Auch in Deutschland UN-Zahlen: Mindestens 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit eingesperrt

Von dpa

Weltweit sitzen laut UN Kinder und Jugendliche im Gefängnis. Foto: imago images/Jürgen RitterWeltweit sitzen laut UN Kinder und Jugendliche im Gefängnis. Foto: imago images/Jürgen Ritter
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Berlin. Weltweit befinden sich mehr als 1,3 Millionen junge Menschen in Strafanstalten. Laut statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland ebenfalls minderjährige Strafgefangene.

Mindestens 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche sind UN-Zahlen zufolge mit behördlicher Zustimmung eingesperrt. Rund 410.000 Menschen unter 18 Jahren sitzen im Gefängnis, heißt es in einem kürzlich vorgestellten Bericht, den die Vereinten Nationen (UN) bei Experten in Auftrag gegeben hatten. In vielen Hafteinrichtungen komme es häufig zu Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung. Zudem mangele es unter anderem an Sonnenlicht, Privatsphäre, angemessener Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten. Die Experten betonen in ihrem Bericht, dass ihre Zahlen sehr konservativ geschätzt seien. 

Nachteile bei Entwicklung 

"Der Schaden für die Kinder ist gewaltig. In der feindseligen Atmosphäre eines Gefängnisses schaltet ihr Gehirn auf Überleben um. Alles andere wird blockiert, sowohl die körperliche, die intellektuelle, als auch die emotionale Entwicklung", sagte Teresa Ngigi, Psychologin bei den SOS-Kinderdörfern, laut einer Mitteilung von Sonntag.

"Wie militärische Anstalten"

In Deutschland gab es im Frühjahr 2017 laut Statistischem Bundesamt rund 440 Strafgefangene unter 18 Jahren. Dem UN-Bericht zufolge sind weltweit 330.000 junge Menschen im Zusammenhang mit Migration in Haft, 430.000 bis 680 000 Kinder und Jugendliche sind in Heimen oder ähnlichen Einrichtungen eingesperrt. "Viele dieser Heime funktionieren wie militärische Anstalten, in denen die Kinder wie Soldaten gedrillt werden. Da geht es nicht mehr um Disziplin, sondern um Bestrafung. Es gibt keine Richtlinien, keine Kontrollen, die Kinder bekommen keine Liebe, haben keinerlei Mitspracherecht", sagte Ngigi.


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