Video Rassismus? - „Auswander-Challenge“ geistert durch Whatsapp

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Eine „Auswander-Challenge“ geistert durch das Netz. Die Macher erklären, es sei antirassistisch gemeint gewesen. Foto: dpaEine „Auswander-Challenge“ geistert durch das Netz. Die Macher erklären, es sei antirassistisch gemeint gewesen. Foto: dpa

noz Osnabrück. Durch das Netz geistert derzeit ein Video mit rassistischem Inhalt, in dem der Sprecher in Anlehnung an die Ice Bucket Challenge, eine „Auswander-Challenge“ ausruft. Damit habe er auf Rassismus in der Gesellschaft aufmerksam machen wollen, so der Mann in einem zweiten Filmchen. Eine Expertin bezweifelt das.

Das Video ist via Facebook und Whatsapp verbreitet worden. Auch ein Osnabrücker, der namentlich nicht genannt werden möchte, hatte es am Mittwoch über Whatsapp von einer unbekannten Nummer zugeschickt bekommen.

Worin geht es in dem Video? Das 30 Sekunden lange Filmchen zeigt einen jungen Mann in Trainingsjacke, der in einem fahrenden Auto gezeigt wird. Er habe sich in Anlehnung an die Ice Bucket Challenge eine eigene Challenge einfallen lassen, nämlich eine „Auswander-Challenge“. „Als erstes nominiere ich alle Rumänen und alle Zigeuner. Ihr habt jetzt 24 Stunden Zeit auszuwandern“, so der Mann.

„Ich war schockiert und habe keine Ahnung, wie der Absender auf meine Nummer gekommen ist“, sagt der Osnabrücker, der das Video zugeschickt bekommen hat, gegenüber unserer Redaktion. Auch offenkundig rechte Seiten haben das Video auf ihren Seiten eingebunden.

Reaktionen über den Kopf gewachsen?

Mittlerweile ist im Netz ein zweiter Teil des Videos aufgetaucht, in dem der Macher erklärt, es handele sich um eine Aktion mit antirassistischem Hintergrund: Er selbst sei Araber und hätte mit Freunden zusammen das Video gepostet, „um Euch einfach mal zu zeigen, wie sehr der Rassismus in Deutschland noch unter Jugendlichen verbreitet ist“.

Das Video sei vielfach geliked und geteilt worden. Weiter heißt es: „Wir wollten Euch damit einfach nur zeigen und sagen: Lasst Euch nicht von anderen beeinflussen, weil für Rassismus ist in Deutschland wirklich kein Platz.“

Simone Rafael von der Initiative „Netz gegen Nazis“ hält solche Aktionen für missglückt: „Erst Rassismus in die Welt zu setzen und es später wieder zurückzunehmen, funktioniert nicht.“ Sie glaubt ohnehin nicht so recht, dass es den Machern bei dem Video von Anfang an um einen antirassistischen Fingerzeig gegangen sei. „Vermutlich handelt es sich im ersten Video um schlichten Alltagsrassismus, der dort geäußert wird.“ Der zweite Teil sei wahrscheinlich nicht unbedingt geplant gewesen. „Möglicherweise sind den Machern die Reaktionen über den Kopf gewachsen, und im Nachhinein haben sie ein Video hinterhergeschoben, in dem sie daraus eine antirassistische Aktion machen wollen.“


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