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Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Sechs Monate danach: Notre-Dame bleibt noch jahrelang geschlossen

Von afp

Das Bild von Notre-Dame mit zahlreichen Kränen und Baugerüsten werden sich die Pariser und Touristen noch viele Jahre hinnehmen müssen. Foto: dpa/Gao Jing/XinHuaDas Bild von Notre-Dame mit zahlreichen Kränen und Baugerüsten werden sich die Pariser und Touristen noch viele Jahre hinnehmen müssen. Foto: dpa/Gao Jing/XinHua

Paris. Auch viele Monate nach dem verheerenden Brand ist die Pariser Kathedrale noch immer einsturzgefährdet. Mit einem Wiederaufbau ist nicht vor 2021 zu rechnen.

Sechs Monate nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame vom 15. April sind noch viele Fragen rund um den Wiederaufbau offen. Weder ist die Stabilität der gotischen Kirche vollständig gesichert, noch ist klar, in welcher Form sie restauriert werden soll. Klar ist nur: Für Besucher wird das mehr als 850 Jahre alte Gotteshaus noch jahrelang geschlossen bleiben.

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Welche Fortschritte macht die Sicherung des Bauwerks?

Die Arbeiten zur Absicherung der Kathedrale sind noch im vollen Gang. Zwar konnte die Feuerwehr die Grundmauern und die mächtigen Glockentürme retten, aber die Hauptgefahr ist noch immer nicht gebannt: Das Gewölbe der Kathedrale könnte nach Angaben von Chefarchitekt Philippe Villeneuve nachgeben.

Warum besteht weiter ein Einsturzrisiko?

Auf dem Gewölbe lastet ein 500 Tonnen schweres Baugerüst, das durch das Feuer teilweise eingeschmolzen ist. Das Eisengerüst auf dem Dach von Notre-Dame war für Arbeiten an dem Spitzturm angebracht – der Turm stürzte bei dem Brand jedoch ebenso ein wie große Teile des Bleidachs.

Wie sieht der Zeitplan für die Arbeiten aus?

Die Sicherungsarbeiten dürften erst im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein. Anschließend ziehen die Architekten Bilanz. Mit dem eigentlichen Wiederaufbau ist nicht vor 2021 zu rechnen.

In welcher Form soll Notre-Dame wiedererstehen?

Das ist noch unklar. Zwei Lager stehen sich gegenüber: Traditionalisten gegen Modernisierer. Chefarchitekt Villeneuve schlägt vor, den eingestürzten Spitzturm identisch wieder aufzubauen - nach dem Vorbild des mehr als 90 Meter hohen Turms, den der Architekt Eugène Viollet-le-Duc im 19. Jahrhundert auf die Kathedrale setzte.

Präsident Emmanuel Macron wünscht sich einen "kreativen Wiederaufbau". Von internationalen Architektenbüros gibt es bereits zahlreiche Vorschläge. Der durch die Berliner Reichstagskuppel bekannte britische Architekt Norman Foster schlägt einen Glasturm vor. Andere Ideen reichen von einer Konstruktion aus feuerfestem Metall bis hin zu einem Turm in Form einer "ständigen Flamme" als Erinnerung an den Brand. Eine Mehrheit der Franzosen lehnt einen Wiederaufbau in moderner Form laut einer Umfrage allerdings ab.

Wie viele Spenden sind eingegangen?

Die drei vom Staat eingesetzten Stiftungen haben nach eigenen Angaben Spendenzusagen in Höhe von rund 617 Millionen Euro erhalten. Die größten stammen von den französischen Millionärsfamilien Arnault und Pinault. Sie haben Zahlungsvereinbarungen in Höhe von 200 und 100 Millionen Euro unterzeichnet. Aber auch zahlreiche Privatleute in mehr als 150 Ländern haben gespendet.

Was wird der Wiederaufbau kosten?

Dazu gibt es noch keine verlässlichen Schätzungen. Das Ausmaß der Arbeiten dürfte frühestens im kommenden Jahr feststehen. Allein die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen haben sich mit rund 85 Millionen Euro gegenüber der ersten Schätzung nahezu verdreifacht. Dies liegt vor allem an den Reinigungsarbeiten im Umkreis der Kathedrale, wo infolge des Brandes eine hohe Bleibelastung festgestellt wurde.

Welche Risiken für Gesundheit und Umwelt gibt es?

Bei dem Brand schmolzen hunderte Tonnen hochgiftiges Blei vor allem aus dem Dach der Kathedrale. Eine hohe Bleibelastung wurde unter anderem an Schulen und Kinderkrippen festgestellt, einige Einrichtungen blieben vorübergehend geschlossen. Nach Blutuntersuchungen bei 750 Kindern gaben die Behörden inzwischen vorläufige Entwarnung. Umweltverbände bleiben skeptisch.

Wann können Touristen Notre-Dame wieder besuchen?

Präsident Macron hat eine Wiedereröffnung bis zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 versprochen. Viele Experten halten dies aber für unrealistisch.


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