Fragwürdige Maßnahme in Indien Spicken verboten: Schüler müssen Pappkartons auf dem Kopf tragen

Damit sie nicht abschreiben, mussten sich Schüler in Indien einer seltsamen Maßnahme unterziehen. Foto: imago images/photothekDamit sie nicht abschreiben, mussten sich Schüler in Indien einer seltsamen Maßnahme unterziehen. Foto: imago images/photothek

Hamburg. Eigentlich achtet der Klassenlehrer darauf, dass während einer Klausur nicht abgeschrieben wird – nicht so in Indien, wo Kartons zum Einsatz kamen.

Ganz klar: Abschreiben ist in der Schule verboten. Damit Schüler und Schülerinnen während einer Chemie-Prüfung aber auch ganz sicher nicht auf den Zettel des Nebenmanns schielen, hat sich eine Schule in Indien eine ziemlich fragwürdige Maßnahme überlegt: Sie verteilten Pappkartons, die die College-Gänger auf ihre Köpfe setzen mussten, wie die BBC Hindi berichtete. Lediglich durch ein großes Loch an der Vorderseite des Kartons konnten die Schüler auf ihren Aufgabenzettel blicken. 

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Dass es diesen Vorfall tatsächlich gegeben hat, zeigen Bilder, die ein Mitarbeiter des Bhagat Pre-University College im Bundesstaat Karnataka bei Facebook hochgeladen haben soll.

Teilnahme soll freiwillig gewesen sein

Die öffentlich gemachten Aufnahmen sorgten für Empörung und auch der Bildungsminister des Bundesstaats Karnataka, S. Suresh Kumar, bezeichnete die Maßnahme als "inakzeptabel". Niemand hätte das Recht, andere Menschen – schon gar nicht Schüler  wie Tiere zu behandeln, schrieb er auf Twitter. Diese "Perversion" werde Folgen haben.

Der Schulleiter sagte gegenüber BBC Hindi, dass es sich nur um einen Testlauf gehandelt habe und die Teilnahme an der Maßnahme freiwillig gewesen sei – Schüler hätten nur mit der Erlaubnis ihrer Eltern teilgenommen. Auch die Kartons hätten sie von zu Hause mitgebracht, aber schon nach 15 bis 30 Minuten wieder abgesetzt. Mittlerweile hat sich die Schule für die Aktion entschuldigt. 


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