Beeindruckende Entdeckung im Norden Israels „New York der Bronzezeit“: 5000 Jahre alte riesige Metropole freigelegt

Die Stätte En Esur in der Nähe der heutigen Stadt Chadera im Bezirk Haifa ist laut Forschern das bislang größte urbane Zentrum aus der Bronzezeit in der Region. Foto: Clara Amit/Israel Antiquities Authority/dpaDie Stätte En Esur in der Nähe der heutigen Stadt Chadera im Bezirk Haifa ist laut Forschern das bislang größte urbane Zentrum aus der Bronzezeit in der Region. Foto: Clara Amit/Israel Antiquities Authority/dpa 

Chadera. Forscher haben in Nordisrael die Überreste einer beeindruckenden altertümlichen Metropole freigelegt. Die Stätte nahe dem heutigen Harish im Bezirk Haifa sei rund 5000 Jahre alt und die "größte und zentralste", die jeweils im Gebiet des Nahoststaats entdeckt worden sei.

Forscher haben im Norden Israels eine über 5000 Jahre alte Metropole freigelegt. Die Stätte En Esur in der Nähe der heutigen Stadt Chadera im Bezirk Haifa sei das bislang größte urbane Zentrum aus der Bronzezeit in der Region, erklärte die israelische Altertumsbehörde am Sonntag.

En Esur sei ausgesprochen planvoll angelegt worden, sagte Behördenvertreter Jizchak Pas der Nachrichtenagentur AFP. "Es gab öffentliche Plätze sowie regelrechte Straßennetze." Schätzungsweise 5000 bis 6000 Menschen hätten hier von Landwirtschaft und Handel gelebt. Ein Vertreter der israelischen Altertumsbehörde nannte die Siedlung ein „frühbronzezeitliches New York“. Rund 3000 Jahre vor Christi sei die Stadt allerdings wieder aufgegeben worden. Die Gründe dafür seien unbekannt.

Nach Angaben der Archäologen Itai Elad und Dina Schalem erstreckte sich En Esur über eine Fläche von 0,65 Quadratkilometern und war damit doppelt so groß wie alle anderen bisher bekannten antiken Stätten in der Region. Die Forscher entdeckten Teile eines zwei Meter hohen Befestigungswalls, einen Friedhof sowie einen Tempel mit Tier- und Menschenfiguren. In einem Steinbecken des Tempels fanden sie als mutmaßliche Opfergaben verbrannte tierische Knochenreste.

Die Darstellung eines menschlichen Kopfes ist eines der Fragmente, die auf dem Gelände der Ausgrabungsstätte En Esur nahe dem heutigen Harish im Bezirk Haifa gefunden worden. Foto: Clara Amit/Israel Antiquities Authority/dpa

Bei ihren Grabungen stießen die Forscher auch auf eine kleinere und mutmaßlich 2000 Jahre ältere Siedlung aus der Kupferzeit. Diese weise Anzeichen für einen ungewöhnlich frühen ersten Urbanisierungsprozess auf, erklärte Pas.

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Bislang wurden in En Esur rund vier Millionen Fragmente freigelegt, darunter Keramikscherben, Steinwerkzeuge und Vasen aus Stein und Basalt. Einige der Werkzeuge stammten laut den Forschern aus Ägypten.

Die Ausgrabungen wurden vor zweieinhalb Jahren im Vorfeld von Straßenbauarbeiten in dem Gebiet begonnen. An ihnen beteiligten sich neben den Experten auch 5000 Jugendliche und Freiwillige.


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