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Dschungelshow-Moderator wurde 51 Jahre Entertainer Dirk Bach verstirbt in Berliner Wohnung

Von dpa


Berlin. Schrille Auftritte waren seine Spezialität – in Sketchen an der Seite von Entertainerin Hella von Sinnen und als scharfzüngiger Moderator der RTL-Erfolgsshow „Dschungelcamp“ im australischen Regenwald brachte Dirk Bach Tausende Fernsehzuschauer zum Lachen. Gestern ist er völlig überraschend verstorben.

Auf der Bühne des Schlosspark-Theaters in Berlin sollte es in wenigen Tagen Neues von dem Schauspieler und Entertainer geben – doch es kam anders: Ein Polizeisprecher bestätigte gestern, ein 51-Jähriger sei gegen 17 Uhr tot in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde gefunden worden. Den Namen aber wollte er nicht nennen. Das Schlosspark-Theater bestätigte jedoch den Tod des Entertainers: „Dem Schlosspark-Theater obliegt die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass Dirk Bach für uns völlig unerwartet heute verstorben ist. Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebenswerten Kollegen kennengelernt, um so mehr schmerzt der Verlust“, teilten der Intendant Dieter Hallervorden, der Regisseur Lorenz Christian Köhler und die Theaterleitung gestern mit.

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Die Todesursache blieb zunächst unklar. Hinweise auf Fremdverschulden gebe es aber nicht, sagte der Polizeisprecher.

Viele kennen das 1961 in Köln geborene Multitalent mit dem markanten Doppelkinn und seiner rundlichen Figur vor allem als Komödiant, auf der Theaterbühne hat er sich aber auch als Charaktermime einen Namen gemacht – ohne jemals eine Schauspielschule absolviert zu haben. Für Bach war die Komödie nur eine Facette seines Berufs. „Aber man wird immer schnell festgelegt, wenn man irgendwann mal in einem Bereich im Fernsehen aufgetreten ist“, sagte er 2009.

Bachs Eltern arbeiteten beim Westdeutschen Rundfunk und sorgten dafür, dass ihr Sohn früh mit Kultur in Verbindung kam. Prompt zog es ihn zur Bühne. Das Debüt hatte er 1978 unter dem Kölner Intendanten Hansgünther Heyme in Heiner Müllers „Prometheus“.

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Seine Bühnenpräsenz und das Improvisationstalent entwickelte Bach aber in den folgenden Jahren beim Tingeln durch die freie und Off-Theaterszene. Seinen Durchbruch hatte er mit der Kölner Volkstheater-Travestie „Geierwally“. Auch beim Fernsehen war er schon bald erfolgreich.

Nach etlichen kleineren Fernsehrollen wurde Bach 1992 mit der „Dirk Bach Show“ auf RTL bundesweit bekannt. Zu einer Erfolgsserie wurde auch die ZDF-Produktion „Der kleine Mönch“. Mit Hella von Sinnen trat erin der RTL-Sketch-Show „Hella und Dirk“ auf.

Im Fernsehen blieb Bach, der aus seiner Homosexualität kein Geheimnis machte und sich gegen die Diskriminierung von Menschen mit Aids und HIV einsetzte, mit Formaten wie „Frei Schnauze XXL“ oder „Power of 10“ weiter präsent. Einem Millionenpublikum wurde er mit der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ bekannt. Seit 2004 lästerte er sich an der Seite von Moderatorin Sonja Zietlow durch die Staffeln der RTL-Sendung im australischen Regenwald, in dem Prominente mehrere Tage zusammenleben und Prüfungen bestehen müssen.

Sein Tod kommt überraschend. Am 6. Oktober hätte er seinen Auftritt in der Premiere am Schlosspark-Theater in Berlin gehabt. In seiner Rolle als „Kleiner König Dezember“ hätte er dem Spielhaus zufolge in seiner Rolle sagen sollen: „Und wer tot ist, wird ein Stern!“


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