Dampfen statt Rauchen Immer mehr rauchen E-Zigarette – Sieben bestätigte Todesfälle in den USA

Von dpa

Die Nachfrage nach Zigaretten sinkt, neue Produkte sind angesagt. Hersteller von E-Zigaretten reiben sich die Hände. Foto: dpa/Lisa DucretDie Nachfrage nach Zigaretten sinkt, neue Produkte sind angesagt. Hersteller von E-Zigaretten reiben sich die Hände. Foto: dpa/Lisa Ducret

Düsseldorf. In Deutschland setzt sich der Trend zur E-Zigarette fort. In den USA gibt es derweil immer mehr bestätigte Lungenerkrankungen und Todesfälle nach dem Gebrauch von E-Zigaretten.

Die Nachfrage nach E-Zigaretten ist erneut deutlich gestiegen. Mit den E-Verdampfern und dem Zubehör werden 2019 schätzungsweise 600 bis 650 Millionen Euro erlöst, wie der Verband des eZigarettenhandels am Freitag im Rahmen der Fachmesse Intertabac in Dortmund mitteilte. Das wäre ein Plus von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu 2018. Die Nachfrage nach E-Zigaretten wächst in Deutschland schon seit einigen Jahren deutlich. 

So viel Geld wird mit Tabakwaren umgesetzt

Zum Umsatz gibt es nur Schätzungen, da Verkaufsdaten für diese Produkte nicht zentral erfasst werden. Anders ist das bei konventionellen Zigaretten – für diese Produkte müssen Steuerzeichen bezogen werden, daher gibt es hierzu klare Statistiken.

Trotz der kontinuierlichen Zunahme – der Verkauf von Verdampfern und Flüssigkeiten (Liquids) bleibt eine Nische. Denn mit Tabakwaren wurde 2018 nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbandes hierzulande ein Umsatz von 26,4 Milliarden Euro gemacht – für Zigaretten, Zigarren, Zigarillos oder Pfeifen gaben die Deutschen also etwa 40 Mal mehr Geld aus als für elektrische Geräte und Liquids.

Immer mehr Lungenerkrankung durch E-Zigaretten

Derweil ist die Zahl der Erkrankungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA weiter angestiegen. Bei 530 Menschen seien Verletzungen an der Lunge aufgetreten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) mit. Zuvor war von rund 450 möglichen Erkrankungen in 33 Bundesstaaten die Rede gewesen. Sechs auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgehende Todesfälle wurden bislang gemeldet.

Über 373 der Verletzen lägen genauere Daten vor, sagte CDC-Chef Robert Redfield. Rund 67 Prozent von ihnen seien zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent seien jünger als 18. Etwa drei von vier seien männlich. Die US-Behörden warnten erneut alle Nutzer von E-Zigaretten vor dem Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden. 

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken. 

Maßnahmen gegen Schmuggel

Die Produktion von Zigaretten zog im ersten Halbjahr etwas an auf rund 37,8 Milliarden Stück, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 37,3 Milliarden Stück. Der Deutsche Zigarettenverband begründete diesen Anstieg aber nicht mit einer höhere Nachfrage, sondern mit einer teilweise vorgezogenen Produktion. Im Mai traten schärfere Auflagen zur Zigarettenproduktion in Kraft, mit einem sogenannten Track-and-Trace-System wurden Regeln zur Rückverfolgbarkeit der Fertigung und Lieferwege verschärft. Damit sollen Zigarettenschmuggel und Schwarzmarkt-Käufe eingedämmt werden. 


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