"Willkommene Abwechslung" AfD will Schüler und Studenten zur Feldarbeit verdonnern

Von dpa

Die AfD will Schüler und Studenten auf dem Feld arbeiten lassen. Foto: dpa/Andreas ArnoldDie AfD will Schüler und Studenten auf dem Feld arbeiten lassen. Foto: dpa/Andreas Arnold
picture alliance/dpa

Berlin. Weil vielen jungen Menschen derzeit die Decke auf den Kopf falle, schlägt AfD-Politiker Götz Frömming Feldarbeit für Schüler und Studenten vor. Gleichzeitig könnten sie fehlende Saisonarbeiter ersetzen.

Die AfD will die wegen der Ausbreitung des Coronavirus fehlenden Landarbeiter aus Osteuropa durch Schüler und Studenten ersetzen. "Schüler ab der 10. Klasse und Studenten sind bestens geeignet, um in der Landwirtschaft auszuhelfen", sagte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming, am Donnerstag. Schließlich habe man damit in Deutschland in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht.

Weiterlesen: Spargelstechen in der Corona-Krise: Wer spottet, hat nichts verstanden

"Jungen Menschen fällt die Decke auf den Kopf"

Auch aus pädagogischer Sicht wäre die "Abordnung" der Schüler unter Begleitung ihrer Lehrer zum Arbeitseinsatz auf dem Acker sinnvoll, sagte Frömming, der von Beruf selbst Lehrer ist. Denn durch die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit "fällt vielen jungen Menschen zu Hause sprichwörtlich die Decke auf den Kopf". Die Arbeit an der frischen Luft – bei der die Infektionsgefahr bei Einhaltung des Mindestabstandes sehr gering wäre – könnte da eine "willkommene Abwechslung" bieten. Ob es für die Feldarbeit eine Bezahlung geben sollte, müssten die Schulen dann individuell aushandeln, erklärte ein AfD-Sprecher.

Auch interessant: Bauern mahnen: Düngeverordnung gefährdet Lebensmittelversorgung 

300.000 Saisonarbeiter fehlen

Durch die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Einreisebeschränkungen fehlen in der deutschen Landwirtschaft aktuell bis zu 300.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa. Das Bundeslandwirtschaftsministerium und Agrarverbände suchen deshalb – auch über Plattformen im Internet - bundesweit nach Aushilfskräften.

In der DDR waren Schüler und Studienanfänger regelmäßig zum Ernteeinsatz herangezogen worden. Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik hießen die Herbstferien früher auch "Kartoffelferien", weil mancherorts bis in die 1960er-Jahre auch Schulkinder aus der Stadt - gegen ein geringes Entgelt – bei der Ernte halfen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN