Dauerhafte Ausstellung So sah der Speisewagen Adolf Hitlers aus

Von dpa, afp, tdet

Laut Museum ist das Fahrzeug "ein einmaliges Zeugnis über die Regierung- und Repräsentationszwecke der deutschen Eisenbahn".  Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa/CollageLaut Museum ist das Fahrzeug "ein einmaliges Zeugnis über die Regierung- und Repräsentationszwecke der deutschen Eisenbahn". Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa/Collage
Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa

Neuenmarkt/München. Der einstige Speisewagen von Adolf Hitler und Salonwagen ehemaliger Kanzler wie Adenauer wird dauerhaft im Deutschen Dampflokomotiv Museum ausgestellt.

Das Deutsche Dampflokomotiv Museum kann den einstigen Speisewagen von Adolf Hitler und Salonwagen von ehemaligen Kanzlern wie Konrad Adenauer (CDU) dauerhaft ausstellen. Die Oberfrankenstiftung hat den Salonspeisewagen 10 242 von einem Privatmann gekauft und stellt ihn als Dauerleihgabe dem Haus in Neuenmarkt zur Verfügung. Laut Museum ist das Fahrzeug "ein einmaliges Zeugnis über die Regierung- und Repräsentationszwecke der deutschen Eisenbahn". Seine Geschichte wurde sogar schon in einem Dokumentarfilm verewigt, wie es heißt. Seit 2001 war der Salonspeisewagen schon im Deutsche Dampflokomotiv Museum zu sehen.

Es gibt noch andere historische Eisenbahnwaggons, die einst die Nationalsozialisten geordert hatten und die später bis Willy Brandt von Kanzlern der Bundesrepublik unter anderem für Wahlkampftouren genutzt wurden. Im Haus der Deutschen Geschichte in Bonn etwa steht seit 1990 Waggon 10 205 - als erstes Exponat des Museums. Helmut Schmidt bekam laut einem Sprecher noch einen neuen Salonwagen. "Dann waren Flugzeug, Hubschrauber und Auto erste Wahl."

Israelische Stiftung bekommt versteigerten Hut von Adolf Hitler

Erst kürzlich war in München ein Hut von Adolf Hitler versteigert worden, der nun in die Hände einer israelischen Stiftung kommt. Der in der Schweiz lebende libanesische Geschäftsmann Abdallah Tschatila sagte der Zeitung "Le Matin Dimanche", er habe den Hut und weitere mit Hitler verbundene Objekte erworben, damit sie nicht für "Neonazi-Propaganda" missbraucht würden. Er habe Kontakt mit der Stiftung Keren Hajessod aufgenommen und entschieden, dieser die Gegenstände zukommen zu lassen. Sie sollen künftig in einem Museum ausgestellt werden.

Hintergrund: Libanese ersteigert Hitler-Gegenstände für 600.000 Euro – um Neonazis zu ärgern

Die umstrittene Versteigerung war in München durch das Auktionshaus Hermann Historica veranstaltet worden. Tschatila erwarb dabei für 545.000 Euro insgesamt zehn Gegenstände. Neben dem Hut des NS-Diktators befinden sich darunter auch Hitlers Zigarrenkiste und Schreibmaschine sowie eine Luxusausgabe von "Mein Kampf", die der NS-Größe Hermann Goering gehört hatte.

Die Initialen "AH" sind in einem persönlichen Faltzylinder von Adolf Hitler zu sehen. Der Zylinder der Münchner Hutfabrik J.A. Seidl aus den frühen 1930er Jahren stammt aus Hitlers Privatwohnung am Prinzregentenplatz und kam unlängst unter den Hammer. Foto: dpa/Matthias Balk

Der Präsident der European Jewish Association (EJA), Menachem Margolin, zeigte sich "überwältigt" von dem Schritt des Geschäftsmanns. Zugleich forderte er die Bundesregierung auf, die Versteigerung von Nazi-Gegenständen stärker zu kontrollieren. Auktionshäuser sollten demnach offenlegen, wer die Objekte kauft, damit die Käufer überwacht werden könnten.


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