Vor Synagoge "Sieg Heil"-Rufe im Polizeifunk – Ermittlungen gegen zwei Beamte

Von dpa

Das Polizeiauto stand zum Schutz vor einer Synagoge. Symbolbild: dpa/Roland WeihrauchDas Polizeiauto stand zum Schutz vor einer Synagoge. Symbolbild: dpa/Roland Weihrauch
Symbolbild: dpa/Roland Weihrauch

Aachen. Aus einem Streifenwagen, der vor einer Synagoge in Aachen stand, sind "Sieg Heil"-Ausrufe zu hören gewesen. Zwei Beamte wurden vorübergehend vom Dienst suspendiert.

Im Aachener Polizeifunk sind "Sieg Heil"-Ausrufe aus einer Streaming-Serie zu hören gewesen, die nach ersten Ermittlungen aus einem Streifenwagen kamen, der zum Schutz vor einer Synagoge stand. Wie die Behörde am Freitagabend mitteilte, wird gegen zwei Beamte sowohl disziplinarrechtlich als auch strafrechtlich ermittelt. Die über den Polizeifunk verbreiteten Ausrufe stammen den Angaben zufolge aus der Amazon-Streamingserie "Hunters". Sie seien im Funk am Donnerstag einem anderen Polizisten aufgefallen, der die Ausrufe gemeldet habe. 

Taste wurde angeblich nicht absichtlich gedrückt

Nach dem Kenntnisstand von Freitagabend sei ein technischer Fehler der Grund für die Übertragung gewesen, hieß es. Angeblich soll die Taste des Funkgerätes nicht absichtlich gedrückt worden sein, wie eine Polizeisprecherin am Freitagabend zum Ermittlungsstand sagte.

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Bei der Auswertung der privaten Mobiltelefone der Beamten seien auf einem Gerät zweifelhafte Bilddateien gefunden, deren strafrechtliche Relevanz von der Aachener Staatsanwaltschaft geprüft werde. Unklar sei, ob die Dateien verbreitet oder empfangen wurden.

Beamte wurden vorübergehend suspendiert

Beiden Beamten sei bis auf Weiteres die Ausübung der Dienstgeschäfte untersagt. Die Ermittlungen würden aus Gründen der Neutralität im Polizeipräsidium Mönchengladbach geführt. "Wir erwarten von unseren Beamten ein klares Bekenntnis und aktives Eintreten für die Grundwerte unserer Verfassung", erklärte Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach. "Damit unvereinbar ist selbstverständlich die Verwirklichung von Straftatbeständen, aber auch jeder unangemessene Umgang mit gewaltverherrlichenden, fremdenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und rechtsextremistischen Inhalten", betonte er. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.


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