Bilanz des Wetterdienstes Winter in Deutschland war zweitwärmster seit Beginn der Aufzeichnungen

Von afp

Der diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881. Foto: dpa/Frank RumpenhorstDer diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst
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Offenbach. Nur einmal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es in einem Winter wärmer, als 2019/2020. In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter.

Der diesjährige Winter war der zweitwärmste seit dem Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in Deutschland 1881. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach nach einer ersten Datenauswertung seiner Stationen mit. 

Ein Großteil Europas lag demnach den Winter über im Bereich einer "extrem milden" atmosphärischen Südwestströmung. Wärmer war bisher nur die Wintersaison von 2006 auf 2007 gewesen.

Viele Rekorde gebrochen

In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter, wie die Meteorologen mitteilten. Auch in Hamburg und Bremen wurden die bisherigen Rekorde nach erster Einschätzung wohl übertroffen. Im Bundesschnitt betrug die Temperatur 4,1 Grad – also 3,9 Grad über dem Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990, die für Vergleiche genutzt wird.

Details zu Niedersachsen und Bremen

So warm war der Winter
Niedersachsen zählte im Winter 2019/20 mit 5,3 °C (1,2 °C) zu den wärmeren und mit rund 135 Stunden (135 Stunden) zu den sonnenschein-armen Bundesländern. Dabei fielen über 230 l/m² (177 l/m²). In Bremen war der Winter 2019/20 mit 5,6 °C (1,5 °C) genauso warm wie 2006/07, dem dort bisher wärmsten Winter seit 1881. 
Bremen kam auf fast 215 l/m² (165 l/m²) und war mit knapp 125 Stunden (140 Stunden) ein sonnenscheinarmes Bundesland. Zwei Unfälle in dichtem Nebel forderten am Morgen des Neujahrstages vier Menschenleben. In schwerem Sturm wurden auf Wangerooge am 9. Februar 80 Prozent des Strandes weggespült. (DWD)

Der Winter war laut DWD darüber hinaus auch "deutlich zu nass", zugleich aber "ungewöhnlich schneearm". Selbst im bayerischen Oberstdorf in den Alpen lag an 54 Tagen kein Schnee. In einigen Teilen des weiter nördlich gelegenen Flachlands schneite es demnach gar erstmals am Donnerstag.

Milde Südwestströmungen über Europa

Grund war der sich über Grönland und Nordkanada ständig erneuernde sogenannte Kältepol der Nordhalbkugel. Dazu gehörte ein atmosphärisches Starkwindband, das immer wieder Tiefdruckgebiete über Island in Richtung Russland schickte. Diese führten zu Südwestströmungen über Europa, die beständig milde Warmluft heranführten. Auch in einem Großteil des übrigen Europas war es daher extrem mild.


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