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Ein Kind zahlt fürs Kuscheln Meiers „L'enfant d'en haut“ hebt den Unterschied der Generationen auf

L’enfant d’en haut Foto: dpaL’enfant d’en haut Foto: dpa

dab Berlin. Der einzige Wettbewerbsbeitrag einer Frau ist zugleich einer der großen Favoriten: Ursula Meier erzählt von dem zwölfjährigen Simon, der im hässlichsten Wohnblock eines Schweizer Kurorts wohnt, wo er jeden Tag den Touristen die Skier klaut.

Damit ist er der Alleinverdiener einer zweiköpfigen Familie, deren Verhältnisse unklar sind. Auf Nachfragen sagt Simon nur, er wohne bei seiner Schwester Louise. Die Abwesenheit von Eltern erklärt er mal mit Reisen, mal mit tödlichen Unfällen.

Geld braucht Simon nicht nur für Pasta und Klopapier. Er wirbt damit zugleich um die Aufmerksamkeit der lebensuntüchtigen Louise, der er einmal sogar ein paar Hunderter hinwirft, damit sie mit ihm kuschelt. Meiers Film sprengt die Grenzen des Sozialdramas, hebt auf existenzielle Fragen ab, verschmilzt so unterschiedliche Dinge wie Geld und Liebe und löst die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen auf. Von der Idee bis zum Schauspiel von Kacey Mottet Klein und Léa Seydoux – an diesem Film stimmt alles.


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