In Essen und bei Koblenz Neue Friedhöfe: Gemeinsames Grab für Mensch und Tier

Von dpa

Ein Mustergrabstein mit einer stilisierten Hand und einer Pfote ist in Braubach-Dachsenhausen (Rheinland-Pfalz) zu sehen. In der letzten Ruhe können Tierbesitzer mit ihren vierbeinigen Begleitern künftig vereint sein. Foto: dpaEin Mustergrabstein mit einer stilisierten Hand und einer Pfote ist in Braubach-Dachsenhausen (Rheinland-Pfalz) zu sehen. In der letzten Ruhe können Tierbesitzer mit ihren vierbeinigen Begleitern künftig vereint sein. Foto: dpa

Braubach/Essen. Was passiert mit Hund oder Katze nach dem eigenen Tod? Auf zwei Friedhöfen in Essen und in Braubach bei Koblenz können sich in Kürze Menschen gemeinsam mit ihrem Haustier bestatten lassen.

Besitzer von Haustieren können mit ihren tierischen Freunden künftig gemeinsam die letzte Ruhe finden. Zwei spezielle Friedhöfe eröffnen dazu in Braubach bei Koblenz (9. Juni) und in Essen (10. Juni). Erstmals sei damit in Deutschland die Beisetzung von Mensch und Tier in gemeinsamen Urnengräbern möglich, teilt das Familienunternehmen Deutsche Friedhofsgesellschaft mit. (Weiterlesen: Lokale Tierthemen im NOZ-Haustierportal)

Viel Zuspruch

Das Angebot finde viel Zuspruch, sagt Firmenvertreterin Judith Könsgen. „Die Rolle des Haustieres in der Gesellschaft hat sich verändert.“ Die neue Friedhofsform mit dem Namen „Unser Hafen“ sei auch eine Reaktion auf große Nachfrage.

Für die Trauerfeier soll es allerdings verschiedene Orte geben. Auch die Einäscherung erfolgt getrennt in Human- und Tierkrematorien, so schreibt es das Gesetz vor.

Wie die gemeinsame Bestattung rechtlich genau möglich sein soll, das ist Michael Albrecht vom Verband der Friedhofsverwalter unklar. Wegen möglicher Konkurrenz schweigt die Friedhofsgesellschaft dazu. Das Angebot zeigt laut Albrecht aber die Dynamik, die aktuell das Bestattungswesen präge. „Vor 15 Jahren ungefähr hat eine Liberalisierungswelle eingesetzt“, sagt er. In manchen Ländern habe es erste Vorstöße gegeben, den Friedhofszwang aufzulockern. (Weiterlesen: Beiträge im NOZ-Portal „Tierhimmel“)

Auf dem Tierfriedhof und in der Urne auf dem Kaminsims können Tiere bislang die letzte Ruhe finden, berichtet Gert Buttgereit vom Bundesverband der Tierbestatter. Auch im heimischen Garten dürfe ein Heimtier nach bestimmten Vorgaben prinzipiell begraben werden – egal ob Wellensittich oder Dogge.