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Bullshit-Bingo zu Pegida Sarkastisches Spiel „Asylanten und Flüchtlinge Bullshit-Bingo“

Pegida sei Dank: In den sozialen Netzwerken kursiert derzeit vermehrt das sarkastische Spiel „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“. Macht die Liebe zum Schweinefleisch einen zum Nazi? Das fragt ein Demonstrant bei der Bärgida, dem Berliner Ableger der Pergida. Damit hätte sie es auch in das „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“ schaffen können. Foto: ImagoPegida sei Dank: In den sozialen Netzwerken kursiert derzeit vermehrt das sarkastische Spiel „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“. Macht die Liebe zum Schweinefleisch einen zum Nazi? Das fragt ein Demonstrant bei der Bärgida, dem Berliner Ableger der Pergida. Damit hätte sie es auch in das „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“ schaffen können. Foto: Imago

Osnabrück. In den sozialen Netzwerken kursiert derzeit vermehrt das sarkastische Spiel „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“ mit 25 Stammtischparolen rund um Migranten. Die meisten Sprüche gibt es derzeit jeden Montag auf Pegida-Demos zu hören – dort leider ernst gemeint.

„Wie viele sollen denn noch kommen? Sind ja bald mehr als wir“, „Die leben auf unsere Kosten und schaffen das Geld in ihr Heimatland“, „Die bekommen mehr Sozialhilfe als ein Deutscher“, „Wer keine Meinung abseits des Mainstreams ertragen kann, kann mir gestohlen bleiben“ – was klingt wie ein Best-of-Pegida-Parolen ist tatsächlich Teil des Spiels „Asylanten & Flüchtlinge Bullshit-Bingo“ von Lorenz Meyer, Betreiber der Webseite Sheng Fui . Meyer hatte die „Flüchtlings-Edition“ bereits im September 2014 veröffentlicht – also rund einen Monat vor der ersten Pegida-Demonstration in Dresden. Doch gerade auf deren Montagsdemos können Spieler schnell mehrere Runden des „Bullshit-Bingos“ spielen. Das zeigt auch: Wirklich neu und gehaltvoll sind viele Aussagen der Pegida-Unterstützer nicht. „Stumpfe Ablehnung gegen Flüchtlinge, vor allem durch die zu kurz gekommenen oder durchs Raster unseres Sozialstaats gefallenen, ist nichts Neues. Dass diese Thematik durch die Pegida-Bewegung eine derartige Aktualität und Brisanz bekommen würde, ist jedoch erschütternd“, sagte Lorenz Meyer unserer Redaktion. Ende 2014 hat er zusätzlich ein eigene Pegida-Ausgabe veröffentlicht. „Bullshit-Ausgaben wie die zu den Themen Asyl- und Flüchtlinge und Pegida sind für mich Frustbewältigung und Notwehr gegen Ignoranz und Fremdenfeindlichkeit. Leider bietet das Netz derartigen Bewegungen viel Raum und Möglichkeiten, sich zu organisieren und sich in hunderttausenden von Kommentaren und Beiträgen selbst zu bestärken“, sagte Meyer.

Das „Bullshit-Bingo“ ist auch auf Twitter ein Dauerrenner. Unter dem Hashtag „#BullshitBingo“ werden regelmäßig leere Satzhülsen gesendet. Das soll deren Nutzer entlarven und den Unterschied zwischen Floskeln und Argumenten kenntlich machen.

Bis einer „Bullshit“ ruft

Lorenz Meyer hat in anderen Varianten des Spiels bereits gängige Floskeln zu Homophobie , Wohnungsmaklern oder Arbeitslosigkeit gesammelt. Die Spielregeln sind einfach: Den Spielbogen zu passenden Gesprächen mitnehmen und die gehörten Phrasen streichen. Sobald ein Spieler fünf Phrasen in einer Reihe, Spalte oder Diagonalen gestrichen hat, ruft er „Bullshit“. Laut Anleitung ist bei der „Asylanten und Flüchtlinge“ Version aber auch „Ochsenscheiße“ möglich – falls die diskutierenden Personen kein Englisch verstehen.


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