„Nazi-Goreng“ und Hakenkreuze Spielzeug, Wein, Shampoo: Adolf Hitler als Werbefigur


cob/dpa Berlin. Ein großes Möbelhaus in Bielefeld hat beim Einkauf in China nicht aufgepasst und 5000 Kaffeetassen mit einem Hitler-Porträt bestellt. Manchmal wird der Diktator auch ganz gezielt für Werbezwecke genutzt.

5000 Tassen mit dem Konterfei Adolf Hitlers hatte das Möbelhaus gekauft - allerdings unwissentlich. Nun interessieren sich sowohl Staatsschutz wie Museum für die Rosentasse. Dass mit dem Bild Hitlers ernst gemeinte Werbung geschaltete wird, kommt allerdings gar nicht mal so selten vor. Eine Auswahl:

- Restaurant: Nazi-Dekor an den Wänden, Kellner in SS-Uniform und „Nazi-Goreng“ als Spezialität des Hauses: Nach Medienwirbel wird das „SoldatenKaffee“ in der indonesischen Stadt Bandung 2013 geschlossen.

- Shampoo: Eine türkische Werbeagentur stoppt nach Protesten im März 2012 einen Werbespot für ein Haarshampoo mit Filmaufnahmen von Adolf Hitler, der dort auf türkisch brüllte: „Echte Männer benutzen Biomen.“

- Anti-Aids-Kampagne: 2009 erregt ein Werbespot im Netz Aufsehen, der Hitler beim wilden Beischlaf zeigt. Unter dem Slogan „Aids ist ein Massenmörder!“ will der Verein Regenbogen (Saarbrücken) auf die HIV-Problematik hinweisen. Nach Protesten sperrt Youtube das Video.

- Modegeschäft: Ebenfalls 2009 taufen Ladenbesitzer in der indischen Stadt Ahmedabad ihr Geschäft für Herrenbekleidung „Hitler“ - mit einem Hakenkreuz statt I-Punkt. Nach Protesten kündigten sie die Umbenennung an.

- Spielzeug: In den Spielzeugregalen der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird nach Angaben der Wochenzeitung „Serkalo Nedeli“ 2008 eine Hitler-Puppe angeboten. Wie bei einer Barbie habe sich bei der 40 Zentimeter großen Figur die Kleidung wechseln lassen.

- Wein: In Norditalien sorgt in den vergangenen Jahren immer wieder Wein mit Hitler-Etiketten für Aufregung. Die damalige Justizministerin Brigitte Zypries fordert ihren italienischen Amtskollegen 2003 deshalb zum Handeln auf.

Auto: Ganz anders motiviert, weil keine Werbung, war der unautorisierte Mercedes-Spot, mit dem ein Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg 2013 für Furore im Netz sorgte. In dem Video erkennt das Auto dank seiner Technik Gefahren, „bevor sie entstehen“ – und tötet dabei kurzerhand den jungen Adolf Hitler.


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