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Videos zeigen Verwüstung Schwere Überschwemmungen in Spanien: Zahl der Toten steigt auf sechs

Schwere Unwetter haben mindestens sechs Menschen in Spanien das Leben gekostet. Foto: Imago Images/Eliseo TrigoSchwere Unwetter haben mindestens sechs Menschen in Spanien das Leben gekostet. Foto: Imago Images/Eliseo Trigo

Madrid. Sintflutartige Regenfälle im Südosten Spaniens haben ganze Landstriche überschwemmt und Autos von den Straßen gespült. Bewohner filmten das Ausmaß der Verwüstung.

Bei den schweren Unwettern an der spanischen Mittelmeerküste sind seit Mittwochabend mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Leiche des sechsten Opfers, eines 41 Jahre alten Mannes, sei am Samstag in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Orihuela in der ostspanischen Provinz Alicante gefunden worden, teilten die Behörden mit. Einsatzkräfte des Militärs und der Polizei hätten im überschwemmten Gebiet auch das Motorrad geborgen, mit dem der Mann unterwegs gewesen sei, hieß es.

Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach auf Twitter der Familie des sechsten Opfers sein Beileid aus. Kurz vor einem Besuch der Unwetter-Regionen erklärte er sich am Samstag zudem mit allen Betroffenen solidarisch. Der Sozialist versicherte, man werde "alle Mittel und alle Hilfe einsetzen, um der Bevölkerung beizustehen und die Normalität wieder herzustellen".

Schlimmste Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1917

Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1917 sei in Ontinyent so viel Regen gefallen, hieß es. Jorge Rodriguez, Bürgermeister der zwischen Alicante und Valencia gelegenen Stadt Ontinyent, sagt: "50 Menschen sind in Sicherheit gebracht worden. Diese Lage ist für uns neu. Die biometrischen Daten, die uns vorliegen und die mehr als 100 Jahre zurückgehen, zeigen, dass wir es in der Stadt mit den stärksten Regenfällen in einhundert Jahren zu tun haben. Das sorgt für sehr schwierige Situationen", berichtet er gegenüber Radio 5.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach vor Journalisten von einer "ernsten Lage", rund 3000 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Armee seien in den Katastrophengebieten. Mehr als 3500 Menschen mussten wegen der Unwetter und Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Grande-Marlaska reiste nach Orihuela, rund fünf Kilometer südlich von Redován, um sich auf einem Hubschrauberflug ein Bild von den Schäden zu machen.

An einem Strand in Dénia (Alicante) soll es einen kleinen Tornado gegeben haben, wie Augenzeugen meldeten. Er hinterließ verwüstete Gebäude und entwurzelte Bäume.

Ein Tornado zerstörte die örtliche Sporthalle in Denia. Foto: imago images / Agencia EFE/JUAN CARLOS CARDENAS

Im Dorf Moixent wurden Fahrzeuge vom Wasser mitgerissen, wie im folgenden Video zu sehen ist. Die Behörden teilten mit, dass keine Personen in den Autos saßen, 

Das Unwetter war am Donnerstag von Valencia und Alicante weiter südwestwärts Richtung Murcia und Almeria gezogen. In einigen Bereichen fielen den Berichten zufolge bis zu 200 Liter Regen in zwölf Stunden, das entspricht etwa einem Drittel des Jahresniederschlags in Berlin. In den Regionen Valencia und Murcia blieben die Schulen geschlossen. Am Freitag regnete es weiter, allerdings weniger intensiv.


In Font de la Figuera verwandelten sich die Bahnlinien zu Flüssen:

Auch in Orihuela bei Murcia gab es Hochwasser, was diese beiden Herrn nicht davon abhielt, es sich auf dem Gehweg bequem zu machen. 

Lebensgefährlich ist dagegen die Aktion dieser Spanier in Molina de Segura, sich mit einer Luftmatratze in die Fluten zu stürzen:

Am Freitag verschärfte sich die Lage in Orihuela: Teile der Gemeinde müssen evakuiert werden, weil der Fluss Rio Segura in der Nacht übers Ufer trat. Dieses Video zeigt einen völlig überschwemmten Parkplatz neben einer Schnellstraße nach Orihuela:


Das mit der Abkürzung DANA (Isoliertes Tiefdruckgebiet in großen Höhen) bezeichnete Unwetter hatte zuvor über den Balearen gewütet, Sachschäden hinterlassen und in Teilen der Insel Mallorca den Schulbeginn nach den Sommerferien verzögert.

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