Alle Infos zur Debatte um die Drosten-Studie Virologe Drosten im Streit mit der "Bild"-Zeitung: Boulevard vs. Wissenschaft

Der Streit des Virologen Christian Drosten mit der "Bild"-Zeitung ist auch ein Streit zwischen Wissenschaft und Boulevard. Lesen Sie hier alles, was Sie dazu wissen müssen.Der Streit des Virologen Christian Drosten mit der "Bild"-Zeitung ist auch ein Streit zwischen Wissenschaft und Boulevard. Lesen Sie hier alles, was Sie dazu wissen müssen.
imago images (2)/IPON/Müller-Stauffenberg; Wikicommons

Berlin. Der Streit zwischen der "Bild"-Zeitung und dem führenden deutschen Virologen Christian Drosten sucht seinesgleichen. Wie es zu dem Skandal, was danach geschah und warum sich auch Virologe Kekulé in den Streit einmischt.

Eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Virologen Christian Drosten und der "Bild"-Zeitung sorgt seit Tagen für Aufsehen. Anstoß des Konflikts ist eine Studie der Berliner Charité. Darin hatten der Forscher und sein Team die Ansteckungsgefahr von Kindern und Erwachsenen verglichen. (Weiterlesen: Neue Drosten-Studie zu Corona: So infektiös sind Kinder wirklich)

"Bild" kritisiert Drosten-Studie mit Zeitungsbericht

Laut Bild sei die Studie mit "Fragwürdigen Methoden" durchgeführt worden. Die Redaktion des Boulevard-Blatts "Bild" und der Leiter der Virologie an der Berliner Charité streiten mittlerweile öffentlich – Boulevard gegen Wissenschaft.  Der Konflikt gipfelte am Montag, als der Virologe eine "Bild"-Anfrage via Twitter publik machte und diese eindeutig abfällig kommentierte. (Weiterlesen: Streit zwischen Christian Drosten und "Bild" überdeckt Kita-Debatte)

Von "Bild" zitierte Wissenschaftler distanzieren sich von dem Bericht

Das Boulevard-Blatt stützte seine Kritik an dem Artikel auf Aussagen verschiedener Statistiker. Insgesamt führte die "Bild" vier deutsch- und zwei englischsprachige Wissenschaftler an – alle haben sich mittlerweile von dem "Bild"-Artikel distanziert. Viele hatten nicht einmal Kontakt zur "Bild"-Redaktion. (Weiterlesen: "Bild"-Zeitung legt mit weiteren "Kronzeugen" nach – auch die distanzieren sich)

Hören Sie auch eine passende Folge des Podcasts "Coronaland":

Drosten im NDR-Podcast: Berichterstattung "irreführend"

Tags darauf bezog Drosten erneut Stellung. Die von der "Bild"-Zeitung in Gang gesetzte Diskussion um die Studie sei "vollkommen irreführend". In dem Artikel würde etwa gar nicht stehen, "worin eigentlich die Kritik besteht." (Weiterlesen: "Vollkommen irreführend": Drosten bezieht Stellung im Streit mit "Bild")

Drohungen gegen Christian Drosten per Post

Womöglich als Reaktion auf den Streit erhielten Christian Drosten und dessen Fürsprecher, SPD-Politiker Karl Lauterbach, am selben Tag Droh-Pakete per Post. Lauterbach appellierte: "Denkt an unsere Familien." (Weiterlesen: Virologe Drosten und SPD-Politiker Lauterbach erhalten Droh-Paket)

Journalisten-Vorsitzender Überall kritisiert Drosten

Im Gespräch mit unserer Redaktion kritisierte der Deutsche Journalistenverband (DJV) Christian Drosten dafür, die "Bild"-Presseanfrage bei Twitter mit Adresse des Redakteurs veröffentlicht zu haben. Der DJV warnte davor, dem Beispiel Drostens zu folgen und kritische Rechercheanfragen eigenständig zu veröffentlichen. Dies sei in Teilen "völlig inakzeptabel" gewesen. Zudem birgt es rechtliche Risiken. (Weiterlesen: Journalisten-Vorsitzender: Drostens Handeln in Teilen inakzeptabel)

Kritik vom Kollegen Kekulé

Der Streit um die Studie zu Ansteckungsgefahren durch Kinder geht auch am Tag darauf weiter. Ein Gastbeitrag des Virologen Alexander Kekulé im Berliner Tagesspiegel sorgt für Empörung bei Christian Drosten. (Weiterlesen: Kekulé attackiert Drosten mit Beitrag im Tagesspiegel – der kontert bei Twitter)


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