Sanktionen angekündigt Nordkorea testet Hyperschall-Rakete – und sorgt für Flugstopp in den USA

Nordkorea hat erneut eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert.Nordkorea hat erneut eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert.
dpa/Ahn Young-Joon

Seattle. Nordkoreas jüngste Raketentests hatten laut US-Medien Auswirkungen bis in die USA – 15 Minuten lang durften an der Ostküste keine Flugzeuge mehr starten.

Raketentests sind in Nordkorea keine Seltenheit. Anfang der Woche sorgte die selbsternannte Atommacht damit einmal mehr für Besorgnis: Das Regime testete ein Hyperschall-Rakete die rein theoretisch auch Atomwaffen transportieren kann. Laut Angaben Südkoreas stürzte die Rakete ins Japanische Meer – aber auch in den USA waren die Auswirkungen des Raketentests zu spüren. 

Wie verschiedene US-Medien berichten, verhängte die Luftfahrtbehörde FAA einen rund 15 Minuten andauernden "Ground Stop" für Flughäfen an der Westküste und auf Hawaii. "Ground Stop" heißt: startbereite Flugzeuge bleiben am Boden – sofort und ohne Wenn und Aber friert der Luftverkehr ein.

 Sanktionen gegen fünf Staatsbürger

Zudem haben die USA nach den jüngsten Raketentests Sanktionen gegen fünf Staatsbürger des ostasiatischen Landes verhängt. Sie seien verantwortlich für das Beschaffen von Gütern für die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen- und Raketenprogramme, erklärte das US-Finanzministerium am Mittwoch. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, erklärte zudem am Mittwochabend, dass die USA "zusätzliche UN-Sanktionen vorschlagen" wollten.

Zur Art der UN-Sanktionen machte die Botschafterin jedoch keine Angaben. US-Diplomatenkreisen zufolge will sie vorschlagen, hochrangige Beamte des Finanz- und Außenministeriums in Pjöngjang auf die UN-Sanktionsliste aufzunehmen. Dafür müsste der Vorschlag von den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats einstimmig beschlossen werden. Zuletzt konnten die USA 2017 Sanktionen gegen Pjöngjang im Sicherheitsrat durchsetzen.

Pjöngjang bestätigt Tests von Hyperschall-Raketen

Die bereits angekündigten Sanktionen der USA selbst richten sich gegen einen in Russland lebenden Nordkoreaner, der Güter für Nordkoreas Zweite Akademie für Naturwissenschaften besorgt haben soll, und vier in China ansässige nordkoreanische Vertreter von Unterorganisationen der Akademie. Die USA hatten die Akademie wegen einer Beteiligung an den nordkoreanischen Waffenprogrammen bereits 2010 auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Mit den Sanktionen wird mögliches Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren, US-Bürgern werden jegliche Transaktionen mit ihnen verboten. Außerdem können Sanktionen gegen Ausländer oder ausländische Institutionen verhängt werden, die Transaktionen mit den Betroffenen vornehmen.

Nordkorea hatte zuletzt diese und vergangene Woche zwei Raketentests vorgenommen. Wie Pjöngjang bestätigte, handelte es sich dabei um Hyperschall-Raketen.


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