoga-Tag wurde unter anderem in den Nationalen Kulturpalast der Hauptstadt Sofia geladen.

Indien: 900000 indische Sicherheitskräfte legten die Waffen beiseite. „Der Yoga-Tag sendet eine Botschaft von Frieden und Harmonie in die Welt“, sagte Kompaniechef Raviraj Singh Sangar in Neu Delhi. Mit dabei waren Soldaten, die auf dem Siachen-Gletscher stationiert sind, und Marinesoldaten, die auf den Decks ihrer Schiffe Yoga-Positionen einnahmen. Auch 1,1 Millionen Kadetten, Schulkinder und Gefängnisinsassen machten mit.


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