Erneut für Echo nominiert Frei.Wild: Plagiatsklage von Neonazi-Band abgewiesen

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Freiwild-Sänger Philipp Burger bei einem Konzert 2011 in Dresden. Foto: ImagoFreiwild-Sänger Philipp Burger bei einem Konzert 2011 in Dresden. Foto: Imago

Osnabrück. Das Landgericht Hamburg hat die Klage eines Neonazis aus dem Emsland gegen die auch 2015 für den Echo nominierte Südtiroler Band „Frei.Wild“ abgewiesen. Der Lingener hatte den Italienern vorgeworfen, bei einem Lied seiner rechtsextremen Gruppe Stahlgewitter ein Gitarrenriff abgekupfert zu haben.

Eine Sprecherin des Hamburger Gerichts bestätigte unserer Redaktion jetzt, dass die Klage keinen Erfolg hatte. Weit über ein Jahr hatte sich das Verfahren hingezogen. Im Mittelpunkt stand dabei das Lied „Schenkt uns Dummheit, kein Niveau“, das Frei.Wild 2010 veröffentlicht hatte. Dabei sollen sie sich beim Stahlgewitter-Stück „Auftrag Deutsches Reich“ aus dem Jahr 2006 bedient haben, bemängelte der Kläger aus Lingen.

Unterlassungsklage gescheitert

Das Landgericht teilte diese Auffassung offenkundig nicht und wies die Klage ab. Zu den genauen Hintergründen konnte die Sprecherin am Freitag zunächst keine Angaben machen. Jedenfalls dürfen die Südtiroler das strittige Lied vorerst weiter spielen und müssen die Gema-Einnahmen nicht mit dem Emsländer teilen.

Wieder für Echo nominiert

Die umstrittene Band Frei.Wild, der eine gewisse Rechtslastigkeit nachgesagt wird, hatte bei Bekanntwerden der Klage mitgeteilt, die Neonazi-Band aus dem Emsland nicht zu kennen. Für Aufsehen hatten in den vergangenen Jahren stets Nominierungen der Südtiroler um Sänger Philipp Burger für den Musikpreis „Echo“ gesorgt. 2013 zogen die Macher nach Protesten die Nominierung für Freiwild zurück. Ein Jahr später sagte die Band von sich aus die Teilnahme ab.

In diesem Jahre ist Freiwild laut Echo-Homepage erneut nominiert, dieses Mal in der Kategorie „Musik-DVD/Blu-Ray national“. Sie treten hier gegen die ebenso umstrittene Band „Böhse Onkelz“ sowie die „Toten Hosen“ , Andrea Berg und Helene Fischer an.

Weitere Hintergründe zu Stahlgewitter lesen Sie auf noz.de.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN