zuletzt aktualisiert vor

Dutzende Menschen verletzt Drei Tote: Monster-Truck fährt bei Autoshow ins Publikum

Von dpa


Enschede. Der verheerende Unfall mit einem Monster-Truck im niederländischen Haaksbergen hat ein drittes Todesopfer gefordert. Das Fahrzeug war aus bislang ungeklärten Gründen ins Publikum gerast. 16 Menschen wurden verletzt, fünf liegen noch in kritischem Zustand in den Krankenhäusern.

Eines der Todesopfer sei ein Kind, sagte der Bürgermeister des Ortes bei Enschede, Hans Gerritsen, dem niederländischen Fernsehen. Bis Montagmorgen war von zwei Toten gesprochen worden. Fünf Menschen lägen noch in kritischem Zustand in den Krankenhäusern, teilten die Behörden des Ortes mit. Der Fahrer des Stunt-Wagens wurde vorläufig festgenommen.

Niederländische Medien berichten, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht befolgt worden seien. Nach den Richtlinien der internationalen Monster Truck Racing Association müssen Zuschauer mindestens 45 Meter von einer Veranstaltung entfernt stehen. In Haaksbergen standen jedoch Hunderte Menschen, darunter viele Kinder, um den Parcours herum im Abstand von höchstens 30 Metern.

Zuschauer hatten die schockierenden Szenen gefilmt. Gegen 16 Uhr war der schwarze Truck mit etwa 1500 PS mitten im Zentrum der Kleinstadt zu einem Stunt vorgefahren. Hunderte Menschen, darunter viele Kinder, sahen zu. Der auf gigantische Räder montierte Pick-up walzte zunächst über sechs in einer Reihe aufgestellte Autowracks. Dann flog er aus ungeklärter Ursache aus der Kurve und rollte ins Publikum. Menschen schrien in Panik. Viele rannten weg.

Augenzeugen sagten, dass der Wagen nach dem Stunt sehr schief hing und anscheinend nicht gebremst habe. «Er fuhr noch nicht einmal so schnell», sagte ein Mann im niederländischen Radio. «Doch der ist so schwer, da hat man keine Chance.» Dutzende Menschen fielen zu Boden, einige lagen unter dem Truck.

Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen aus der Region und auch aus dem nahen Deutschland waren schnell zur Stelle, sagten Zeugen. Einige Opfer wurden noch an der Unglücksstelle wiederbelebt und dann mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser transportiert.

Die Polizei hat die Ermittlungen über die Ursache des Unglücks aufgenommen. Die Auto-Show sollte der Abschluss eines jährlichen Festwochenendes in Haaksbergen sein. Bürger sagten Reportern, dass der Platz sehr voll gewesen sei. Nach Angaben der Veranstalter reichten Absperrgitter normalerweise als Sicherheitsvorkehrung bei einer solchen Auto-Show aus.