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Besuch beim Erzbischof Neue Fotos von Archie: Harry und Meghan auf Afrikareise

Von dpa, lod

Archie ist mit seinen Eltern auf Afrikareise. Sie besuchten Desmond Tutu, Erzbischof von Kapstadt. Foto: dpa/Toby Melville/PA WireArchie ist mit seinen Eltern auf Afrikareise. Sie besuchten Desmond Tutu, Erzbischof von Kapstadt. Foto: dpa/Toby Melville/PA Wire
dpa/Toby Melville/PA Wire

Kapstadt. Prinz Harrys kleine Familie ist auf Afrikareise: Die britischen Royals besuchen diverse Hilfsorganisationen – einige werden mit Spenden finanziert, die zur Geburt des kleinen Archie flossen.

Der kleine Archie schläft gerne an Daddys Brust - soviel weiß Nazli Ebross Fakir nun. Nach ihrem Treffen mit dem britischen Prinzen Harry in Kapstadt berichtete die Südafrikanerin Reportern: «Sein Dad hörte gar nicht auf, von ihm zu erzählen.» Doch gesehen hatte in der Öffentlichkeit noch niemand den knapp fünf Monate alten Sohn von Harry und Herzogin Meghan, seit sie am Montag in der südafrikanischen Touristenmetropole ihre erste Auslandstour als Familie begonnen haben. Nur von der Ankunft am Airport existierte ein aus großer Distanz geschossenes Foto, das offenbar den kleinen Archie mit einer weißen Pudelmütze auf dem Arm seiner Mutter zeigte.

 Archies großer Auftritt in Afrika

Am Mittwoch dann kam Archies großer Auftritt in Afrika - beim «Arch», wie der Friedensnobelpreisträger und frühere Erzbischof (englisch: Arch Bishop) Desmond Tutu allgemein genannt wird. 

Archie mit seinen Eltern Harry und Meghan. Foto: dpa/Toby Melville/PA Wire
Er strahlte Tutu und seine bei der Begrüßung an. Das Foto wurde auf dem offiziellen Instagram-Account von Harry und Meghan gepostet.



Ein Lächeln huschte kurz über das kleine Gesicht, als sich ihm der 87-Jährige bewundernd näherte - und später einen Kuss auf seine Stirn hauchte.

Harry hatte Tutu zuletzt 2015 als Junggeselle getroffen - nun kam er mit seiner kleinen Familie wieder zum Tee bei dem unbeugsamen Menschenrechtler, der in der Vergangenheit bei Missständen jeglicher Art immer wieder warnend die Stimme erhob. Harry - formell mit Krawatte und Anzug - strahlte mit seiner Frau um die Wette, als sie dem auf einen Stock gestützten Tutu ihren Sohn präsentierten. Der «Arch» hatte sich lange nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. 

Enger Zeitplan für Harry und Meghan

Harry und Meghan haben einen engen Zeitplan auf ihrer Reise. Archie hatte bisher durch Abwesenheit geglänzt. Dabei gab es überall Geschenke für ihn: ein Sweatshirt und Armbänder und sogar einen afrikanischen Namen: Ntsika. In der Sprache des Xhosa-Volkes - dem auch Nelson Mandela angehörte - steht er für «Säule der Stärke». Harry und Meghan waren direkt nach ihrer Ankunft am Montag zum Auftakt ihrer Afrikareise Mbokodo-Projekt für Mädchen und junge Frauen gefahren. 

Der kleine Archie war  bei der Veranstaltung im Township nicht zu sehen, wo sich Harry kurz auch tanzend in den Hüften wog. Er betonte später: "Als jemand, der dieses wunderschöne Land mehrfach besucht hat und Kapstadt als einzigartigen Ort in Afrika ansieht, wollte ich sicherstellen, dass unser erster Besuch als Familie – mit meiner Frau an meiner Seite – die bedeutenden Herausforderungen betont, denen sich Millionen Südafrikaner gegenübersehen."

