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Alles zur Corona-Variante Diese Symptome könnten auf Corona-Infektion mit Omikron hindeuten

Wie lässt sich eine Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron erkennen? Es gibt erste Hinweise auf mögliche Symptome.Wie lässt sich eine Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron erkennen? Es gibt erste Hinweise auf mögliche Symptome.
imago images/Christian Ohde

Berlin. Mögliche Symptome von Omikron unterscheiden sich etwas von denen bisher bekannter Corona-Varianten. Worauf Sie achten sollten und wie sich eine Infektion nachweisen lässt.

Mittlerweile häufen sich die internationalen Nachweise der Omikron-Variante (B.1.1.529) des Coronavirus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die außergewöhnlich viele Veränderungen im Erbgut tragende Abwandlung direkt als "besorgniserregend" ein. Das globale Risiko sei "sehr hoch".

Erste bestätigte Fälle gibt es auch in Deutschland. Experten gehen von weiteren Hunderten Fällen aus. Das alles erinnert an die Anfangsphase der aktuell vorherrschenden Deltavariante, von der zunächst auch nur wenige Fälle bekannt waren. Doch schon kurze Zeit später bestimmte Delta vielerorts das Infektionsgeschehen. Könnte es bei Omikron genauso laufen – oder schlimmer? Hier lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Weiterlesen: Omikron-Variante: Erster Verdachtsfall in Niedersachsen

Omikron-Variante bei Twitter

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) des Coronavirus Sars-CoV-2 hat bereits einen eigenen Twitter-Kanal. Unter "Omicron aka B.1.1.529" veröffentlicht ein Nutzer seit Freitag Tweets im Namen der neuen Virusvariante, die in Südafrika entdeckt wurde. Die satirischen Beiträge beschäftigten sich mit der möglichen Verbreitung von Omikron in Deutschland und verdeutlichen, wie leicht es dem Virus dabei teilweise durch unzureichende Maßnahmen gemacht werde. Als Beispiel dient etwa die volle Auslastung des Kölner Fußballstadions:

Oder ein Besuch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt:

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Omikron:

Welche Symptome deuten auf Infektion mit Omikron-Variante hin?

Die Datenlage etwa zu Ansteckungsrate, Gefährlichkeit und Mutationen von Omikron ist noch gering, auch über mögliche Symptome lässt sich bisher erst wenig sagen. Erste Erkenntnisse schilderte die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, gegenüber dem "Telegraph".

Demnach zählten bei ihren Patienten (etwa zwei Dutzend, vorwiegend jüngere Männer) zu den häufigsten aufgetretenen Symptomen: 

  • Körper- und Gliederschmerzen
  • extreme Müdigkeit und 
  • im Gegensatz zu anderen Corona-Varianten kein Geruch- oder Geschmacksverlust

Coetzee bezeichnete die beobachteten Omikron-Symptome gegenüber dem "Telegraph" zwar als ungewöhnlich, aber mild. Von den Infizierten sei weniger als die Hälfte ungeimpft gewesen. Es habe Klagen über leichte Muskelschmerzen, einen "kratzigen Hals" und trockenen Husten gegeben. Einige Patienten hätten eine leicht erhöhte Temperatur gehabt. Die Infizierten erholten sich demnach, ohne ins Krankenhaus zu müssen. Das hieße aber nicht, "dass es keine schweren Erkrankungen geben wird", sagte Coetzee. Sorgen müsse man sich vor allem um ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten.

Ist Omikron noch ansteckender als die Varianten Alpha und Delta?

Sicher sagen lässt sich das noch nicht. B.1.1.529 hat Mutationen in der Nähe der sogenannten Furin Cleavage Site, einer Region, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt. Eine verbesserte Übertragbarkeit durch diese Änderungen sei denkbar, erklärt der Berliner Virologe Christian Drosten. Sicher nachgewiesen sei sie bisher nicht. Aus den Zahlen aus Südafrika allein lasse sich nicht zwingend auf eine erhöhte Übertragbarkeit schließen, unter anderem da das Infektionsgeschehen dort zuletzt stark reduziert war und neu auftretende Ausbrüche vor so einem sehr kleinen Hintergrund übergroß erscheinen können.

