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Auftakt in die Nobelwoche Medizinnobelpreis geht an Forschertrio aus England und den USA

Von dpa

Die Nobelpreise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung beträgt derzeit 9 Millionen Kronen (rund 840.000 Euro). Foto: dpa/Kay NietfeldDie Nobelpreise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung beträgt derzeit 9 Millionen Kronen (rund 840.000 Euro). Foto: dpa/Kay Nietfeld

Stockholm. Zum Start in die diesjährige Nobelwoche wurde in Stockholm der Preisträger für Medizin bekanntgegeben.

Mit der Bekanntgabe des Medizinnobelpreises hat am Montag die Nobelwoche begonnen. Der Preis geht in diesem Jahr an William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen  und sich daran anpassen. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die Kenntnis dieser Mechanismen sei wichtig für die Behandlung zahlreicher Krankheiten, hieß es von der Nobeljury. Die Entdeckung habe den Weg freigemacht für vielversprechende Strategien etwa gegen Blutarmut, Krebs und viele andere Erkrankungen.

Bis Ende der Woche folgen dann die Auszeichnungen in Physik, Chemie, Literatur und Frieden, am darauffolgenden Montag schließlich der Wirtschaftsnobelpreis. 

840.000 Euro für Nobelpreis

Die Nobelpreise sind wie in den beiden Vorjahren pro Kategorie mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 840.000 Euro) dotiert. Offiziell geehrt werden die Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, feierlich in Stockholm und Oslo. Sie erhalten dann neben dem Preisgeld die berühmte Nobelmedaille sowie eine Nobelurkunde.

Mit dem Medizinnobelpreis waren im vergangenen Jahr die beiden Immunologen James Allison aus den USA und Tasuku Honjo aus Japan ausgezeichnet worden. Sie wurden für die Entwicklung spezieller Krebstherapien geehrt. 

Die Medizin-Nobelpreisträger seit 2009

Liste der Preisträger
2018: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.  
2017: Die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.
2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt hat.
2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria-Wirkstoffs Artemisinin entdeckt hat.
2014: Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie John O'Keefe (USA/Großbritannien) für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.
2013: Thomas Südhof (gebürtig in Deutschland) sowie James Rothman (USA) und Randy Schekman (USA) für die Entdeckung von wesentlichen Transportmechanismen in Zellen.
2012: Der Brite John Gurdon und der Japaner Shinya Yamanaka für die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen Zustand.
2011: Bruce Beutler (USA) und Jules Hoffmann (Frankreich) für Arbeiten zur Alarmierung des angeborenen Abwehrsystems.
2010: Der Brite Robert Edwards für die Entwicklung der Reagenzglas-Befruchtung.
2009: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak (alle USA) für die Erforschung der Zellalterung. 

Wer die Preise erhält, ist wie immer vorab völlig unbekannt. Wie auch in den Kategorien Physik und Chemie geht der Medizinpreis häufig an mehrere Wissenschaftler gleichzeitig, die gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben. Den Medizinnobelpreis haben seit der ersten von bislang 109 Vergaben insgesamt 216 Personen erhalten, darunter nur zwölf Frauen. 39 Mal ging sie an einen Einzel-, 33 Mal an zwei und 37 Mal an drei Preisträger. Der Preis darf an maximal drei Personen gleichzeitig vergeben werden.


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