Verheerende Buschfeuer in Australien Aus Flammenmeer geretteter Koala Ellenborough Lewis ist tot

Für die ohnehin gefährdeten Koalas haben die Buschfeuer verheerende Auswirkungen: Tierschützer gehen davon aus, dass in den vergangenen zwei Monaten rund 1000 Tiere ums Leben gekommen sind. (Symbolbild) Foto: imago images/VCGFür die ohnehin gefährdeten Koalas haben die Buschfeuer verheerende Auswirkungen: Tierschützer gehen davon aus, dass in den vergangenen zwei Monaten rund 1000 Tiere ums Leben gekommen sind. (Symbolbild) Foto: imago images/VCG
via www.imago-images.de

Brisbane/Sydney. Das Video seiner spektakulären Rettung aus dem australischem Buschfeuer ging vergangene Woche viral – nun herrscht jedoch traurige Gewissheit: Der Koala Ellenborough Lewis hat seine schweren Verletzungen nicht überlebt.

Die Bilder gingen vergangene Woche um die Welt: Während der tobenden Buschfeuer in Australien läuft eine Frau zielstrebig auf einen Baum zu und rettet einen sichtlich angeschlagenen Koala vor dem drohenden Tod in den Flammen. Sie wickelt das schreiende Tier in ihr Oberteil ein und kühlt ihn anschließend mit etwas Wasser, bevor der Beutelbär in das auf Koalas spezialisierte Port Macquarie Koala Hospital gebracht wird. Das Video (siehe unten) ging viral, wurde in den sozialen Netzwerken von zahlreichen Menschen tausendfach geteilt – auch, um auf das ganze Ausmaß der Brände und das verheerende Schicksal der Tiere aufmerksam zu machen. Nur wenige Tage später die traurige Nachricht: Der Koala, der es seither zu trauriger Berühmtheit gebracht hatte und auf den Namen Ellenborough Lewis getauft worden war, ist tot.

„Wir haben ihn heute Morgen unter Vollnarkose gestellt, um seine Verbrennungen zu untersuchen und die Verbände zu wechseln“, teilte das Port Macquarie Koala Hospital am Dienstagmorgen via Facebook mit. Im Fall von Ellenborough Lewis seien die Brandverletzungen zum Bedauern der Tierärzte allerdings schlimmer geworden. „Das Hauptziel des Koala-Krankenhauses ist das Wohlergehen der Tiere", heißt es in dem Statement des Krankenhauses weiter. Deshalb sei die Entscheidung getroffen worden, den Koala einzuschläfern.

Ellenborough Lewis hatte während der Buschfeuer schwere Verbrennungen an den Händen, Armen, Füßen sowie den Innenseiten seiner Beine erlitten. Gemeinsam mit rund 30 weiteren Koalas war er in der Klinik behandelt worden. Seit Oktober loderten die Buschbrände in Australien, die Bundesstaaten New South Wales und Queensland mussten zwischenzeitlich den Notstand ausrufen. Nach Angaben der Feuerwehr sollen rund 1,6 Millionen Hektar Land allein in New South Wales den Flammen zum Opfer gefallen sein. 

Hintergrund: Buschbrände in Australien – Koalas sind "funktional ausgestorben"

Darunter litt und leidet auch die Tierwelt: Die Lebensräume zahlreicher Arten wurden teilweise vernichtet, Koalas, Kängurus und Wombats mussten vor dem Feuer flüchten. Laut Australian Koala Foundation wird der Bestand der Koalas inzwischen auf weniger als 80.000 schätzt. Diese Zahl sei nicht ausreichend, um den Fortbestand der Art noch gewährleisten zu können: In der freien Wildbahn sei es nicht mehr möglich, eine neue Generation an Koalas hervorzubringen. 128 Bezirke überwacht die 1986 gegründete Organisation – in 41 davon lebten seitdem keine Koalas mehr. 

Der Grund dafür sei vor allem der Klimawandel: Tausende Tiere starben in den vergangenen Jahren durch vermehrt auftretende Hitzewellen an Dehydrierung. Hinzu kämen grassierende Chlamydien-Infektionen. Die Bakterienerkrankung kann zu Erblindung, Unfruchtbarkeit und zum Tod führen. Die wenigen Koala-Pärchen, die nicht unfruchtbar sind, würden laut Australian Koala Foundation genetisch erbkranke Nachkommen hervorbringen. 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN