Kurioser Schlangenangriff Vermeintlich tote Giftschlange beißt Australier

Das Foto zeigt eine Greifschwanz-Lanzenotter (Mittel- und Süd-Amerika) im Zoo der giftigen Tiere in Eimsheim (Rheinland-Pfalz). Bei dem Schlangenangriff in Australien handelte es sich um eine Rotbäuchige Schwarzotter. Symbolfoto: dpaDas Foto zeigt eine Greifschwanz-Lanzenotter (Mittel- und Süd-Amerika) im Zoo der giftigen Tiere in Eimsheim (Rheinland-Pfalz). Bei dem Schlangenangriff in Australien handelte es sich um eine Rotbäuchige Schwarzotter. Symbolfoto: dpa

Sydney. Ein Australier wird Opfer eines kuriosen Schlangenangriffes. Die Schlange hatte er zuvor mit einem Spaten halbiert. Ihr Biss-Reflex war jedoch auch 45 Minuten später noch vorhanden.

Auf einem Friedhof tötet ein Australier eine Giftschlange. Mit einer Schaufel schneidet Jake Thomas das Reptil genau in der Mitte durch. Rund 45 Minuten später will er die Schlange wegräumen: Doch die vermeintlich tote Schlange richtet sich auf und beißt den Mann zweimal in die Hand.

Schlange mit Spaten halbiert

Der 66-Jährige Thomas, der ehrenamtlich für den Friedhof von Werris Creek arbeitet, ein kleiner Ort rund 350 Kilometer nordwestlich von Sydney, entdeckte die Giftschlange beim Rasenmähen neben dem Grab seiner Tochter. Der Vorfall ereignete sich bereits Ende Dezember, wurde aber erst jetzt bekannt.

„Die Schlange steckte in einer Vase auf einem Grab fest“, sagte Thomas in einem Telefoninterview. Sie sei etwa 1,20 Meter lang gewesen und nur die Hälfte der Schlange ragte aus der Vase heraus. „Der Rest steckte in der Vase fest.“ Es sei klar gewesen, dass die Schlange eingeklemmt war und nicht mehr heraus konnte. „Ihre Seiten waren schon ganz geschwollen.“ Um die Schlange von ihrem Leid zu erlösen und um andere Friedhofsbesucher nicht zu erschrecken, wollte Thomas ihr den Garaus machen. Mit einem Spaten halbierte der Rentner das Reptil und ging danach weiter seiner Arbeit nach.

„Als ich mit dem Rasenmähen fertig war, dachte ich mir, ich gehe besser zurück und räume die Schlange weg, bevor sich ein anderer Friedhofsbesucher erschreckt.“ Mindestens eine Dreiviertelstunde war in der Zwischenzeit vergangen. Als er sich jedoch hinunter beugte, richtete sich die halbe Schlange mit dem Kopfteil auf und biss zu. „Sie kam zwischen den Blumen hervor geschossen.“ Jake Thomas wurde zweimal am Ringfinger der linken Hand gebissen. „Es fühlte sich so scharf wie eine Rasierklinge an“, berichtete Thomas.

Eine der giftigsten Schlangen der Welt

Dank einer roten Markierung am Bauch war klar, dass es sich um eine Rotbäuchige Schwarzotter handelte, laut der australischen Institution für Giftforschung AVRU (Australian Venom Research Unit) eine der 25 giftigsten Schlangen der Welt. Thomas, der weiß, wie potent das Gift vieler australischer Schlangen ist, zögerte nicht lange und fuhr sofort ins Krankenhaus. Dort transferierte man ihn umgehend in die Intensivstation eines größeren Hospitals. „Dort beobachteten sie mich erst einmal“, sagte Jake Thomas. „Meine Hand schmerzte jedoch ziemlich - der Schmerz kam und ging, mal war er erträglich und dann wieder unglaublich intensiv und ich hatte Schweißausbrüche.“ Die Ärzte verabreichten Gegengift und Jake Thomas überlebte. Inzwischen ist der Rentner auch schon wieder zu Hause, doch seine Hand schmerzt nach wie vor und ist noch immer dick geschwollen.

So haarsträubend sich die Geschichte anhört, den australischen Schlangen- und Giftforscher Bryan Grieg Fry von der Universität von Queensland überrascht sie nicht: „Reptilien können selbst, nachdem man sie köpft, noch 15 Minuten und länger überleben und der Biss-Reflex kann noch deutlich länger funktionieren.“ Auch die Stärke des Giftes bleibt lange Zeit unverändert. Insofern kann selbst ein Kratzer vom Giftzahn einer toten Schlange noch gefährlich sein.

Thomas denkt trotzdem, dass er eigentlich Glück im Unglück hatte. „Es hätte ja auch eine Braunschlange sein können.“ Die ist in der Region ebenfalls häufig und ist laut AVRU die zweitgiftigste Schlange der Welt. Ihrem Biss fallen trotz Gegengift immer wieder Menschen in Australien zum Opfer.


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