Sodom und Gomorra Sex-Skandale auf Mallorca

Von Ralph Schulze

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Trügerisches Idyll? Sex-Parties, Drogen und eine Massenvergewaltigung bringen die Insel in Verruf. Foto: dpaTrügerisches Idyll? Sex-Parties, Drogen und eine Massenvergewaltigung bringen die Insel in Verruf. Foto: dpa

Palma de Mallorca. Die Urlaubshochburg Magaluf ist das Sodom und Gomorra Mallorcas: Sexorgien in Kneipen, in denen Frauen mit Freigetränken zu eindeutigen Handlungen animiert werden. Unzüchtige Handlungen am helllichten Tag am Strand und eine immer aggressivere Straßenprostitution. Von Ralph Schulze

Auch die Massenvergewaltigung einer Touristin, die nachts auf dem Rückweg zu ihrer Herberge von fünf Männern überfallen wurde, beschäftigt die Polizei. Bürger und Hoteliers sind empört und fordern, in der Skandal-Hochburg Magaluf endlich aufzuräumen.

Der Badeort, der rund 20 Kilometer westlich von Palma de Mallorca liegt und zur Gemeinde Calviá gehört, wird vor allem von britischen Touristen besucht. Und er hat in Sachen Sittenlosigkeit längst der Ballermann-Meile an der östlich von der Inselhauptstadt gelegenen Playa de Palma, die eher von deutschen Urlaubern frequentiert wird, den Rang abgelaufen. Zumal seit diesem Sommer am deutschen Ballermann-Strand mit einem Sittengesetz für züchtige Ordnung gesorgt wird.

Sex-Video geistert durch das Internet

In Magaluf, und vor allem im dortigen strandnahen Vergnügungsviertel Punta Ballena, geht es derweil immer zügelloser zu: Als Beleg dafür darf jenes Sex-Video gelten, das derzeit durch das Internet geistert und die mallorquinischen Behörden auf den Plan rief. Und in dem ein abstoßender Exzess zu sehen ist, mit dem derzeit junge britische Sauftouristen nach Magaluf gelockt werden.

Das Handy-Video zeigt eine Frau auf der Bühne einer Magaluf-Bar, die reihenweise sexuelle Handlungen an männlichen Gästen vornimmt. Dabei soll es sich um einen in Mode gekommenen „Wettbewerb“ handeln, in dem weiblichen Gästen Gratisgetränke versprochen werden, wenn sie in möglichst kurzer Zeit viele Männer befriedigen. Diese offenbar in etlichen Vergnügungsschenken promovierte Praxis des massenhaften Oralsexes wird in der Szene „Mamading“ genannt.

Zweifelhafte Etablissements

Der konservative Bürgermeister Manuel Onieva zeigte sich entsetzt und kündigte inzwischen an, dass die Polizei gegen die zweifelhaften Etablissements ermitteln werde. Man werde prüfen, ob sich die Barbesitzer wegen „Anstiftung zur Prostitution“ strafbar gemacht hätten, bestätigte ein Rathaussprecher. Bei Gesetzesverstößen drohe die Schließung der Lokale.

Die mallorquinische Gleichstellungsbehörde stellte Strafanzeige und sprach von „erniedrigenden und diskriminierenden“ Praktiken gegenüber den beteiligten Frauen. Die oppositionellen Sozialisten im Ort bezeichneten es als „nicht hinnehmbar, dass touristische Einrichtungen den Sex und eine demütigende Haltung gegenüber Frauen als Werbung benutzen, um Gewinne zu erzielen“.

Dies ist nicht der erste Skandal in Magaluf: In diesem Sommer sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, den Strand in der Dunkelheit mit Flutlicht auszuleuchten, um nächtliche Sexorgien zu unterbinden. Auch am Tag muss die Polizei immer wieder wegen unsittlicher Tätigkeiten im Sand eingreifen oder weil Touristen splitternackt auf Stadtbummel gehen. Die knapp 5000 festen Bewohner Magalufs protestieren schon länger gegen das wachsende Heer der Prostituierten im Ort, die mit immer offensiveren Praktiken Kunden fangen.

Durchgedrehte Briten

Oftmals sind auch Drogen im Spiel, wie bei jenen durchgedrehten Briten, die versuchen, vom Hotelbalkon in den Pool zu springen - und nicht selten dabei sterben. Auch der 28-jährige, welcher dieser Tage am Strand von Magaluf Touristen mit Beißattacken angriff, befand sich im Vollrausch. Offenbar hatte er die auf der Ferieninsel neu aufgetauchte Zombie-Droge „Cannibal“ ausprobiert, welche ihn in eine tollwütige Bestie verwandelt hatte.


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