Rechter Anschlag Er wollte zur Bundeswehr – neue Details zum Attentäter von Halle

Von dpa

Die Synagoge in Halle: in der Nähe erschoss der Attentäter zwei Menschen. Foto: imago images/Steffen SchellhornDie Synagoge in Halle: in der Nähe erschoss der Attentäter zwei Menschen. Foto: imago images/Steffen Schellhorn

Halle/Berlin. In einer nicht-öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages werden neue Details zum Halle-Attentäter bekannt.

Der Attentäter von Halle hat sich im September 2018 bei der Bundeswehr beworben. Das verlautete am Mittwoch aus einer nicht-öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages, an der auch der Generalbundesanwalt Peter Frank teilnahm. Den Angaben zufolge zog er seine Bewerbung allerdings später wieder zurück. Weshalb er sich anders entschied, ist noch nicht bekannt. Er hatte Ende 2010 bis 2011 einige Monate Wehrdienst geleistet.

Der Mann habe sich auf eine Mannschaftslaufbahn beworben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Bundeswehr. Im Jahr 2019 habe er einen Tag vor dem Auswahlverfahren dann eine Email geschrieben und erklärt, er verzichte auf die Bewerbung. Die Gründe seien unklar geblieben. "Wir wissen es nicht", hieß es dazu aus der Bundeswehr.

Waffe im Internet gekauft

Bereits 2015 soll der Attentäter im Internet eine Schusswaffe besorgt haben. Ob er die Waffe im offenen Internet oder im sogenannten Darknet fand, ist demnach noch nicht endgültig geklärt. Auch die Frage, ob es sich damals um eine Schreckschusspistole oder um eine scharfe Waffe handelte, blieb letztlich offen.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Deutsche schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen, wo rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan misslang, erschoss der Täter auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-jährigen Mann in einem Döner-Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. Der 27-Jährige ist in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt. 

Für das von ihm geplante Massaker baute er mehrere Waffen selbst und stellte auch Munition her. Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster sagte, dass der Mann die Tür der Synagoge nicht überwinden konnte, habe wohl vor allem an der relativ geringen Durchschlagskraft seiner Waffen gelegen.

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Durchsuchungen in Mönchengladbach

Zwei Männer aus Mönchengladbach sollen das perfide "Manifest" des Attentäters von Halle im Internet verbreitet haben. Die Wohnung der Beschuldigten sei am Mittwoch durchsucht worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, Jan Steils, am Mittwoch auf dpa-Anfrage. Es bestehe der Verdacht, dass sie "vom Attentäter herrührende" Dokumente mit volksverhetzendem Inhalt "zeitnah zum Attentat von Halle" verbreitet hätten. Auf die Frage, ob es sich dabei um das "Manifest" des Attentäters handele, sagte Steils, das treffe zu. Gegen die 26 und 28 Jahre alten Männer werde wegen Volksverhetzung ermittelt.


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