Plagiat nur 35 Euro Wert Zoll Coesfeld findet gefälschten WM-Pokal

Von Nadine Grunewald


Osnabrück. Weltmeisterstimmung im Zollamt in Coesfeld: Bei der Kontrolle eines Paketes aus China staunten die Zöllner im nordrhein-westfälischen Coesfeld nicht schlecht. Statt des angekündigten Spielzeugs befand sich der WM-Pokal in dem Päckchen – zumindest auf den ersten Blick.

Ein Vater und sein kleiner Sohn aus Legden wollten das aus China kommende Paket abholen. Laut der Zollinhaltserklärung, die der Sendung beilag, sollte das Päckchen Spielzeug enthalten. Stattdessen fanden die Zöllner den WM-Pokal darin.

„Das war ein Plagiat“, sagt Uwe Marek, Sprecher des Hauptzollamtes in Münster. Statt der rund 160000 Euro – so hoch wurde der Materialwert der Trophäe im Sommer 2014 geschätzt – ist der gefälschte Pokal nur etwa 35 Euro wert. „Das Plagiat sah dem Original sehr ähnlich“, erklärt Marek. Der Pokal, den die deutschen Nationalfußballer nach dem Finalsieg gegen Argentinien in Brasilien in die Höhe recken durften, ist nach Angaben der FIFA 36,8 Zentimeter hoch, 6,175 Kilo schwer und besteht aus 18-karätigem Gold.

Da die FIFA laut Marek das Urheberrecht auf alles hat, was Richtung Fußball-WM geht, habe sich der Zoll mit den Anwälten des Weltfußballverbands in Verbindung gesetzt. Die nicht lizenzierte Kopie soll vernichtet werden.

Vater und Sohn mussten den Zoll mit leeren Händen verlassen. Ob sie den Pokal oder richtiges Spielzeug erwartet hatten, konnte Marek nicht sagen.

Allerdings ist es seit der WM nicht das erste Mal, dass der Zoll einen gefälschten Pokal in den Händen hielt. „Im Raum Münster hatten wir bisher drei Plagiat-Pokale“, erklärt Marek. Bundesweit sei das schon häufiger der Fall gewesen.

Jedem Paket, das aus dem Ausland kommt oder von Deutschland ins Ausland verschickt wird, muss laut Marek eine Zollinhaltserklärung beiliegen. Darin steht, was sich in dem Päckchen befindet. „Spielzeug, das aus China kommt, ist oft gesundheitsgefährdend“; erklärt Marek. Deshalb würden diese Sendungen häufiger kontrolliert.