Drei Tote in Haaksbergen Wie konnte das passieren? Truck rast in Menschenmenge

Von Helmut Hetzel


Den Haag. Der Unfall mit einem Monster-Truck im niederländischen Haaksbergen hat bisher drei Todesopfer gefordert. Ein Fahrzeug war ins Publikum gerast. Fünf Menschen befinden sich noch im kritischen Zustand. Wie konnte das passieren?

,,Ich habe ein Kind sterben sehen. Die Familie stand um das Kind herum. Sie konnten dem kleinen Jungen nicht mehr helfen,‘‘ berichtet ein Augenzeuge von dem Monster-Truck-Unglück in den Niederlanden. Es ereignete sich am Sonntagmittag auf einer Autoshow in der Gemeinde Haaksbergen bei Enschede. Der Monster-Truck sollte während einer Autoshow über sechs Autowracks fahren und sie platt machen. Doch als er die Autos geplättet hatte, raste der Truck weiter direkt in die Menschenmenge, die rund herum auf dem Gelände stand, um sich die Show anzusehen. Drei Menschen starben nachdem sie der Truck mit seinen 1,6 Meter hohen Reifen überrollt hatte.

Fünf Menschen wurden schwer verletzt. Ärzte kämpfen noch um ihr Leben. 18 weitere Verletzte werden wahrscheinlich überleben.

Wie konnte das nur passieren? Das ist die Frage, die man sich jetzt überall stellt. Eine schlüssige Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. Nur viele Spekulationen: Die Bremsen könnten versagt haben. Das Gaspedal könnte geklemmt haben. Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Er sitzt inzwischen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung in U-Haft.

Zu sehen ist auf Videobildern jedenfalls wie der Monster-Truck, nachdem er die Autowracks überfahren hatte, in eine Schieflage gerät. Der Truck hätte eine scharfe Kurve nach links machen müssen, fuhr aber geradeaus weiter direkt in die Menschenmenge. Ein Augenzeuge: ,,Der Monster-Truck fuhr mit voller Geschwindigkeit in die Menschenmenge. Ich dachte, warum bremst der nicht. Dann überall Schreie und viel Blut. Es war schrecklich, einfach schrecklich.‘‘ Eine Mutter berichtet im niederländischen TV-Journal NOS: ,,Ich sah den Monster-Truck auf uns zukommen, riss meinen Sohn an mich und rannte. Er ist etwa einen Meter von uns entfernt an uns vorbei gerast. Es hätte meinen Sohn erwischt, wenn ich ihn nicht gerade noch um diesen Meter zur Seite hätte ziehen können.‘‘

Unter den Opfern sind viele Kinder. Denn die Kinder standen in den vordersten Reihen, um das Spektakel gut verfolgen zu können.

Wurden alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten? Der Organisator der Autoshow, Geerlof Kanis, meint: ,,Ja. Wir haben ein professionelles Team eingestellt, das die Show ausführen sollte.‘‘ Auch Bürgermeister Gerritsen von Haaksbergen behauptet, es sei eine Genehmigung für diese Autoshow mit dem Monster-Truck ordnungsgemäß erteilt worden. Doch die Monster Truck Racing Association (MTRA) erklärte: ,,Die internationalen Sicherheitsvorschriften sind nicht eingehalten worden.‘‘

Augenzeuge Jos Leferink berichtet: ,,Ich habe noch zu den neben mir stehenden Freunden gesagt: ,,Das geht eigentlich gar nicht so einen Monster-Truck auf so einem kleinen Gelände fahren zu lassen, mit so vielen Menschen drum herum.‘‘

Das Gelände, auf dem der Monster-Truck die sechs Autowracks plättete, war nur 60 Meter lang und nur 35 Meter breit. An manchen Stellen waren es nur 20 Meter Breite. Das Monster-Fahrzeug misst sechs Meter in der Länge und 3,50 Meter in der Breite, hat ein Gewicht von 4,5 Tonnen und Riesenreifen, die 1,60 Meter hoch sind. Mit seinen 1500 PS kann der Truck eine Geschwindigkeit von 120 km/h erreichen.