Erster Tag: Harry und Meghan besuchen Selbstverteidigungskurs

Besuch bei einem Bildungsworkshop in einem Brennpunkt-Township.
Ich möchte euch wissen lassen, dass ich hier bin als eine Mutter, als eine Ehefrau, als eine Frau, als eine "woman of colour" und als eure Schwester.Herzogin Meghan

Meghan hatte vor einem Reigen tanzender und trommelnder Jugendlicher unter aufbrandendem Applaus erklärt: "Auch wenn ich hier mit meinem Mann bin, einem Mitglied der königlichen Familie, möchte ich euch wissen lassen, dass ich hier bin als eine Mutter, als eine Ehefrau, als eine Frau, als eine "woman of colour" und als eure Schwester." 

Als "people of colour" bezeichnen sich Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe Rassismuserfahrungen gemacht haben. Die Herzogin mit afroamerikanischen Wurzeln will bei ihrem Aufenthalt das Thema Frauenrechte in den Fokus stellen, das angesichts der grassierenden Gewalt gegen Frauen gerade die Schlagzeilen am Kap beherrscht.

Das strahlende Paar wird in Südafrika freudig empfangen. Foto: AFP/BETRAM MALGAS

Harry will gutes Vorbild für seinen Sohn sein

Südafrika sei für Frauen der unsicherste Platz auf Erden, hatte Präsident Cyril Ramaphosa noch vergangene Woche bei einer Sondersitzung des Parlaments erklärt. Er sprach damit die Welle der Gewalt an, die sich gegen Frauen – und zum Teil auch Ausländer – richtet. In Kapstadts Armenvierteln gilt sie laut der jüngsten Kriminalstatistik als besonders hoch. Eine Änderung des am Kap noch stark patriarchalisch geprägten Männerbildes sei daher nötig, so Harry: "Kein Mann ist geboren, um Frauen weh zu tun, das ist angelerntes Verhalten und ein Zyklus, der durchbrochen werden muss." Es gehe nun darum, die Männlichkeit neu zu definieren. "Eure Stärke ist eure Tatkraft, das heißt für mich, meine Frau zu ehren und zu beschützen und ein positives Vorbild für meinen Sohn sein."

Zweiter Tag: Zeremonielles Teambuilding von Surflehrern

Mit einem zeremoniellen Teambuilding von Surflehrern an Kapstadts Monwabisi-Strand haben der britische Prinz Harry und Herzogin Meghan den zweiten Tag ihrer Afrikareise begonnen. Die Surflehrer arbeiten für eine Hilfsorganisation, die Kindern aus den nahe liegenden Townships ihre Fähigkeiten als Therapie nahebringen. Sie werden unterstützt vom Lunchbox Fund, der kostenloses Essen für Kinder aus armen Verhältnissen bereitstellt. Die Stiftung wurde aus Spenden finanziert, die zur Geburt des kleinen Archie flossen.

An Tag zwei ihrer Afrikareise besuchte das Paar eine NGO, die Therapie-Surfen für Kinder anbietet.

Harry legte anschließend mit einem Schlauchboot zu einer von Seehunden bevölkerten Insel ab, um sich unterwegs über die Bekämpfung der Wilderei von Abalone-Seeschnecken zu informieren. Sie gelten in Asien als gefragte Delikatesse, für die viel Geld gezahlt wird.

Die britischen Royals haben am Dienstag – einem Feiertag, an dem das nationale Erbe des Kap-Staates gewürdigt wird – noch das historische Bo-Kaap-Viertel sowie die älteste Moschee im Lande besucht. 

Harry und Meghan besuchten die älteste Moschee von Kapstadt. Foto: AFP/DAVID HARRISON

Nach dem Besuch weiterer Projekte in der Touristenmetropole Kapstadt wird Harry dann allein nach Angola, Botsuana und Malawi weiterreisen. Die Herzogin von Sussex wollte bei ihrem Aufenthalt in Kapstadt das Thema Frauenrechte in den Fokus stellen, das angesichts der grassierenden Gewalt gegen Frauen gerade die Schlagzeilen am Kap beherrscht. 

Voller Terminkalender – vor allem für Harry

Harry und Meghan wollen zunächst gemeinsam mehrere Projekte in der südafrikanischen Touristenmetropole besuchen, bevor Harry nach Angola weiterreist. Dort hatte sich schon seine bei einem Unfall in Paris gestorbene Mutter, Prinzessin Diana, für die Bekämpfung von Landminen eingesetzt. Weitere Stationen sind Botsuana und Malawi. Harry war in Afrika in diversen Umwelt- und Tierschutzprojekten aktiv und nennt die Region seine zweite Heimat.



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