150. Geburtstag Maler Henri de Toulouse-Lautrec bekommt ein Doodle

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dpa/red Osnabrück. Mit einem Doodle ehrt Google den französischen Maler Henri de Toulouse-Lautrec. Er wäre an diesem Montag 150. Jahre alt geworden. Seine Eltern waren Cousin und Cousine, sein bevorzugtes Suget das Rotlichtmilieu seiner Zeit...

Henri de Toulouse-Lautrec stammte aus einem der ältesten und reichsten Adelshäuser Frankreichs. Um den Besitzstand zu wahren, deren Ahnenstamm bis auf Karl den Großen zurückgeht, heiratete man innerhalb der Familie. Seine Eltern waren Cousin und Cousine. Toulouse-Lautrec litt nach heutigen Erkenntnissen an einem Knochenleiden, das sein Wachstum behinderte. Er wurde nur knapp über 1,50 Meter groß. Mit der von den Eltern gewünschten militärischen Karriere war es somit vorbei. Statt zu reiten, begann er mit dem Malen.

Mit Gehstock und auf spindeldürren Beinen ging er als junger Erwachsener nach Paris. Vor allem im legendären Tanzpalast Moulin Rouge am Boulevard de Clichy war Toulouse-Lautrec zuhause. Er zeichnete die Tänzerinnen vorzugsweise beim wilden Cancan. Zu seinen Lieblingsfrauen gehörten Jane Avril, die ihre Beine wie «Orchideen im Delirium» bewegt haben soll, oder die derbe «La Goulue», die deshalb die Gefräßige genannt wurde, weil sie die Angewohnheit hatte, die Gläser der Gäste leer zu trinken.

Vornehme Herren, die in Cabarets in Gesellschaft von Huren an Tischen mit Champagnergläsern saßen. Frauen, die sich breitbeinig ausruhen oder vor dem Spiegel kämmen: Kein anderer wagte einen so tiefen Einblick in das Rotlichtmilieu seiner Zeit. Doch seine Bilder waren mehr als nur ein Blick in die Bordelle und die republikanische Dekadenz. Sie trugen zur Anerkennung des Plakats als Kunstform bei. Dabei sei nur an das weltberühmte Plakat des Chansonniers und Satirikers Aristide Bruant mit Gehstock und schwungvoll gewundenem roten Schal zu denken.


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