Empfehlungen RKI: So kommen wir gut durch den Herbst und Winter

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Peter Endig

Berlin. Der Corona-Winter 2020 war für viele eine Belastung, die nicht wiederholt werden sollte. Um genau das zu verhindern, hat das RKI einen Leitfaden veröffentlicht. Das sollte die Politik jetzt tun, bevor es zu spät ist.

Die Corona-Pandemie hat seinen Griff auf das öffentliche Geschehen fürs erste gelockert. Man kann diesen Sommer verschnaufen, doch ähnelt die jetzige Situation dem Intermezzo-Sommer zwischen erster und zweiter Welle im Jahr 2020. Deshalb fangen Politiker, wie Kanzleramtsminister Helge Braun oder Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU), an, trotz geringer Zahlen vor Inzidenzen zwischen 800 und 850 im Herbst und Winter zu warnen. 

Die Motivation hinter diesen Aussagen könnte das am 22. Juli vom RKI veröffentlichte Hinweispaket für die in diesem Sommer zu treffenden Vorbereitungen für den Herbst und Winter sein. Denn eine der Empfehlungen des RKI ist, die Bevölkerung vor einer starken Belastung des Gesundheitswesens im Herbst und Winter zu warnen.

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Maßnahmen, keine Herdenimmunität 

So empfiehlt das RKI, dass die bisherigen Maßnahmen im Stufenmodel noch bis ins Frühjahr gelten sollten. Das bedeutet Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Distanzunterricht und Homeoffice-Pflicht im Fall steigender Inzidenzen sollen bis 2022 beibehalten werden. Ziel ist es laut dem RKI, schwere Verläufe zu verhindern, um die medizinische Versorgung für alle aufrechtzuerhalten. Dafür ist eine niedrige Infektionszahl wichtig. Eine Herdenimmunität dagegen ist für das RKI unrealistisch.

Weiter Impfen

Die Impfquote muss steigen. Eine hohe Impfquote, besonders für Risikogruppen, ist laut RKI der beste Schutz. Dafür empfiehlt das RKI "aufsuchende Impfangebote", um die Ungleichheiten beim Impfen auszugleichen. Benachteiligte Nachbarschaften, Berufsgruppen mit hohen Kontaktraten oder Orte, wo viele Menschen auf engem Raum leben und arbeiten, sollten in den Fokus genommen werden. Dadurch, dass man noch nicht sicher weiß, wie lange eine Impfung hält, sollte außerdem genügend Impfstoff eingekauft und Impfauffrischungen geplant und vorbereitet werden.

Maskenpflicht bis frühestens zum nächsten Frühjahr

AHA+A+L-Maßnahmen (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske, Corona-Warn App, Lüften) sollten auch im Herbst weiter gelten. Diese Maßnahmen sollten mit Kontaktbeschränkungen, Homeoffice, Hygienekonzepten und Reisebeschränkungen im Herbst und Winter unterstützt werden.

Das Gesundheitswesen könne, so das RKI, zusätzlich stark beansprucht werden. Zusätzliche Belastungen sind: aufgeschobene Behandlungen und Eingriffe und eine mögliche, kommende Grippewelle. Umfangreiche Vorbereitungen und Investitionen, wie mehr Personal, Schutzausrüstung und Tests, sollten vorbereitet werden.

Alte und Junge: Die besonders Gefährdeten

Für Altersheime empfiehlt das RKI, mehr Pfleger einzustellen, Luftfilteranlagen und Lüftungsampeln bereitzustellen und eine Testpflicht für Personal und Besucher einzuführen. Hier sehen die Experten ein potenzielles Risiko durch eine zeitliche Verringerung der Impfwirkung bei alten Leuten. So könnten alte Menschen trotz Impfung schwer an Corona erkranken.

Kinder und Jugendliche werden eine wichtige Rolle für das Infektionsgeschehen spielen. Da sie wegen fehlender Impfmöglichkeiten kaum geimpft sind, haben sie eine hohe Anfälligkeit für Corona. Deshalb empfiehlt das RKI, die Digitalisierung der Schulen während der Sommerferien zu verstärken, mehr Lehrer einzustellen und Luftfilteranlagen und Lüftungsampeln zu besorgen. Außerdem sollten die Strategien von Bund und Ländern auf einen Nenner gebracht werden. Zwar sind die Situationen überall anders, doch sollten die Maßnahmen und die Überwachungsmaßnahmen des Infektionsgeschehens bundesweit vergleichbar sein.


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