Heiraten 2021: Trends und Tücken Wie die Corona-Krise Hochzeitsplanungen beeinflusst

Von Laura Nowak, 13.02.2021, 01:00 Uhr
Ehestart mit Maske: Heiratswillige Paare müssen in der Pandemie flexibel sein.
imago-images/ZUMA Wire/Liau Chung-ren

Osnabrück. Verliebt, verlobt, verheiratet: So einfach ist es in diesem Jahr nicht. Die Corona-Pandemie beeinflusst die Hochzeitsplanung. Paare und Dienstleister müssen sich mit verschobenen Terminen, Kleidersuche im Internet und einer unsicheren Zukunft auseinandersetzen.

Hochzeitsplanung wird in diesem Jahr zu Herausforderung: Neben Menü und Gästeliste müssen Paare auch noch die Pandemie berücksichtigen. Das wirkt sich auf die gesamte Branche aus. Ein Überblick:

Klein und klassisch: Das sind die Hochzeitstrends 2021

In diesem Jahr sind Prinzessinnenkleider angesagt. "Nach dem Vintage- und Boho-Trend werden Hochzeiten wieder klassischer, aber mit moderner Interpretation", sagt die Sprecherin des Bundesverbands der Hochzeitsdienstleister, Annika Kahl. Paare hätten oft ein größeres Budget für Details, denn sie laden weniger Gäste ein. "Wir beobachten, dass im kleineren Rahmen geheiratet wird, damit die Hochzeit stattfinden kann", sagt Kahl. 

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Online haben sich im vergangenen Jahr Gastgeschenke und Artikel für Junggesellinnenabschiede besonders gut verkauft, berichtet Kathleen Schubert. Sie ist Produktmanagerin des Onlineshops Meine Hochzeitsdeko des Unternehmens SalesGuide24 Marketing. Bei der konkreten Planung bleiben Paare zurückhaltend. "Wir verkaufen viele Mustereinladungskarten, aber die Leute zögern zu bestellen", sagt Schubert.

Verschieben oder trauen: Gibt es in diesem Jahr Hochzeiten?

Nach einer Umfrage der Deutschen Presseagentur haben bei den niedersächsischen Standesämtern etwa so viele Paare nach Terminen gefragt wie im Vorjahr. Aus Kiel, Flensburg und Norderstedt hieß es, die Auswirkungen der Pandemie auf die Anzahl der Brautpaare lasse sich noch nicht absehen.

"Es gab sehr viele Umbuchungen von 2020 auf 2021. Diese Paare buchen nun auf 2022 um", berichtet Svenja Schirk, Sprecherin des Vereins Bund deutscher Hochzeitsplaner. Oder sie stornierten ganz und heirateten nur standesamtlich. „Die Brautpaare sind extrem verunsichert“, sagt Schirk. Für sie ist das ein Problem: "Ich bin zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Hochzeiten zu verschieben ist daher sehr schwierig." Für die Hochzeitsplaner sei die wirtschaftliche Situation sehr schwierig. „Viele Hilfen decken nur laufende Fixkosten ab, die Solo-Selbstständige nicht haben. Dann bleibt nur noch Hartz IV“, sagt Schirk.

Der Bundesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands kann nicht schätzen, wie viele Paare in Hotels oder Restaurants feiern werden. Schließlich sei nicht klar, wann und unter welchen Voraussetzungen diese wieder öffnen können. "Das stellt Gäste wie Gastgeber vor riesige Herausforderungen", sagt Sprecher Leopold Schramek.

Branche leidet unter fehlender Perspektive

Die nächste Hochzeitsmesse des Veranstalters AB Hochzeitswelt Messe soll voraussichtlich im August stattfinden - eintägig und im Freien. "Dass Mitbewerber Messen für April planen, ist meiner Meinung nach Hara Kiri", sagt Projektmanager Bert Schlichting. Die Lage sei zu unsicher und viele Dienstleister könnten es sich während der Hochzeitssaison nicht leisten, auf einer zweitägigen Messe auszustellen. Welche Aussteller durchhalten, ist fraglich. "Es wird sehr viele Anbieter nicht mehr geben", prophezeit Schlichting. 

Eines der größten Hochzeitsmodengeschäfte Norddeutschlands, Laue Festgarderobe, ist durch Rücklagen abgesichert, sagt Geschäftsführer Henning Jürgensen. Zum Glück: Denn der Onlineshop mache nur ein Prozent des Umsatzes aus, 80 Prozent der Bestellungen kommen zurück. „Im Onlineshop bieten wir 15 bis 20 Kleider an, im Laden hängen rund 2500", schildert Jürgensen. Denn von ungefähr 25 Lieferanten erlaubten nur zwei, dass ihre Kleider online angeboten werden. 

In Berlin, Brandenburg und Sachsen sei Brautmodenberatung seit vergangener Woche wieder erlaubt. "Die Leute fahren nach Berlin, um Brautkleider anzuprobieren", berichtet Jürgensen. Er hält die Corona-Maßnahmen für gerechtfertigt. Trotzdem sagt er: "Das Problem ist, dass der Lockdown sehr lang es ist und es noch keinen Ausweg gibt."

Darauf sollten Paare bei der Planung jetzt achten

Einen Ausweg gibt es zumindest für Paare, deren Feier wegen eines behördlichen Verbots nicht stattfinden kann: Sie haben einen Anspruch auf Rückerstattung, sagt Iowa Husemann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für Leistungen wie Catering, die theoretisch erbracht werden können, aber keinen Sinn machen, könnten Verbraucher Vertragsanpassungen wie die Terminverlegung verlangen. Falls das nicht für beide Seiten zumutbar sei, müsse der Vertrag rückabgewickelt werden.

"Paare sollten im engsten Kreis planen, möglichst draußen feiern und flexibel sein", rät Hochzeitsplanerin Svenja Schirk. Doch sie ist sich auch sicher: "Dienstleister und Paare brauchen starke Nerven."

Hochzeitsplanung wird in diesem Jahr zu Herausforderung: Neben Menü und Gästeliste müssen Paare auch noch die Pandemie berücksichtigen. Das wirkt s

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