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Skandal-Show „Deutschlands Beste“ ZDF-Schwindel bei Kerner war noch dreister

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Wer mit dem ZDF spricht, ist der bessere Deutsche! Das ZDF hat zugegeben: Wer bei der Show „Deutschlands Beste“ mit Johannes B. Kerner Gast war, wurde im Ranking der Show nach oben gelogen. Foto: dpaWer mit dem ZDF spricht, ist der bessere Deutsche! Das ZDF hat zugegeben: Wer bei der Show „Deutschlands Beste“ mit Johannes B. Kerner Gast war, wurde im Ranking der Show nach oben gelogen. Foto: dpa

Berlin. ZDF-Aufklärung nach Salami-Prinzip: Drei Tage nach der ersten Entschuldigung für die manipulierte Kerner-Show „Deutschlands Beste“ erklärt das ZDF die Motive der Fälschung: Gäste, die für das Format angefragt waren, wurden im Ranking stillschweigend nach oben gelogen. Wer profitierte am meisten?

Fünf Tage strichen ins Land, bis das ZDF nach seiner Chart-Show „Deutschlands Beste“ zugab: Der Mix aus Forsa-Umfrage, „Hörzu“-Leserabstimmung und Online-Voting, über den die „besten“ Frauen und Männer Deutschlands ermittelt werden sollten, hatte in Wahrheit gar nicht stattgefunden. Nach vehementen Zweifeln von Medienkritiken an dem Verfahren entschuldigte das ZDF sich am Dienstag für das Unterschlagen der Leserstimmen und den methodischen Unsinn der Erhebung. Jetzt schiebt der Sender eine weitere Mitteilung nach, der zufolge der Schwindel noch frecher war.

Hier geht‘s zum Kerner-Frauen-Verriss, für den unser Autor als „lila Pudel“ geschmäht wurde.

Wer mit dem ZDF talkt, ist der bessere Deutsche

Nun schreibt das ZDF: „Wie sich im Rahmen der Untersuchung jetzt herausstellt, hat die Redaktion dann in der Vorbereitung der Sendungen Veränderungen am Ranking der Forsa-Befragung vorgenommen, die den Zweck hatten, angefragten Gästen der Show einen attraktiveren Rangplatz zu geben. Dies geschah ohne Wissen der eingeladenen Gäste.“ In einem Wort: Wer sich beim ZDF auf Sofa setzt, ist ein besserer Deutscher. Schlimmer kann ein Sender, der auf seine Nachrichtenkompetenz stolz ist, sich nicht beschädigen – sich und seine Journalisten. Denn zu den Gästen, die durch bloße Mitwirkung an der Show in der Gunst der Befragten aufstiegen, gehörte auch Claus Kleber, ein Mann, dessen Geschäft die unbestechlichen Fakten sind.

Programmdirektor Norbert Himmler entschuldigte sich für den Verstoß gegen die Programmrichtlinien seines Senders und kündigte an, arbeitsrechtliche Schritte zu prüfen. Außerdem sollen dem Fernsehrat Richtlinien für Voting-Shows vorgelegt werden.

Hier geht‘s zum Verriss von „Deutschlands Beste! Männer“.

Die echte Forsa-Umfrage zu „Deutschlands Beste“

Immerhin: Eine gute Woche nach den beiden Show-Abenden erklärt das ZDF jetzt, wie genau die Forsa-Umfrage organisiert war. „Die Forsa-Studie gliederte sich in zwei Teile: Im ersten Schritt wurde offen gefragt, welche noch lebenden deutschen Frauen und Männer für sie die „besten bzw. bedeutendsten“ sind. Dafür waren 1016 repräsentativ ausgewählte Personen befragt worden. Es ging dabei um neun Kategorien, u.a. Wissenschaft/Forschung oder Sport. Hieraus wurde eine erste Liste von je 100 Männern und Frauen erstellt“. Über diese sollte dann erneut abgestimmt werden, per Forsa-Umfrage, Leserbefragung und Voting im Netz. Endlich löst das ZDF jetzt auch Kerners Versprechen ein, das Meinungsbild der Deutschen sichtbar zu machen, und veröffentlicht auf seiner Unternehmensseite die unmanipulierten Listen von Forsa. Auch die Fälschungen daran benennt das ZDF nun ausdrücklich; den größten Sprung machte offenbar Franz Beckenbauer, dessen Teilnahme am ersten Showabend mit einer Verbesserung von Rang 31 auf Rang 9 belohnt wurde.

Wer angefragt war und deshalb hochgelogen wurde, gibt das ZDF wie folgt an:

„Bei der Rangliste „Deutschlands beste Männer“ wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

• Frank-Walter Steinmeier (von Platz 10 auf Platz 6)

• Franz Beckenbauer (von Platz 31 auf Platz 9)

• Wolfgang Schäuble (von Platz 6 auf Platz 11)

• Claus Kleber (von Platz 39 auf Platz 28)

• Michael „Bully“ Herbig (von Platz 42 auf Platz 36)

• Peter Kloeppel (von Platz 27 auf Platz 39)

• Jan Hofer (von Platz 36 auf Platz 42)

Bei der Rangliste „Deutschlands beste Frauen“ wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

• Hannelore Kraft (von Platz 5 auf Platz 4)

• Helene Fischer (von Platz 10 auf Platz 5)

• Ursula von der Leyen (von Platz 4 auf Platz 6)“


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