Vermisster Airbus der Air Asia Zehnköpfige Familie verpasst Unglücksflug QZ8501

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Sydney. Noch immer suchen Rettungsmannschaften nach der seit Sonntag vermissten Maschine der malaysischen Billigfluglinie AirAsia, die auf dem Weg von Indonesien nach Singapur verschwand. Eine zehnköpfige Familie gehört zu den 23 Glücklichen, die den Unglücksflug verpassten.

Von Barbara Barkhausen

Ein Bild kann Ari, der wie viele Indonesier nur einen Namen hat, nicht aus seinem Kopf bekommen: „Ich muss immer an die Leute denken, die gerade noch zum letzten Boarding-Aufruf liefen.“ Als Ari das Paar am frühen Sonntagmorgen sah, dachte er noch, sie seien die Glücklichen, die den Flug QZ8501 gerade noch erwischten. Er selbst kam dagegen um einige kritische Minuten zu spät, nachdem der Flug zwei Stunden früher als geplant, um 5.35 Uhr lokaler Zeit, vom indonesischen Flughafen Surabaya abhob.

Familie freute sich auf Urlaub in Singapur

Ari und seine Familie hatten die E-Mails und Anrufe von Air Asia, die über den um zwei Stunden verschobenen Abflug informieren sollten, irgendwie übersehen, wie er und seine Familie dem australischen Medienunternehmen Fairfax Media berichteten. Ari und seine Frau Christianawati hatten sich zusammen mit ihren Verwandten – insgesamt waren sie eine zehnköpfige Gruppe – auf den langersehnten Urlaub in Singapur gefreut.

Die fünf Kinder wollten die neuen Fahrgeräte in den Universal Studios ausprobieren. Für einige unter ihnen sollte es der erste Urlaub ihres Lebens werden – für Christianawatis und Aris sieben Monate alten Jungen und für das elf Monate alte Baby von Christianawatis Bruder.

Flug um wenige Minuten verpasst

Die zehn Familienmitglieder waren gut organisiert, sie reisten mit zwei Autos mehr als zwei Stunden vor Boarding Time an – doch dadurch, dass der Flug um zwei Stunden vorgezogen worden war, waren sie letztendlich doch ziemlich spät dran. Trotzdem hätten Ari und die Familienmitglieder, die im ersten Auto saßen, es gerade noch so schaffen können. Doch er wollte auf das zweite Auto warten, in dem der Rest seiner Familie saß und das sich im morgendlichen Verkehr ein wenig verspätet hatte. Als die restlichen Familienmitglieder schließlich eintrafen, trennten nur wenige Minuten die Familie von dem Unglücksflug.

Während die Familie noch mit dem Bodenpersonal über einen späteren Flug verhandelte und am Flughafen in Surabaya wartete, geriet der Air-Asia-Flieger in eine Schlechtwetterzone , fragte bei der Flugüberwachung um eine Kursabweichung und eine Änderung der Flughöhe an und verschwand kurze Zeit später völlig vom Radarschirm. An Bord waren trotz der 23 fehlenden Passagiere, die den Flug entweder verpasst oder abgesagt hatten, letztendlich noch immer 162 Menschen, darunter 16 Kinder und ein Baby sowie sieben Crewmitglieder. 155 der Vermissten stammen aus Indonesien, weitere drei kommen aus Korea sowie jeweils einer aus Singapur, Malaysia, Großbritannien und Frankreich.

Hoffen auf ein Wunder

Um 9 Uhr morgens – fast dreieinhalb Stunden, nachdem der Flieger abgehoben hatte und bereits in Singapur gelandet sein sollte – kam schließlich ein Angestellter des indonesischen Flughafens auf Christianawati und Ari zu, die nach wie vor mit ihrer Familie am Flughafen warteten. „Dies muss das beste Weihnachtsgeschenk sein, das Ihre Familie je erhalten hat“, soll er laut Christianawati gesagt haben. „Der Flug, auf dem sie hätten sein sollen, ist abgestürzt.“ Obwohl letzteres nach wie vor nicht bestätigt ist, war der Schrecken, den die gesamte Familie verspürte, greifbar. „Wir fühlten uns komplett schlaff“, beschrieb Christianawati Fairfax Media ihren Schockzustand. „Es war, als hätten wir unsere Seele verloren.“

Ari dagegen kann das Bild der letzten Passagiere, die er noch sah, nicht aus seinem Kopf kriegen. „Ich hoffe, sie finden sie“, sagte er über die noch laufende Suche der Rettungsmannschaften. Das was seiner Familie passiert sei, sei ein Wunder und er glaube, dass Gott das gleiche Wunder auch den Familien zuteil werden lasse, die im Moment noch auf ihre Familienmitglieder und Freunde warten.


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