Im Video: Virologe Drosten "ziemlich besorgt" über Omikron-Variante

Inzwischen mehren sich allerdings die internationalen Verdachtsfälle und Nachweise – obwohl zumeist erst seit Freitag gezielt nach Omikron gesucht wird. Die Variante könnte sich also schon weitaus stärker verbreitet haben als bisher bekannt. Als ein Hinweis auf höhere Übertragbarkeit lässt sich ein Fall in Hongkong werten, zu dem die Details genau bekannt sind, weil er in einer Quarantäne-Unterkunft passierte: Nach Angaben der Hongkonger Regierung hat ein Reisender aus Südafrika die Variante mitgebracht und sie trotz strenger Isolation an einen 62-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer weitergegeben. Mögliche Ursache: kein ausreichender Mundschutz beim Entgegennehmen von Essen durch die Hoteltür. Beide Männer wiesen demnach eine sehr schnell ansteigende, rasch sehr hohe Viruslast auf.

Wie wahrscheinlich ist die weitere Verbreitung von Omikron?

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einschleppung und Verbreitung der Variante in Europa für hoch. Zu bedenken beim Thema Verbreitung ist auch: Der geografische Ursprung von Omikron muss nicht in Südafrika liegen, wie Drosten erklärt. "Angrenzende Länder, die starke Reiseverbindungen mit Südafrika unterhalten, haben eine geringer ausgeprägte Virusüberwachung als Südafrika." Zudem liege der Flughafen Johannesburg in der Provinz, in der das Virus in Südafrika zuerst bemerkt wurde. Erste Hinweise auf die neue Corona-Variante Omikron kamen nach Wissenschaftler-Angaben aus dem afrikanischen Staat Botsuana.

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Wie gut schützen die derzeit verwendeten Impfstoffe gegen Omikron?

Erste Laboruntersuchungen der Hersteller dazu laufen derzeit, mit Ergebnissen wird in etwa zwei Wochen gerechnet. Die genetischen Eigenschaften lassen Experten um den Impfschutz bangen: B.1.1.529 hat Mutationen an mehreren dafür entscheidenden Stellen. Drosten meint: "Nach derzeitigem Ermessen sollte man davon ausgehen, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiterhin schützen". Gerade der Schutz gegen schwere Erkrankungen sei besonders robust gegen Virusveränderungen.

Moderna-Chef Stéphane Bancel nimmt an, dass die aktuellen Vakzine vermutlich weniger wirksam gegen die Mutante sind wie er gegenüber der "Financial Times" (FT) sagte.

Auch bei verringerter Wirksamkeit bleibe die Impfung die beste Option, betonte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). "Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben." Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen. 

Dem Berliner Infektionsimmunologen Leif Erik Sander zufolge hat Omikron zwar viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können. "Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern." Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper. "Also wir haben immer ein Netz und einen doppelten Boden", sagte der Immunologe der Berliner Charité.

Wie sieht es beim Risiko für eine erneute Corona-Infektion aus?

"Die Genom-Veränderungen weisen darauf hin, dass dieses Virus einen Immunescape zeigen könnte", erklärt Drosten. Auch das Fallgeschehen in Südafrika lasse plausibel erscheinen, dass Omikron eine gegen andere Sars-CoV-2-Versionen aufgebaute Immunabwehr umgehen könnte: Die derzeit nachgewiesenen Infektionen fänden in sehr großem Maße bei vorher Genesenen statt – es stecken sich also Menschen an, die schon mit Delta oder einer anderen Variante infiziert waren. Dies allein könne im Fall von Südafrika auch schon eine Erklärung für eine relativ zum vorher zirkulierenden Delta-Virus erhöhte Übertragbarkeit sein. 

Wichtig zu wissen ist aber auch, wie Drosten betont: Für einen kompletten Ausfall des Immunschutzes wären nach wissenschaftlichem Kenntnisstand noch "bedeutend viel mehr Mutationen" im Spike-Protein erforderlich.

Erkranken mit Omikron Infizierte schwerer?

"Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise", betont Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité. Nach Angaben der Mediziner-Vereinigung SAMA in Südafrika erkrankten die dort Betroffenen bisher nicht schwerwiegender. Allerdings stehen die Analysen dazu noch am Anfang. Südafrika hat zudem andere Grundvoraussetzungen – etwa eine andere Altersstruktur – als Länder wie Deutschland. 

Hinzu kommt, dass sich in Südafrika großteils Menschen infizierten, die schon von einer anderen Variante genesen waren, also schon einen gewissen Immunschutz haben. Aussagen über den Krankheitsverlauf seien derzeit nicht möglich, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). "Dazu haben wir momentan einfach zu wenige Fälle."

Warum die große internationale Besorgnis?

Omikron trägt so viele Mutationen wie noch von keiner Variante zuvor bekannt, davon allein mehr als 30 beim Spike-Protein, über das das Virus an menschliche Zellen andockt. Gegen das Spike-Protein bildet der Körper bei einer Ansteckung mit dem Virus Antikörper. Auch viele der Impfstoffe regen das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein an. Hinzu kommen – neben weiteren mit unbekannten möglichen Folgen – die Mutationen nahe der schon genannten Furin Cleavage Site.

Omikron vereine erstmals kritische Mutationen in der Rezeptorbindungsstelle aus den Varianten Alpha (erstmals nachgewiesen Ende 2020 in England), Beta (Südafrikanische Epidemie im zweiten Halbjahr 2020), Gamma (Brasilien 2020) und Delta (Indien 2021 und jetzt global vorhanden), erklärte Drosten. Für eine Bewertung und Einordnung der Veränderungen brauche es nun weitere Daten. Reisebeschränkungen als Vorsichtsmaßnahme hält der Virologe für sinnvoll: "Eine Kontrolle der Verbreitung durch Unterbindung von Flugverbindungen nach Deutschland ist in der Frühphase der Einschleppung von Infektionen wirksam und damit zum aktuellen Zeitpunkt gerechtfertigt."

Wie läuft der Nachweis von Omikron?

Mit einem herkömmlichen PCR-Test lässt sich lediglich feststellen, ob eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorliegt, nicht mit welcher Variante. Daneben gibt es variantenspezifische PCR-Testungen, mit denen sich bereits bekannte Virusvarianten wie Delta erkennen lassen. Dabei werden charakteristische Mutationen meist innerhalb des Spike-Proteins mittels PCR erfasst. Omikron weist eine bestimmte Veränderung auf, die sich dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in einzelnen diagnostischen Tests ähnlich wie bei der Alpha-Variante darstellen kann. 

Nach den Worten des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kann die neue Coronavirus-Variante Omikron mit den allgemein verwendeten PCR- und Antigentests entdeckt werden. Das sei eine "sehr gute Nachricht", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung". 

Alpha ist derzeit in Deutschland und anderen Ländern kaum noch verbreitet, die Variante wurde von Delta weitgehend verdrängt – was einen Nachweis von Omikron bei anschlagendem Test wahrscheinlich macht. Bis zu einem speziell für Omikron geschaffenen Test gebe aber nur eine Gesamtgenomsequenzierung absolute Sicherheit, heißt es vom RKI.

Warum Omikron und nicht Ny als Name?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt auffällige Varianten von Sars-CoV-2 seit einiger Zeit nach den Buchstaben des griechischen Alphabets. Damit soll verhindert werden, dass die Orte, an denen die Varianten erstmals auftreten, als Bezeichnung verwendet und sprachlich an den Pranger gestellt werden. 

Der Reihenfolge nach hätte nun Ny folgen sollen – doch die WHO ließ diesen und auch gleich den folgenden Buchstaben Xi aus. Warum? Ny, das auf Englisch Nu heißt, klinge zu sehr nach "new" (deutsch: "neu") und wäre daher missverständlich gewesen, hieß es dazu von der WHO. "Xi wurde nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname ist." 

Virus-Bezeichnungen sollten keine ethnischen oder regionalen Gruppen verletzen. Wobei Xi zwar in China und in Ländern mit Han-chinesischer Bevölkerung gebräuchlich ist, aber zumindest in China kein sehr häufiger Name. Es gibt allerdings einen sehr wichtigen Namensträger: den chinesischen Staatschef Xi Jinping.


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