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Flashmob am 20. September Sturm auf Area 51? Angekündigter Flashmob wird zur friedlichen Party

Am 20. September planten Millionen Menschen einen "Sturm auf die Area 51". Am Ende wurde es ein friedliches Fest. (Illustration)Am 20. September planten Millionen Menschen einen "Sturm auf die Area 51". Am Ende wurde es ein friedliches Fest. (Illustration)

Homey Airport/Groom Lake. Der Plan eines Flashmobs in der US-Militärbasis Area 51 sorgte im Juli für Aufsehen – die Aktion war für Freitag geplant. Zwei Millionen Menschen hatten zugesagt, am Ende feierten Hunderte Menschen ein friedliches Fest.

Im Juli wurde bekannt, dass Internetnutzer am 20. September einen Sturm auf die Area 51 planen. Hunderttausende Menschen meldeten sich zu dem Flashmob an, um endlich zu erfahren, was auf dem Gelände vor sich geht. Gibt es dort Aliens, Ufos oder Energiewaffen? Zwei Monate später hatten sich schon über zwei Millionen angemeldet. Doch am Freitag kam es lediglich zu einem friedlichen Festival:

Trotz Warnungen haben es sich Hunderte Menschen nicht nehmen lassen, in den 50-Seelen-Ort Rachel im Süden der Wüste des US-Bundesstaates Nevada zu kommen, um ein Festival zu feiern und zu campen – und sich zumindest den hoch gesicherten Eingang zur mythenumwobenen Area 51 anzuschauen.

Ende Juni hatte der Student Matty Roberts aus Kalifornien ein Event auf Facebook erstellt und dazu aufgerufen, das Sperrgebiet zu stürmen, über das sich hartnäckig Gerüchte über Aliens, abgestürzte UFOs und militärische Geheimprojekte halten. 

Schon im Juli hatte das US-Militär deutliche Warnungen ausgesprochen: Die potenziellen Teilnehmer des Flashmobs sollten "es gar nicht erst versuchen", sagte Laura McAndrews, Sprecherin der Air Force. So rückten die Veranstalter der Facebook-Gruppe schnell davon ab, sich zunächst beim Besucherzentrum des Militärstützpunkts in der Wüste von Nevada zu treffen, um anschließend wie eine mit Energydrinks aufgeladene Infanterie auf das Haupttor der Area 51 loszustürmen. 

Lage "recht ruhig"

Aufatmen wollten Einwohner wie Joerg Arnu dennoch nicht: Sie befürchteten "Mobszenen" durch Besucher, die den weiten Weg auf sich genommen und sich von der Veranstaltung mehr erhofft hatten. Vorsorglich hatten sie Warnschilder vor ihren Häusern aufgestellt und Funkverbindungen unter den Nachbarn eingerichtet. Am Ende sei die Lage vor Ort aber "recht ruhig", schätzungsweise seien 2000 Menschen nach Rachel gekommen, sagte der gebürtige Niedersachse am Freitag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur. Ein paar "verrückte Typen" seien dabei, einige Besucher hätten sich mit Ganzkörperkostümen als Aliens verkleidet, ab und zu sei Musik zu hören. Im Grunde seien es Touristen, "die sich alles angucken" und rege zwischen dem Ort und dem Gate zur Area 51 hin- und herfuhren, sagte er. Oder die Besucher liefen quer durch die Wüste:

Unweit von Rachel gab es eine weitere Veranstaltung, das "Storm Area 51 Basecamp" in Hiko. Dort sollte es ebenfalls um die Area 51, Ufos und außerirdisches Leben gehen – mit Musik, Foodtrucks und Doku-Film-Vorführung. Nur ohne die große Aufregung.

Zuvor hatte es zwei Festnahmen gegeben. Zwei Niederländer hatten versucht, das Militärgelände Area 51 im US-Bundesstaat Nevada zu betreten. Die 20 und 21 Jahre alten Videoblogger hatten Kameras, Laptops und eine Drohne dabei und konnten knapp fünf Kilometer in das Gebiet vordringen, ehe sie von der Polizei gestoppt und verhaftet wurden. Das Onlinemagazin BuzzfeedNews hatte zuerst darüber berichtet. Gegenüber der Polizei sagten die beiden jungen Männer demnach, dass sie sich nur das Gelände anschauen wollten. 

Die zwei Niederländer, die beim Eindringen in die Area 51 erwischt wurden, sind Anfang der Woche auf Kaution entlassen worden. Ihnen drohen nun saftige Strafen von bis zu 500 US-Dollar Geldstrafe oder sogar sechs Monaten Haft. 


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