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Heftiger Wirbelsturm Taifun "Hagibis": In Japan herrscht höchste Warnstufe

Von dpa

In Japan hat der heftige Taifun "Hagibis" erste Schäden angerichtet. Foto: dpa/Katsuya Miyagawa/Kyodo NewsIn Japan hat der heftige Taifun "Hagibis" erste Schäden angerichtet. Foto: dpa/Katsuya Miyagawa/Kyodo News

Tokio. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 234 Kilometern pro Stunde trifft der Taifun "Hagibis" auf Japan. Tausende Menschen sind dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Ein außergewöhnlich heftiger Taifun nimmt Kurs auf Tokio. Wegen der Gefahr durch sintflutartige Regenfälle gaben die Behörden am Samstag für Japans Hauptstadt sowie sechs weitere Regionen die höchste Warnstufe aus. Zehntausende von Menschen in Ost- sowie Zentraljapan wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Aus dem Ort Sagamihara nahe Tokio wurden Erdrutsche gemeldet. Der Wirbelsturm "Hagibis", der in Japan schlicht Taifun Nummer 19 genannt wird, ließ Flüsse im Großraum Tokio bedrohlich anschwellen. "Hagibis" könnte gegen 1800 Uhr (1100 Uhr MESZ) bei der Halbinsel Izu nahe Tokio auf Land treffen, wie die nationale Wetterbehörde bekanntgab. Am Sonntag dürfte er im Norden abziehen.

Straßen und Häuser unter Wasser

Der Wirbelsturm bewegte sich über dem Pazifik auf das asiatische Inselreich zu und dürfte am Samstagabend (Ortszeit) auf Land treffen. Tausende in japanischen Zentralprovinzen wie Mie und Kanagawa südwestlich der Millionen-Hauptstadt Tokio wurden am Samstag aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. In der benachbarten Provinz Shizuoka standen Straßen und Häuser unter Wasser.

Einsatzkräfte agieren der verwüsteten Region Ichihara. Foto: dpa/kyodo

Taifun "Hagibis" erreicht nahe seines Zentrums Windgeschwindigkeiten von bis zu 234 Kilometern pro Stunde. Der Wirbelsturm könnte Tokio und andere Gebiete im Osten des Landes mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem Taifun überziehen, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben kostete.

"Hagibis" war das beherrschende Thema im japanischen Fernsehen. Immer wieder wurden die Menschen vor den Naturgewalten gewarnt und aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Insbesondere von Küstenstrichen, wo hoher Wellengang herrschte, sollten sie sie fernhalten. Die Behörden warnten, dass Häuser in den starken Sturmböen einstürzen könnten. Manche Bewohner deckten die Dächer ihrer oft in Leichtbauweise errichteten Häuser vorsorglich mit blauen Plastikplanen ab, mancher verbarrikadierte die Fenster mit Brettern.

Inlandsflüge gestrichen, Geschäfte geschlossen

Bahnbetreiber hatten frühzeitig Einschränkungen des Verkehrs für das Wochenende im Westen und Osten Japans einschließlich Tokio angekündigt. Die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) strich für Samstag sämtliche Inlandsflüge sowie die meisten internationalen Flüge von und zu den Tokioter Flughäfen Haneda und Narita. Auch Japan Airlines (JAL) entschied, die meisten Flüge am Samstag zu streichen.

Viele Kaufhäuser in Tokio und Umgebung blieben am Samstag geschlossen. Auch Unternehmen wie die Autobauer Toyota und Honda ließen die Bänder in einigen ihrer Fabriken an dem Tag ruhen. Die Regierung in Tokio wies alle zuständigen Ministerien an, notwendige Maßnahmen im Umgang mit den Folgen des Taifuns zu treffen.

Aus Sorge vor den drohenden Auswirkungen des Taifuns findet zudem die Formel-1-Qualifikation zum Grand Prix von Japan erst am Rennsonntag statt. Alle für den Samstag auf dem Suzuka International Racing Course geplanten Aktivitäten wurden abgeblasen. Auch zwei Spiele bei der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft in Japan mussten abgesagt werden. Bis Sonntag dürfte der Taifun Richtung Norden abziehen.


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