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Einsatz am frühen Morgen Anti-Terror-Razzien in drei Bundesländern – drei Festnahmen

Von dpa

Ein Mann wird von Polizisten aus einem Haus geführt. Die Polizei ist am Mittwochmorgen bei Razzien in mehreren norddeutschen Bundesländern gegen mutmaßliche Terror-Unterstützer vorgegangen. Foto: dpa/Christian CharisiusEin Mann wird von Polizisten aus einem Haus geführt. Die Polizei ist am Mittwochmorgen bei Razzien in mehreren norddeutschen Bundesländern gegen mutmaßliche Terror-Unterstützer vorgegangen. Foto: dpa/Christian Charisius 

Hamburg. Gleich in drei norddeutschen Bundesländern ist es am frühen Morgen zu Hausdurchsuchungen gekommen. Hintergrund der Razzien sollen Geldzahlungen nach Syrien sein.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg durchsucht. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte. 

Drei Männer wurden festgenommen

Zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen, wie Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp von der Flensburger Staatsanwaltschaft sagte. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor. Sie haben bisher keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht, wie Gropp weiter sagte. Darüber hinaus wurde ein weiterer Mann festgenommen. Ob in diesem Fall auch ein Haftbefehlsantrag gestellt werde, werde derzeit geprüft, sagte Gropp. Eine Entscheidung darüber dürfte am Donnerstag fallen. Die drei Männer wurden in Schleswig-Holstein und Hamburg festgenommen.

Geld ins Ausland verschoben

Insgesamt wird zehn Männern und einer Frau vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben. Sie sollen für die Geldgeschäfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Erlaubnis im Sinne des Zahlungsdienstegesetzes gehabt zu haben. Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. "Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt", sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen. 

Größere Summen Bargeld gefunden

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben Stahlmann-Liebelts größere Bargeldbeträge gefunden. Auf Fotos von der Durchsuchung eines Objekts in Hamburg ist zu sehen, wie Ermittler zahlreiche Umzugskartons in ihre Fahrzeuge bringen und ein Mann abgeführt wird.  

Polizisten tragen Kartons aus einem Haus. Foto: dpa/ Christian Charisius

Die sichergestellten Dokumente und Gegenstände müssen nun gesichtet und ausgewertet werden. Ziel ist unter anderem, die Hintergründe für die Geldflüsse zu klären sowie nachzuvollziehen, wie viel Geld wohin floss, sagte Gropp. Zu den genauen Orten der Durchsuchungen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Nach NDR-Informationen gab es Durchsuchungen unter anderem in Stockelsdorf bei Lübeck, in den Hamburger Stadtteilen Eimsbüttel, Barmbek-Süd und Harburg sowie in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). 

Die Flensburger Behörde hat die Federführung bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politischen Hintergrund haben können. 


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