Wenn der Jetstream schlingert Urlaubswetter 2014: Heiter bis gewittrig

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Naturschauspiel: Ein Blitz erhellt den Nachthimmel über Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). Foto: dpaNaturschauspiel: Ein Blitz erhellt den Nachthimmel über Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). Foto: dpa

Osnabrück. Schmuddelwetter im Süden Deutschlands, Sonnenschein an der Nordsee: Wetterkapriolen haben Urlauber in diesem Jahr überrascht. Ein Meteorologe erklärt, warum es zu dem Wetterphänomen kommt.

Diesen Sommer sei ab Juli eine „Zweiteilung“ entstanden, sagt Adrian Leyser, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). In Mittel- und Süddeutschland sei es im Juli und August sehr kühl gewesen, so die Meinung des Experten. Trockene Luftmassen haben hingegen an der deutschen Küste für gute Laune gesorgt: „Zu sonnig und zu mild“ war es dort aus Sicht des Meteorologen. In dieser Zeit habe die Wetterstation Schleswig beispielsweise Temperaturen von mehr als 24 Grad Celsius gemessen, vier Grad über dem Mittelwert von 19,9 Grad Celsius.

Eine solche Zweiteilung in Sommer- und Herbstwetter sei in Deutschland nicht ungewöhnlich, sagt Leyser. „Das Besondere in diesem Sommer war der lange Zeitraum und die seltenen Wechsel“, meint der Wetterforscher.

Diese stabilen Bedingungen entstehen durch die sogenannten Großwetterlagen, wie der Meteorologe erklärt. Eine Erklärung für deren Stabilität sieht Leyser in globalen Klimaveränderungen.

Starkwinde, die sogenannten Jetstreams, beeinflussen die Großwetterlage in mittleren Breiten. Meist jagen sie mit mehreren Hundert Kilometern pro Stunde in Höhe der untersten Schicht der Erdatmosphäre hinweg. Sie entstehen durch einen starken Temperaturgegensatz zwischen der Arktis und den Tropen. Nähern sich die Temperaturen zwischen Polargebieten und südlichen Breiten durch eine überdurchschnittlich starke Erwärmung der Arktis an, so der Experte, werden die Starkwinde schwächer. Sie wehen dann in Schlangenlinien. Diese stark ausgeprägte Wellenform führt dann zu einer stabilen Druckverteilung. Das Wetter bleibt beständig – extrem gut oder eben auch schlecht.

Nicht nur deutschen Gastronomen, Hoteliers und Urlauber trübte das Wetter die Ferien ein. Heftige Schauer, Gewitter, Hagel und Sturmböen sorgten Anfang September für Herbststimmung am Mittelmeer. In der Messstation in der kroatischen Stadt Dubrovnik registrierten die Geräte 191 Liter Niederschlag pro Quadratmeter an einem Tag, wie Leyser auf der Seite „Wetterdienst.de“ schreibt. Das vierjährige Mittel gebe lediglich knapp 90 Liter auf den Quadratmeter an. Trifft kalte Luft auf das noch aufgewärmte Wasser im Mittelmeerraum, bildet sich ein Temperaturgefälle. „Ein idealer Nährboden für heftige Gewitter“, sagt Leyser. Ungewöhnlich seien solche Vorboten des Herbsts für diese Region im September aber nicht.

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