93 Morde gestanden FBI: Samuel Little schlimmster Serienmörder in US-Geschichte

Das FBI hat bekannt gegeben, dass Samuel Little der schlimmste Serienmörder der Geschichte ist. Foto: dpa/Tim BrakemeierDas FBI hat bekannt gegeben, dass Samuel Little der schlimmste Serienmörder der Geschichte ist. Foto: dpa/Tim Brakemeier 

Washington. Nur durch Zufall wurde Samuel Little 2012 geschnappt. Wie sich herausstellte, ist er der schlimmste Serienmörder in der us-amerikanischen Geschichte. Das FBI gibt ungewohnt detaillierte Einblicke in seine Geständnisse.

Ein zunächst wegen dreifachen Mordes in Kalifornien verurteilter US-Amerikaner hat im Zuge weiterer Ermittlungen bisher insgesamt 93 Morde gestanden. Damit sei der 79-jährige Samuel Little der schlimmste Serienmörder in der Geschichte der USA, teilte die Bundespolizei FBI am Sonntag (Ortszeit) mit. 43 weitere Geständnisse stünden noch aus, hieß es in der Mitteilung weiter. Little hat demnach freiwillig detaillierte Informationen zu Mordfällen gemacht, die sich quer über die USA in den Jahren 1970 bis 2005 ereignet hatten.

Ein vom Ector County Texas Sheriff's Office zur Verfügung gestelltes, undatiertes Foto zeigt Samuel Little. Foto: dpa/Ector County Texas Sheriff's Office/AP

Das FBI hat eine detaillierte Webseite ins Internet gestellt, die tiefe Einblicke in die Geständnisse von Samuel Little gibt. Als sei es das Normalste auf der Welt, spricht Little in Videos über seine Opfer:


Das FBI erhofft sich von den Videos, Fotos und Karten Hinweise auf die Opfer Littles. Der Serienmörder malte dafür sogar Bilder seiner Opfer. 

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Befragungen mit System

Rund 160 Serienmörder konnten in den vergangenen 20 Jahren gefasst und verurteilt werden. Diese Erfolge im Kampf gegen die "Serial Killer" sind kein Zufall: Seit 1979 befragt das FBI inhaftierte Serienmörder systematisch und speist diese Daten in ihr Computerprogramm "Vicap" (Violent Criminal Apprehension Program) ein. Dafür hat das FBI einen Fragebogen entwickelt, den "Crime Analysis Report", in dem alle Informationen über ein Verbrechen erfasst werden. Der Report enthält 186 Fragen über allgemeine Angaben über das Verbrechen, Informationen über das Opfer und Informationen über den Täter. 

Beim "Vicap" laufen zudem alle Informationen über aufgeklärte und unaufgeklärte Serien-Mordfälle zusammen. Gespeichert werden Daten über Mordversuche ohne erkennbares Motiv oder in Verbindung mit Sexualverbrechen, über verschwundene Personen, die möglicherweise Opfer von Straftaten geworden sind, und über nicht identifizierte Mordopfer.

Samuel Little hat jahrelang geglaubt, dass er nicht gefasst werden würde, weil er glaubte, dass niemand für seine Opfer verantwortlich ist.Christie Palazzolo, Kriminalanalytikerin bei Vicap

"Obwohl er bereits im Gefängnis sitzt, ist das FBI der Ansicht, dass es wichtig ist, für jedes Opfer Gerechtigkeit zu suchen – um jeden möglichen Fall abzuschließen."

Nur durch Zufall geschnappt

Little war dem FBI zufolge 2012 zunächst wegen Drogendelikten gefasst worden. Anhand von DNA-Spuren stellten Ermittler dann die Verbindung zu drei Mordfällen her: Die Frauen waren in den Jahren 1987 bis 1989 in der Gegend um Los Angeles erwürgt worden. 2014 wurde Little dafür zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt. Medienberichten zufolge handelt es sich bei seinen Dutzenden Opfern um Frauen. 


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